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Medizin

07. März 2018 Checkpoint-Inhibitoren verbessern Prognose bei urogenitalen Tumoren

Erstmals stehen für die prognostisch ungünstige Gruppe der Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom (mUC), die nicht für eine Cisplatin-Therapie geeignet sind, wirksame Immuntherapien zur Verfügung. Die klinische Bedeutung dieses Fortschritts wurde auf einer Veranstaltung beim Deutschen Krebskongress (DKK) 2018 in Berlin deutlich. Auch beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) zeichnen sich neue Entwicklungen ab.  
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Insbesondere für die 30%-50% der Patienten mit mUC, die nicht für eine Cisplatin-basierte Behandlung infrage kommen, seien die Therapieoptionen bisher äußerst limitiert gewesen, sagte Prof. Dr. Kurt Miller, Berlin. Am Beispiel des PD-L1-Inhibitors Atezolizumab (Tecentriq®) erläuterte er, welche Chancen sich durch die Immuntherapie eröffnen.

mUC: Lang anhaltendes Ansprechen
 
In der einarmigen Phase-II-Studie IMvigor 210 betrug die Ansprechrate bei Cisplatin-ungeeigneten mUC-Patienten unter Atezolizumab 23%. Der Median für die Ansprechdauer war bei einem Follow-up von 17,2 Monaten noch nicht erreicht, bei 70% der Patienten hielt das Ansprechen zum Auswertungszeitpunkt noch an. Das mediane Gesamtüberleben (OS) lag bei 15,9 Monaten (1). „Das ist klinisch absolut relevant“, so Miller, „besonders in Hinblick auf den historischen Referenzwert von 9,3 Monaten unter der Chemotherapie mit Carboplatin plus Gemcitabin. Beeindruckend ist insbesondere auch die lange Ansprechdauer. Dass wir mUC-Patienten bei guter Verträglichkeit über Monate und Jahre behandeln können, ist völlig neu“ (2 ).

mRCC: Vielversprechende Kombinationen

Auch beim mRCC hat die Mono-Immuntherapie das Therapiespektrum erweitert. Studiendaten aus der Phase-III-Studie IMmotion151 unterstreichen das Potenzial von Checkpoint-Inhibitoren als Kombinationspartner. Wie Prof. Dr. Jens Bedke (Tübingen) berichtete, konnte das PFS bei nicht vorbehandelten Patienten mit einer PD-L1-Expression ≥1% durch die Kombination von Atezolizumab mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab im Vergleich mit Sunitinib signifikant verlängert werden (11,2 vs. 7,7 Monate; HR=0,74; 95%-KI: 0,57-0,96; p=0,02). Sie war zudem besser verträglich (3).

Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Symposium „Weitergedacht in der Krebsimmuntherapie urogenitaler Tumoren“, DKK, , 23.02.2018, Berlin; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Balar AV et al. Lancet 2017;389 (10064): 67-76
(2) De Santis M et al. J Clin Oncol. 2012 Jan 10;30(2):191-9
(3) Motzer R et al. ASCO-GU 2018; abstr. 578


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