Mittwoch, 19. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

29. November 2018 Vorbehandelte CLL-Patienten: Venetoclax + Rituximab ermöglichen chemotherapiefreie Behandlung

Ab der Zweitlinie kann bei Patienten mit rezidivierender/refraktärer chronisch lymphatischer Leukämie (r/r CLL) nun erstmals auch ein chemotherapiefreies Schema eingesetzt werden. Die europäische Kommission hatte die Zulassung für Venetoclax (Venclyxto®) in Kombination mit dem Anti-CD20-Antikörper Rituximab (VenR) zum 31.10.2018 erweitert, nachdem das Schema in der MURANO-Studie im Vergleich zur Standard-Chemotherapie das Progressionsrisiko stark reduziert und das Gesamtüberleben (OS) verlängert hatte. Besonders tiefe Remissionen machen es nun möglich, die Patienten risikoadaptiert und zeitlich begrenzt zu behandeln.
Anzeige:
Die noch gültige Onkopedia-Leitlinie sieht bei r/r CLL eine erneute Chemo-Immuntherapie und den Einsatz zielgerichteter Substanzen vor. Wie Prof. Dr. Christian Reinhardt, Universitätsklinkum Köln, erläuterte, führt Venetoclax durch BCL2-Hemmung zur Apoptose leukämischer Zellen und zeige (prä-)klinisch auch Aktivität gegen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome (B-NHLs) einschließlich der CLL. Sein Einsatz als Monotherapie ist aber bei Hochrisikopatienten  mit CLL angesichts erworbener Resistenzen limitiert, so Reinhardt. Wird Venetoclax aber mit Rituximab kombiniert, zeigen sie synergistische Wirkungen und erweitern so die Möglichkeiten.

In der randomisierten, klinische Phase-III-Studie MURANO (1) waren Wirksamkeit und Sicherheit von VenR gegenüber dem Standard Bendamustin/Rituximab (BR) bei Patienten mit r/r CLL geprüft worden. Die primäre Auswertung deckte eine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) unter VenR vs. dem Vergleichsschema BR auf, - entsprechend einem um 83% reduzierten Progressionsrisiko sowie einem verlängerten OS (HR=0,48), berichtete Prof. Dr. Clemens Wendtner, Klinikum Schwabing, München. Besonders wertvoll sei, dass die Mehrheit der Studienteilnehmer bei der Bestimmung nach 9 Monaten unter VenR im Unterschied zu BR MRD-Negativität (sekundärer Endpunkt) erreicht hätten (62,4% im VenR-Arm vs. 13,3% im BR-Arm), sodass die Therapiedauer beim Einsatz von VenR anders als beim bisherigen Standard zeitlich begrenzt werden kann. Da zudem das Sicherheitsprofil in der Studie keine Überraschungen gebracht hat, könnte die Kombination durchaus ab der Zweitlinie als zukünftiger Standard für Patienten mit r/r CLL in aktualisierte Leitlinien eingehen.

Ute Ayazpoor

Quelle: Fachpressekonferenz „Zulassungserweiterung für Venetoclax in der Indikation chronische lymphatische Leukämie (CLL)", 15.11.2018, Frankfurt am Main; Veranstalter: AbbVie

Literatur:

(1) Seymour JF et al. N Engl J Med 2018;378(12):1107-1120.


Das könnte Sie auch interessieren

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 16. November 2017 findet zum vierten Mal der Welt-Pankreaskrebstag statt. An diesem Tag erstrahlen weltweit zahlreiche Sehenswürdig-keiten in Lila, der offiziellen Farbe des Welt-Pankreaskrebstages – von der Semperoper in Dresden bis zum Rickmer Rickmers Museumsschiff im Hamburger Hafen. Ziel ist es, die breite Öffentlichkeit über die Erkrankung aufzuklären, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und den Patienten und deren Angehörigen Mut zu machen. In...

11. Krebsaktionstag: Austausch zu Alltagsfragen

11. Krebsaktionstag: Austausch zu Alltagsfragen
Universitätsklinikum Ulm

Senkt Sport das Rückfallrisiko bei Krebs? Welcher Badeanzug steht mir nach der Brustamputation? Wie ernähre ich mich so, dass ich fit bleibe? Um diese und weitere Fragen dreht sich der 11. Krebsaktionstag der Medizinisch-Onkologischen Tagesklinik (MOT) der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm. Krebspatient*innen, Angehörige und Interessierte sind am Freitag, den 14.09.2018 herzlich eingeladen, sich von 10.00 bis 16.30 Uhr bei kostenfreien Vorträgen...

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Kinderwunsch und Krebs

Kinderwunsch und Krebs
© Photographee.eu / fotolia.com

Möchte ich eine Familie gründen oder noch weitere Kinder haben? Mit dieser Frage müssen sich junge Krebspatientinnen und -patienten vor einer Krebstherapie – also unmittelbar nach der Diagnose – auseinandersetzen. Denn die Behandlung, die ihnen hilft, den Krebs zu besiegen, beeinträchtigt häufig gleichzeitig die Fruchtbarkeit. Auch wenn die Zeit drängt, ist es wichtig, sich vor Behandlungsbeginn mit diesem wichtigen Thema zu befassen.

Brustkrebs: Was leisten Prognosetests? Unnötige Chemotherapien vermeiden

Durch die Möglichkeit, Tumore genetisch zu analysieren, hat sich die Krebstherapie gewandelt. Während früher alle Patienten quasi die gleiche Behandlung wie nach dem „Gießkannenprinzip“ erhielten, steht nun zunehmend der einzelne Patient mit seinen individuellen Tumoreigenschaften im Fokus. Bei Frauen mit Brustkrebs hat diese Entwicklung zu sogenannten Prognosetests geführt, die eine Vorhersage über den Nutzen einer Chemotherapie erlauben,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Vorbehandelte CLL-Patienten: Venetoclax + Rituximab ermöglichen chemotherapiefreie Behandlung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich