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Medizin

06. März 2014 Neue Studie zum Einfluss von Sport und Ernährung auf erblichen Brust-und Eierstockkrebs

Frauen, die ein erhöhtes Risiko für erblichen Brust- und Eierstockkrebs haben, können in der Frauenklink des Klinikums rechts  der Isar der TU München an einer innovativen Studie teilnehmen. Dabei wird untersucht, inwiefern Lebensstil-Veränderungen in den Bereichen Ernährung und Sport positive Auswirkungen auf die Gesundheit, körperliche Fitness und Lebensqualität der Frauen haben, die das Risikogen in sich tragen. Langfristiges Ziel ist es, herauszufinden, wie ein gesunder Lebensstil den Ausbruch von Brust- oder Eierstockkrebs verhindern oder die Heilungsprognose verbessern kann. An der Studie können Frauen im Alter von 18 bis 70 Jahren teilnehmen, bei denen eine Mutation in den Genen BRCA 1 und BRCA 2 nachgewiesen wurde. Die dreijährige Studie wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

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75.000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich an Brust- und  Eierstockkrebs, das sind fast 30% der Krebserkrankungen bei  Frauen insgesamt. In etwa 5-10% der Fälle sind dabei  die Gene BRCA 1 und BRCA 2 betroffen, deren Mutation zu einem  erhöhten Erkrankungsrisiko führt: Für Frauen mit einer solchen  Genmutation besteht ein 80-prozentiges Risiko an Brustkrebs zu  erkranken und ein 60%iges Risiko Eierstockkrebs zu bekommen.

Zahlreiche Studien konnten mittlerweile belegen, dass ausreichend  körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, ein normales Körpergewicht  und eine positive Lebenseinstellung das Erkrankungsrisiko und den  Krankheitsverlauf bei nicht erblichem Brust- und Eierstockkrebs  positiv beeinflussen. Das Ziel der neuen LIBRE-Studie  (Lebensstil-Intervention bei Frauen mit erblichem Brust- und  Eierstockkrebs) ist es daher, einen solchen Zusammenhang zwischen dem Lebensstil und dem Ausbruch und Verlauf der Erkrankung auch bei  familiärem Brustkrebs zu belegen.

In der deutschlandweiten Studie soll zunächst untersucht werden,  inwiefern sich ein strukturiertes Lebensstil-Interventionsprogramm  mit gesunder Ernährung und Sport bei Frauen, die ein erbliches Erkrankungsrisiko haben oder bereits erkrankt sind, positiv auswirken kann. Überprüft wird, ob das Konzept zu einem verbesserten Gesundheitszustand, dem Halten des Normalgewichts, einer  optimistischen Lebensperspektive und einer guten Stressverarbeitung beitragen kann. Die LIBRE-Studie richtet sich daher sowohl an bereits erkrankte als auch an gesunde Frauen mit BRCA-Mutationen zwischen 18  und 70 Jahren. In einer Folgestudie wird der Einfluss dieser Lebensstilfaktoren auf  die Krebserkrankung untersucht, um dadurch möglicherweise nicht nur  das Ausbruchsrisiko zu senken, sondern auch Heilungschancen zu  verbessern und einen Rückfall verhindern zu können.

Das Prinzip der Studie ist ein Gruppenvergleich: Teilnehmerinnen in  der Kontrollgruppe werden zu Beginn der Studie sportmedizinisch  untersucht und erhalten eine umfassende Beratung zu Ernährung und körperlicher Fitness. Die Teilnehmerinnen der "Interventionsgruppe"  durchlaufen ein dreimonatiges strukturiertes Sport- und  Ernährungsprogramm unter ärztlicher Betreuung. In beiden Gruppen werden zunächst nach drei Monaten und dann einmal jährlich klinische  Untersuchungen und Befragungen zur Kontrolle der Lebensstilveränderung durchgeführt.

Leiterin der LIBRE-Studie ist Prof. Marion Kiechle, Direktorin der  Frauenklinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar. Die Studie startete Ende Februar 2014 zunächst in den Zentren für familiären  Brust- und Eierstockkrebs der Deutschen Krebshilfe e.V. in München, Köln und Kiel und ein Jahr später in allen Zentren deutschlandweit.

Weitere Informationen zur LIBRE-Studie finden Sie unter http://www.frauenklinik.med.tum.de/

Quelle: Klinikums rechts der Isar.


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