Samstag, 31. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Canakinumab
Canakinumab
 
Medizin
11. Dezember 2020
COVID-19+erh%C3%B6ht+bei+Patienten+mit+h%C3%A4matologischen+Krebserkrankungen+Morbidit%C3%A4t+und+Mortalit%C3%A4t
© Romolo Tavani - stock.adobe.com

COVID-19 erhöht bei Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen Morbidität und Mortalität

Wie die Auswertungen der ASH Research Collaborative Datenerhebung ergeben haben, weisen Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen eine signifikant erhöhte Morbidität und Mortalität durch eine COVID-19-Infektion auf. Dies sollte jedoch kein Grund sein, Patienten mit einer hämatologischen malignen Erkrankung und einer günstigen Prognose intensive Therapien vorzuenthalten, sofern eine aggressive supportive Therapie in Einklang mit den Patientenwünschen steht.
Anzeige:
Keytruda Head&Neck
Keytruda Head&Neck
Bei vielen Patienten mit Blutkrebs liegt eine Dysfunktion des Immunsystems vor. Zusätzlich sind Patienten mit Blutkrebs oft älter und haben öfter Komorbiditäten wie Bluthochdruck oder Diabetes und könnten dadurch besonders für Komplikationen der durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelösten Erkrankung COVID-19 wie Hyperkoagulierbarkeit und Thrombose gefährdet sein. Für Patienten mit hämatologischen malignen Erkrankungen wurde bisher das Gesamtrisiko für die Morbidität und Mortalität einer COVID-19-Infektion nicht gut definiert, ebenso wenig wie die Abhängigkeit des Risikos von Faktoren wie Alter, Krankheitsstatus, Tumorentität und der Krebstherapie.

ASH Research Collaborative COVID-19-Register

Das ASH Research Collaborative COVID-19-Register für Hämatologie wurde entwickelt, um die Merkmale und das Outcome im Falle einer COVID-19-Infektion bei Patienten mit Bluterkrankungen insbesondere bei hämatologischen Krebserkrankungen zu evaluieren. Die Daten werden seit 1. April 2020 in dem Register gesammelt. Es handelt sich dabei um eine globale Datenerhebung auf der Basis einer sicheren Plattform, die von Prometheus Research gehostet (einer IQVIA-Firma) wird. Das Register sammelt die Daten von Patienten jeden Alters mit einer aktuell laufenden oder in dessen Historie dokumentierten hämatologischen Erkrankung und einer entweder Labor-bestätigten oder einer vermuteten SARS-CoV-2-Infektion. Die Daten werden auf der ASH Research Collaborative Website veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.  

Signifikant erhöhte Mortalitätsrate

Zum Zeitpunkt der Analyse lagen die Daten von 250 Patienten mit Blutkrebs aus 74 Standorten weltweit vor. Die häufigsten Krebsarten waren akute Leukämie (33%), Non-Hodgkin-Lymphome (27%) und Myelome oder Amyloidose (16%). Die Patienten präsentierten sich mit verschiedenen Symptomen, am häufigsten waren Fieber (73%), Husten (67%), Atemnot (50%) und Fatigue (40%). In der Regel kamen COVID-19-gerichteten Therapien wie Hydroxychloroquin (n=76) oder Azithromycin (n=59) zum Einsatz. Die Gesamtmortalität betrug 28%. Mehr Patienten mit einer vom Arzt in Hinblick auf die zugrundliegende hämatologische Krebserkrankung geschätzten Prognose von weniger als 12 Monaten zum Zeitpunkt der COVID-19-Diagnose und diejenigen mit einer rezidivierten/refraktären Erkrankung hatten einen moderaten/schweren COVID-19-Verlauf oder starben. In manchen Fällen kam es zum Tod des Patienten, nachdem die Entscheidung getroffen wurde, zugunsten eines palliativen Ansatzes auf die Aufnahme in die Intensivstation zu verzichten.

Die Daten aus Orten mit hohen Inzidenz-Raten von COVID-19-Infektionen werden weiterhin erhoben werden. Das Register wurde mittlerweile um nicht-maligne hämatologische Erkrankungen erweitert. Das Register wird weitergeführt, um Daten für weitere Erkenntnisse zu sammeln.

Übers. SK

Quelle: ASH 2020

Literatur:

Wood WA, Neuberg DS, Thompson JC et al. Outcomes of Patients with Hematologic Malignancies and COVID-19 Infection: A Report from the ASH Research Collaborative Data Hub. ASH 2020, Abstract 215


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
 
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"COVID-19 erhöht bei Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen Morbidität und Mortalität"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose