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Medizin

13. September 2018 Versorgungsdaten aus Deutschland: Degarelix bei kardiovaskulären Vorerkrankungen häufiger verordnet

Bei Patienten mit fortgeschrittenem, hormonsensitivem Prostatakarzinom (hsPCa) gehört die Hormondeprivation zur Standardtherapie. Studiendaten zeigen, dass dabei der Einsatz von GnRH-Antagonisten wie Degarelix (FIRMAGON®) mit einem niedrigeren kardiovaskulären Risiko verbunden zu sein scheint als bei LHRH-Agonisten wie Leuprorelin oder Goserelin (1). Seither zeichnet sich ein Trend in Deutschland ab – hin zur Verordnung von GnRH-Antagonisten bei Patienten mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen (2,3).
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Studiendaten zufolge reduziert eine Therapie mit einem Gonadotropin releasing hormone (GnRH)-Antagonisten wie Degarelix das relative Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse oder Tod um mehr als 50% bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Vorerkrankungen im Vergleich zu Leuprorelin und Goserelin (1).

Dass die Behandlung mit GnRH-Antagonisten für hsPCa-Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen vorteilhaft ist, haben Verordner in Folge immer häufiger berücksichtigt. Das macht eine aktuelle Auswertung deutlich (2). Dr. Jan Lehmann von der Urologischen Gemeinschaftspraxis Prüner Gang stellte dazu Versorgungsdaten einer retrospektiven (n=280) und einer prospektiven nicht-interventionellen (n=322) Studie auf dem GU-ASCO 2018 vor. Das Ergebnis: wurden für den Zeitraum 2013-14 noch annähernd 60% der Patienten mit kardiovaskulären Komorbiditäten mit LHRH-Agonisten behandelt, waren es für den Vergleichszeitraum bis 2016 lediglich 40% (2).

Kardiovaskuläre Komorbiditäten bei jedem dritten hsPCa-Patienten

Der Wandel in der Hormondeprivationstherapie ist vor allem relevant mit Blick auf zeitgleich veröffentlichte Daten einer retrospektiven Analyse von Patientendaten aus Deutschland, die dokumentieren, dass kardiovaskuläre Komorbiditäten das größte Risiko im Rahmen einer Androgendeprivationstherapie (ADT) darstellen: Jeder dritte hsPCa-Patient weist entsprechende Vorerkrankungen auf (3).

Andreas Eisenhardt von der Praxisklinik Rhein-Ruhr in Mühlheim hat die medizinischen Daten von über 750 Patienten mit hormonsensitivem Prostatakarzinom ausgewertet, die in 3 deutschen ambulanten Urologie-Zentren über einen Zeitraum von mind. 12 Monaten mit einer ADT behandelt wurden; die Patienten waren im Schnitt 75,4 Jahre alt. Fast ein Drittel dieser Patienten litt vor Beginn der Behandlung an kardiovaskulären Komorbiditäten wie Bluthochdruck oder koronarer Herzkrankheit.

Außerdem zeigte sich, dass kardiovaskuläre Ereignisse (n=44) die häufigsten Ursachen für Krankenhauseinweisungen innerhalb dieses Patientenkollektivs waren: davon traten drei Viertel während der ADT, ein Viertel nach der ADT auf. Auffällig war, dass sich 81% der beobachteten Herzinfarkte oder Schlaganfälle bei Patienten während (n=17) und 19% nach (n=4) der ADT ereigneten (3).

Wichtig für Ärzte: CV-Risikoprofil als Grundlage für Therapiewahl

Die Autoren der Studie vermuten, dass die tatsächliche Zahl der kardiovaskulären (CV) Ereignisse höher liegt, da kardiovaskuläre Komorbiditäten in den Urologie-Zentren nicht umfassend und standardisiert erfasst werden. Für die Therapieplanung bedeutet dies, dass vor einer ADT kardiovaskuläre Vorerkrankungen und das damit verbundene individuelle Risiko für CV-Ereignisse für jeden Patienten abgeklärt werden sollten, um eine optimale, sichere Therapieentscheidung und -planung treffen zu können.

Quelle: Ferring

Literatur:

(1) Albertsen PC et al. Eur Urol 2014,65(3):565-573.
(2) Lehmann J et al. Influence of cardiovascular (CV) comorbidities on the selection of hormone deprivation therapy (HDT) in the treatment of metastatic prostate cancer (mPCa). Poster präsentiert auf dem Genitourinary Cancers Symposium, San Francisco, February 8-10, 2018.
(3) Eisenhardt A et al. Cardiovascular comorbidities in German prostate cancer patients under androgen deprivation therapy. Resuslt from a retrospective analysis of patient data in urological outpatient centers. Poster präsentiert auf dem Genitourinary Cancers Symposium, San Francisco, February 8-10, 2018.


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