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Medizin

08. Februar 2018 Große Vorteile für Patienten mit Mantelzell-Lymphom unter Ibrutinib in der Zweitlinie

Auf dem 59. Treffen der American Society of Hematology (ASH) in Atlanta wurden die neuen Daten von 3 gepoolten Langzeitstudien* zu Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Mantelzell-Lymphom (rrMCL) präsentiert (1). Die mediane Beobachtungszeit betrug 3,5 Jahre. Das Follow-Up untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ibrutinib (Imbruvica®) bei rrMCL-Patienten. Die Daten der gepoolten Analyse konnten die Effektivität von Ibrutinib beim MCL untermauern. Gleichzeitig war die Therapie auch gut verträglich. Besonders profitierten Patienten, die direkt in der Zweitlinie mit Ibrutinib therapiert wurden.
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Die Nachbeobachtung der gepoolten Analyse dreier Langzeitstudien* (medianes Follow-Up: 3,5 Jahre) untersuchte den Einfluss von Imbruvica® auf das progressionsfreie Überleben (PFS), das Gesamtüberleben (OS) und das Gesamtansprechen (ORR) bei rrMCL-Patienten (1). Insgesamt wurden 370 rrMCL-Patienten (Durchschnittsalter: 67,5 Jahre) mit 560 mg Ibrutinib (oral 1x/Tag) behandelt (*1).

Ibrutinib: Benefit in der Zweitlinientherapie

Die aktuellen 3,5-Jahres-Daten bestärken einen Benefit unter Ibrutinib bei MCL-Patienten in der Zweitlinie, verglichen zu späteren Linien (1). So war die frühestmögliche Ibrutinib-Gabe (Zweitlinie) mit einem 4-mal längeren medianen PFS assoziiert als ab der Drittlinie (33,6 vs. 8,4 Monate, p-Wert: k.A.). Gleiches galt für das mediane OS. Patienten in der 2nd-Line lebten im Mittel über 13 Monate länger als jene in späteren Therapielinien (36,0 vs. 22,5 Monate, p-Wert: k.A.). Zudem erreichten rrMCL-Patienten in der Zweitlinientherapie ein längeres und tieferes Ansprechen. Die ORR der 2nd-Line-Patienten war deutlich höher als in späteren Linien (77,8 vs. 66,8%).

Gleichzeitig erreichten mehr Patienten ein komplettes Ansprechen (CR), wenn jene Ibrutinib bereits in der Zweitlinie erhielten als zu einem späteren Zeitpunkt (36,4 vs. 22,9%). Das Erreichen einer CR war zudem mit einem verbesserten medianen PFS und OS assoziiert (1).

Gute Verträglichkeit nach 3,5 Jahren bestärkt

Die aktuelle Analyse untermauert die abnehmende Inzidenz von unerwünschten Ereignissen (UE; Grad ≥3) im Therapieverlauf (1). Zu den 3 häufigsten Grad ≥3 UEs (>10%) zählten: Neutropenien (17,0%), Thrombozytopenien (12,2%) und Pneumonien (11,9%). Darüber hinaus geben die Daten einerseits einen Hinweis darauf, dass bei Patienten in der Zweitlinie weniger UEs (Grad ≥3) auftraten als bei Patienten ab der Drittlinie (68,7 vs. 83,8%). Andererseits nahmen die Inzidenzen der UEs (Grad ≥ 3) stärker im Therapieverlauf ab als in späteren Linien (1).

* Phase-II-Studien: PCYC-1104 (NCT01236391; n=111) und SPARK (MCL2001; NCT01599949; n=120); Phase-III-Studie: RAY (MCL3001; NCT01646021; n= 139). Ibrutinib-Dosis: 560 mg 1x oral/Tag, bis zum Krankheitsfortschritt oder Auftritt unzumutbarer Nebenwirkungen. Bei diesen Daten handelt es sich um hypothesengenerierende Hinweisen auf Basis einer multivariaten Analyse. Prospektive Untersuchungen sind erforderlich, um diese Erkenntnisse zu validieren.

Quelle: Janssen

Literatur:

(1) Rule S et al. ASH 2017 oral presentation #151


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