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Medizin

11. Dezember 2020 COVID-19 erhöht bei Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen Morbidität und Mortalität

Wie die Auswertungen der ASH Research Collaborative Datenerhebung ergeben haben, weisen Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen eine signifikant erhöhte Morbidität und Mortalität durch eine COVID-19-Infektion auf. Dies sollte jedoch kein Grund sein, Patienten mit einer hämatologischen malignen Erkrankung und einer günstigen Prognose intensive Therapien vorzuenthalten, sofern eine aggressive supportive Therapie in Einklang mit den Patientenwünschen steht.
Bei vielen Patienten mit Blutkrebs liegt eine Dysfunktion des Immunsystems vor. Zusätzlich sind Patienten mit Blutkrebs oft älter und haben öfter Komorbiditäten wie Bluthochdruck oder Diabetes und könnten dadurch besonders für Komplikationen der durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelösten Erkrankung COVID-19 wie Hyperkoagulierbarkeit und Thrombose gefährdet sein. Für Patienten mit hämatologischen malignen Erkrankungen wurde bisher das Gesamtrisiko für die Morbidität und Mortalität einer COVID-19-Infektion nicht gut definiert, ebenso wenig wie die Abhängigkeit des Risikos von Faktoren wie Alter, Krankheitsstatus, Tumorentität und der Krebstherapie.

ASH Research Collaborative COVID-19-Register

Das ASH Research Collaborative COVID-19-Register für Hämatologie wurde entwickelt, um die Merkmale und das Outcome im Falle einer COVID-19-Infektion bei Patienten mit Bluterkrankungen insbesondere bei hämatologischen Krebserkrankungen zu evaluieren. Die Daten werden seit 1. April 2020 in dem Register gesammelt. Es handelt sich dabei um eine globale Datenerhebung auf der Basis einer sicheren Plattform, die von Prometheus Research gehostet (einer IQVIA-Firma) wird. Das Register sammelt die Daten von Patienten jeden Alters mit einer aktuell laufenden oder in dessen Historie dokumentierten hämatologischen Erkrankung und einer entweder Labor-bestätigten oder einer vermuteten SARS-CoV-2-Infektion. Die Daten werden auf der ASH Research Collaborative Website veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.  

Signifikant erhöhte Mortalitätsrate

Zum Zeitpunkt der Analyse lagen die Daten von 250 Patienten mit Blutkrebs aus 74 Standorten weltweit vor. Die häufigsten Krebsarten waren akute Leukämie (33%), Non-Hodgkin-Lymphome (27%) und Myelome oder Amyloidose (16%). Die Patienten präsentierten sich mit verschiedenen Symptomen, am häufigsten waren Fieber (73%), Husten (67%), Atemnot (50%) und Fatigue (40%). In der Regel kamen COVID-19-gerichteten Therapien wie Hydroxychloroquin (n=76) oder Azithromycin (n=59) zum Einsatz. Die Gesamtmortalität betrug 28%. Mehr Patienten mit einer vom Arzt in Hinblick auf die zugrundliegende hämatologische Krebserkrankung geschätzten Prognose von weniger als 12 Monaten zum Zeitpunkt der COVID-19-Diagnose und diejenigen mit einer rezidivierten/refraktären Erkrankung hatten einen moderaten/schweren COVID-19-Verlauf oder starben. In manchen Fällen kam es zum Tod des Patienten, nachdem die Entscheidung getroffen wurde, zugunsten eines palliativen Ansatzes auf die Aufnahme in die Intensivstation zu verzichten.

Die Daten aus Orten mit hohen Inzidenz-Raten von COVID-19-Infektionen werden weiterhin erhoben werden. Das Register wurde mittlerweile um nicht-maligne hämatologische Erkrankungen erweitert. Das Register wird weitergeführt, um Daten für weitere Erkenntnisse zu sammeln.

Übers. SK

Quelle: ASH 2020

Literatur:

Wood WA, Neuberg DS, Thompson JC et al. Outcomes of Patients with Hematologic Malignancies and COVID-19 Infection: A Report from the ASH Research Collaborative Data Hub. ASH 2020, Abstract 215


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