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Medizin

30. April 2019 HPV-Aufklärung: Studie offenbart großen Nachholbedarf in Deutschland

Deutschland war gleich doppeltes Schlusslicht in einer aktuellen europäischen Befragung zu Humanen Papillomviren (HPV): In der in 10 europäischen Ländern* durchgeführten Studie gaben nur 40% der deutschen Teilnehmer an, HPV überhaupt zu kennen. Dass einige HPV-Typen bestimmte Krebsarten auslösen können, war sogar nur etwa einem Drittel (32%) der befragten Deutschen bekannt. Beim Umfrage-Spitzenreiter Spanien waren hingegen das Bewusstsein für HPV (87%) und das Wissen über die karzinogene Auswirkung von HPV (62%) wesentlich besser. Die Ergebnisse der „HPV Awareness Study“ verdeutlichen den großen Nachholbedarf hinsichtlich Informationen zu HPV in Deutschland (1).
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Das Marktforschungsunternehmen Ipsos ermittelte den Wissensstand zum Thema HPV in 10 europäischen Ländern, in denen die HPV-Impfung empfohlen wird. Hierfür wurden 15.000 Menschen im Alter von 16 bis 60 Jahren befragt*. Die repräsentative Umfrage ergab u.a., dass nur wenigen der 2.000 deutschen Studienteilnehmer bewusst war, dass HPV-Infektionen auch in Deutschland weit verbreitet sind. Außerdem wussten nur 9% der befragten Teilnehmer aus Deutschland, dass Männer und Frauen gleichermaßen von HPV infiziert werden können (1).

Weitere Schlussfolgerungen aus der HPV Awareness Study
  • In einigen europäischen Ländern gibt es beachtliche Wissenslücken zum Thema HPV.
  • Die Häufigkeit von HPV-Infektionen wird oft dramatisch unterschätzt.
  • Obwohl das Virus weitverbreitet ist, wird generell angenommen, dass es selten vorkommt und eine Ansteckung unwahrscheinlich ist.
  • Es gibt weiterhin einen Bedarf an Informationen über HPV.

Viel Luft nach oben auch bei der HPV-Impfquote in Deutschland

Das geringe Wissen zu HPV in Deutschland korreliert mit einer niedrigen Impfquote. Im Jahr 2015 betrug sie bei den 15-jährigen Mädchen nur 31,3%, obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) schon seit 2007 eine HPV-Impfung für alle Mädchen empfiehlt (2). Im Juni 2018 hat die STIKO die Standardimpfung gegen HPV nun auch für Jungen beschlossen. Das erklärte Ziel der HPV-Impfung von Mädchen und Jungen ist eine Reduktion der Krankheitslast durch bestimmte HPV-assoziierte Tumoren. Vor diesem Hintergrund sind insbesondere Ärzte gefordert, die als wichtige Informationspartner zur Verbesserung der Akzeptanz der HPV-Impfung beitragen können (3).

* Zwischen dem 7. und 21. Januar 2019 befragte das Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der MSD SHARP & DOHME GMBH im Rahmen der „HPV Awareness Study“ 15.000 Erwachsene im Alter von 16-60 Jahren. Befragt wurden je 1.000 Teilnehmer aus Österreich, Belgien, Griechenland, Portugal und der Schweiz sowie je 2.000 Teilnehmer aus Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritanien (1).

Quelle: MSD

Literatur:

(1) Cox H. Ipsos. EU HPV Consumer Awareness Study. Präsentiert am 04.03.2019. https://www.ipsos.com/sites/default/files/ct/publication/documents/2019-03/eu-hpv-consumer-awareness-study.pdf (eingesehen am 02.04.19).
(2) Robert Koch-Institut. Aktuelles aus der KV-Impfsurveillance – Impfquoten ausgewählter Schutzimpfungen in Deutschland. Epid Bull 2018;1:1-18.
(3) Robert Koch-Institut. Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der HPV-Impfung für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Epid Bull 2018;26:233-54.


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