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Medizin
27. März 2017

Erste Leitlinie zur HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Am 17. März 2017 hat die American Society of Clinical Oncology (ASCO) eine Leitlinie zur Gebärmutterhalskrebs-Prävention vorgestellt. Dies ist weltweit die erste evidenzbasierte Leitlinie im Umgang mit Impfungen gegen humane Papillomaviren (HPV).
Die Leitlinie ist anwendbar in den verschiedensten Regionen der Welt mit unterschiedlichen strukturellen Anforderungen und Verfügbarkeiten. Dabei wird die Zugänglichkeit des Impfmittels in 4 Stufen (schwer, eingeschränkt, erweitert und maximal) unterteilt. Diese Einteilung bezieht sich auf die finanziellen Mittel eines Landes oder einer Region sowie das Bestehen eines Gesundheitssystems (personell, infrastrukturell, Zugang zu Leistungen). Die Leitlinien wurden von einem internationalen und interdisziplinären Team entwickelt. Unter anderem bildeten Vertreter aus der Onkologie, Geburtshilfe, Gynäkologie, Epidemiologie, Biostatistik, dem Gesundheitswesen sowie HPV-Forscher ein Expertengremium. Sie überprüften relevante Literatur von 1966 bis 2015, beurteilten bereits existierende Leitlinien und führte Kosten-Nutzen-Analysen durch.

Empfehlungen der Leitlinie

Bei Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren werden 2 Impfdosen zur Gebärmutterhalskrebs-Prävention empfohlen, unabhängig von Lebensumständen und Verfügbarkeiten. Die Impfungen werden gestaffelt verabreicht mit einer Intervallzeit von mindestens 6 Monaten bis maximal 12-15 Monaten zwischen den Impfdosen. Mädchen, die HIV-positiv getestet sind, sollen laut Zervixkarzinom-Leitlinie 3 Impfdosen erhalten.

Bei erweiterter und maximaler Verfügbarkeit des Impfstoffes gelten folgende Empfehlungen:

Wenn Mädchen 15 Jahre oder älter sind und ihre erste Impfdosis vor dem 15. Lebensjahr erhalten haben, können sie mit einer zweiten Impfdosis die Behandlung abschließen. Wenn die erste Impfdosis nicht vor dem 15. Lebensjahr erfolgte, sollten nach den Empfehlungen der ASCO, 3 Impfdosen verabreicht werden. In beiden Fällen sollte die HPV-Impfung bis zum 26. Lebensjahr gegeben worden sein.

Bei schwerer oder eingeschränkter Verfügbarkeit des Impfstoffes empfiehlt die ASCO:

Wenn alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren eine Impfdosis erhalten haben und Impfdosen übrig sind, kann eine zweite Dosis im Alter zwischen 15 und 26 Jahren gegeben werden. Jungen können grundsätzlich auch gegen HPV geimpft werden, wenn die Population der zu impfenden Mädchen unter 50% liegt. Wenn es genügend Impfstoff gibt, ist diese Variante der Impfung kosteneffizient.

HPV-Infektionen können zu Genitalwarzen führen und Auslöser verschiedener Krebsartem – wie etwa dem Zervixkarzinom – sein. Das Zervixkarzinom ist weltweit der vierthäufigste bösartige Krebs bei Frauen. In strukturschwachen Regionen ist eine Belastung der Krankheit besonders hoch. 85% der Gebärmutterhalskrebs-Diagnosen und 87% der durch Gebärmutterhalskrebs bedingten Todesfälle treten in Teilen Afrikas und Lateinamerikas auf. „Weil die Verfügbarkeit an Impfungen in der Welt stark variiert, braucht es Strategien zu einem verbesserten Zugang an HPV-Impfungen“ sagte Dr. Silvia de Sanjosé , Mietglied des Expertengremiums und Leiterin des Cancer Epidemiology Research Program am Institut Català d’Oncologia in Barcelona, Spanien. Das Ziel der ASCO ist es, weitere Impfprogramme einzuführen und mehr Frauen von dieser Krebsart zu befreien.

übers. von Redaktion, jp

Quelle: ASCO News Releases „First Global Guidance for HPV Vaccination for Cervical Cancer Prevention“, vom 17.03.2017


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