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Medizin
13. Juni 2014

mRCC: SWITCH-Studie - Subgruppenanalyse gibt Hinweis auf signifikant längeres Überleben älterer Patienten bei Erstlinientherapie mit Sorafenib

Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC, Renal Cell Carcinoma), die 65 Jahre und älter sind, scheinen signifikante Überlebensvorteile bei einer Erstlinientherapie mit Sorafenib (Nexavar®) zu haben. Hinweise dazu gibt eine Subgruppenanalyse der SWITCH-Studie, eine Phase III-Studie, die den Stellenwert der beiden Tyrosinkinase-Inhibitoren Sorafenib und Sunitinib bei der Sequenztherapie des mRCC untersucht hat. Die aktuellen Ergebnisse der Subgruppenanalyse wurden beim diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt (1).

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In der prospektiven, offenen multizentrischen SWITCH-Studie (2) wurden 365 Patienten mit mRCC im Alter zwischen 18 und 85 Jahren, die für eine Zytokin-Therapie nicht geeignet waren, randomisiert mit 400 mg Sorafenib zweimal täglich bis zur Krankheitsprogression oder dem Auftreten nicht zu tolerierender Nebenwirkungen behandelt, gefolgt von 50 mg Sunitinib einmal täglich. Im zweiten Arm der Studie erfolgte die Sequenztherapie in umgekehrter Reihenfolge mit Sunitinib als Erstlinientherapie gefolgt von Sorafenib. Primärer Endpunkt war das gesamte progressionsfreie Überleben (tPFS) der Patienten. Die Studie war auf die Erbringung des Nachweises der Überlegenheit einer Therapiesequenz angelegt. Es konnte für das Gesamtkollektiv kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Überlegenheit zwischen den beiden Therapieregimen gezeigt werden. Auch bei den sekundären Endpunkten (Gesamtüberleben sowie PFS der Erstlinientherapie) bestand im Gesamtkollektiv kein statistisch fassbarer Unterschied hinsichtlich der Überlegenheit zwischen den beiden Studiengruppen.

Allerdings konnten signifikant mehr Patienten eine protokollgemäße Zweitlinientherapie erhalten, wenn initial mit Sorafenib behandelt wurde statt umgekehrt (56,6% versus 41,5%, p<0,01).

Hinweise auf längeres Gesamtüberleben bei älteren Patienten

Unterschiede deuteten sich beim Gesamtüberleben (OS) in Abhängigkeit vom Alter der Patienten an, wie eine von Dr. Peter J. Goebell, Universitätsklinikum Erlangen, in Chicago präsentierte retrospektive Subgruppenanalyse ergibt. So zeigte sich bei Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren ein signifikant besseres OS (HR 0,60, p=0,02) bei einer Erstlinientherapie mit Sorafenib gefolgt von Sunitinib als Zweitlinientherapie. Patienten unter 65 Jahren profitierten hingegen von der initialen Behandlung mit Sunitinib (HR 1,57, p=0,02).

Kein signifikanter Unterschied ergab sich in der retrospektiven Analyse in Abhängigkeit vom Geschlecht der Patienten, vom ECOG-Performance Status und vom MSKCC-Score (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center-Score).

Die Subgruppenanalyse bekräftigt laut Goebell et al. insgesamt die positiven Effekte einer Sequenztherapie bestehend aus den beiden Tyrosinkinase-Inhibitoren Sorafenib und Sunitinib auf das gesamte PFS und das Gesamtüberleben bei Patienten mit mRCC. Ältere Patienten, die für eine Therapie mit Zytokinen nicht geeignet sind, profitieren offenbar besonders von einem Therapiestart mit Sorafenib. Die Befunde sind laut Goebell et al. konsistent mit dem Ergebnis früherer Studien, die ebenfalls Vorteile einer Behandlung mit Sorafenib bei älteren Patienten demonstriert haben (3).

Literaturhinweise:
(1) Goebell P et al., Subgroup analyses of randomized sequential open-label study (SWITCH) to evaluate efficacy and safety of sorafenib (SO) / sunitinib (SU) versus SU/SO in treatment of metastatic renal cell cancer (mRCC), Abstract 4567, 50. Jahrestagung ASCO 2014
(2) Michel MS et al., J Clin Oncol 2014; 32 (4 Suppl): 393.
(3) Procopio G et al., Expert Rev Anticancer Ther 2011; 11: 1689-1692

Quelle: Bayer HealthCare Deutschland


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