Samstag, 25. Januar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

06. März 2014 Neue Studie zum Einfluss von Sport und Ernährung auf erblichen Brust-und Eierstockkrebs

Frauen, die ein erhöhtes Risiko für erblichen Brust- und Eierstockkrebs haben, können in der Frauenklink des Klinikums rechts  der Isar der TU München an einer innovativen Studie teilnehmen. Dabei wird untersucht, inwiefern Lebensstil-Veränderungen in den Bereichen Ernährung und Sport positive Auswirkungen auf die Gesundheit, körperliche Fitness und Lebensqualität der Frauen haben, die das Risikogen in sich tragen. Langfristiges Ziel ist es, herauszufinden, wie ein gesunder Lebensstil den Ausbruch von Brust- oder Eierstockkrebs verhindern oder die Heilungsprognose verbessern kann. An der Studie können Frauen im Alter von 18 bis 70 Jahren teilnehmen, bei denen eine Mutation in den Genen BRCA 1 und BRCA 2 nachgewiesen wurde. Die dreijährige Studie wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Anzeige:

75.000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich an Brust- und  Eierstockkrebs, das sind fast 30% der Krebserkrankungen bei  Frauen insgesamt. In etwa 5-10% der Fälle sind dabei  die Gene BRCA 1 und BRCA 2 betroffen, deren Mutation zu einem  erhöhten Erkrankungsrisiko führt: Für Frauen mit einer solchen  Genmutation besteht ein 80-prozentiges Risiko an Brustkrebs zu  erkranken und ein 60%iges Risiko Eierstockkrebs zu bekommen.

Zahlreiche Studien konnten mittlerweile belegen, dass ausreichend  körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, ein normales Körpergewicht  und eine positive Lebenseinstellung das Erkrankungsrisiko und den  Krankheitsverlauf bei nicht erblichem Brust- und Eierstockkrebs  positiv beeinflussen. Das Ziel der neuen LIBRE-Studie  (Lebensstil-Intervention bei Frauen mit erblichem Brust- und  Eierstockkrebs) ist es daher, einen solchen Zusammenhang zwischen dem Lebensstil und dem Ausbruch und Verlauf der Erkrankung auch bei  familiärem Brustkrebs zu belegen.

In der deutschlandweiten Studie soll zunächst untersucht werden,  inwiefern sich ein strukturiertes Lebensstil-Interventionsprogramm  mit gesunder Ernährung und Sport bei Frauen, die ein erbliches Erkrankungsrisiko haben oder bereits erkrankt sind, positiv auswirken kann. Überprüft wird, ob das Konzept zu einem verbesserten Gesundheitszustand, dem Halten des Normalgewichts, einer  optimistischen Lebensperspektive und einer guten Stressverarbeitung beitragen kann. Die LIBRE-Studie richtet sich daher sowohl an bereits erkrankte als auch an gesunde Frauen mit BRCA-Mutationen zwischen 18  und 70 Jahren. In einer Folgestudie wird der Einfluss dieser Lebensstilfaktoren auf  die Krebserkrankung untersucht, um dadurch möglicherweise nicht nur  das Ausbruchsrisiko zu senken, sondern auch Heilungschancen zu  verbessern und einen Rückfall verhindern zu können.

Das Prinzip der Studie ist ein Gruppenvergleich: Teilnehmerinnen in  der Kontrollgruppe werden zu Beginn der Studie sportmedizinisch  untersucht und erhalten eine umfassende Beratung zu Ernährung und körperlicher Fitness. Die Teilnehmerinnen der "Interventionsgruppe"  durchlaufen ein dreimonatiges strukturiertes Sport- und  Ernährungsprogramm unter ärztlicher Betreuung. In beiden Gruppen werden zunächst nach drei Monaten und dann einmal jährlich klinische  Untersuchungen und Befragungen zur Kontrolle der Lebensstilveränderung durchgeführt.

Leiterin der LIBRE-Studie ist Prof. Marion Kiechle, Direktorin der  Frauenklinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar. Die Studie startete Ende Februar 2014 zunächst in den Zentren für familiären  Brust- und Eierstockkrebs der Deutschen Krebshilfe e.V. in München, Köln und Kiel und ein Jahr später in allen Zentren deutschlandweit.

Weitere Informationen zur LIBRE-Studie finden Sie unter http://www.frauenklinik.med.tum.de/

Quelle: Klinikums rechts der Isar.


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention
© nerthuz / Fotolia.com

Ein Großteil der Lungenkrebserkrankungen wäre vermeidbar, insbesondere durch konsequente Tabak-Kontrollmaßnahmen. Der wichtigste Schlüssel auf dem Weg zur Präzisions-Medizin ist die molekulare Diagnostik, sie bildet die Basis für eine zunehmend individualisierte und damit wirksamere Therapie beim Lungenkrebs. Gezielte Screening-Programme bei Rauchern mit besonders hohem Lungenkrebs-Risiko könnten die Sterblichkeit deutlich senken. Multimodale...

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren
© serhiibobyk / Fotolia.com

Etwa jede achte Frau erkrankt hierzulande an Brustkrebs. Insgesamt betrifft dies 72.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Obwohl Brustkrebs in erster Linie eine Erkrankung der Frau nach den Wechseljahren ist, können auch deutlich jüngere Frauen erkranken. Aber – für welche Frau macht welche Untersuchung in welchem Alter Sinn? Das Mammographie-Screening-Programm gilt für Frauen von 50 bis 69 Jahren. Was insbesondere Frauen außerhalb des „Screening-Alters“...

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Neue Studie zum Einfluss von Sport und Ernährung auf erblichen Brust-und Eierstockkrebs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2019
  • Erhöhte Knochendichte ist ein ungünstiger prognostischer Faktor bei aggressiver systemischer Mastozytose
  • Neue ITP-Leitlinien der ASH unterstreichen die Bedeutung von Thrombopoetinrezeptor-Agonisten für die Zweitlinientherapie der ITP
  • Registerdaten aus dem klinischen Alltag zur CAR-T-Zell-Therapie bei DLBCL-Patienten
  • CML: Real-world-Daten zeigen besseres zytogenetisches und molekulares Ansprechen durch Zweitgenerations-TKI
  • Polycythaemia Vera: Post-hoc-Analyse des Langzeitansprechens auf Ruxolitinib
  • Transfusionspflichtige Myelodysplastische Syndrome: Ansprechen auf Eisenchelation geht im klinischen Alltag mit Überlebensverbesserung einher
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Verhältnis von RNA- und DNA-basierten quantitativen KIT D816V-Mutationsanalysen prognostisch relevant
  • Ruxolitinib moduliert Mikroenvironment des Knochenmarks bei der Myelofibrose
  • CML: TIGER-Studie bestätigt tiefes und anhaltendes molekulares Ansprechen unter Nilotinib-basierter Therapie
  • Sichelzellanämie: Reduktion schmerzhafter vaso-okklusiver Krisen verringert Organschädigungen und verbessert Lebensqualität