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Medizin

27. Juni 2019 Mammakarzinom im Frühstadium: Test gibt Aufschluss über Erfolg einer Chemotherapie

Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) empfiehlt in ihren aktualisierten Guidelines for Use of Biomarkers to Guide Decisions on Adjuvant
Systemic Therapy, bei Patientinnen mit Lymphknoten-negativem Mammakarzinom im Frühstadium die Entscheidung über eine mögliche Chemotherapie anhand des Oncotype DX Breast Recurrence Score® Tests und der TAILORx-Ergebnisse zu steuern. Die am 3. Juni 2019 vorgelegte Neufassung der ASCO-Richtlinien berücksichtigt den hohen Evidenzgrad der TAILORx-Studie und ihre Ergebnisse, die die Zahl derjenigen Patientinnen deutlich erhöht,
die bei Einsatz des Oncotype DX® Tests ohne Chemotherapie effektiv behandelt werden können. Die Testung wird durch diese Aktualisierung der ASCO Richtlinien, ebenso wie durch die zuvor veröffentlichte NCCN Guideline, als ein neuer Standard für Patientinnen mit nodal negativem Mammakarzinom festgelegt.
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Fachinformation
Stratifizierung nach klinischem Risiko nicht ausreichend

Eine Sekundäranalyse, die die Ergebnisse der TAILORx-Studie bestätigt und neue Befunde zum klinischen Risiko bei Patientinnen unter 50 Jahren mit Brustkrebs im Frühstadium liefert, wurde auf der Jahrestagung der ASCO 2019 vorgestellt. Diese Analyse zeigt, dass die Stratifizierung der Patientinnen nach dem klinischen Risiko (Tumorgröße und histologischer Grad) nicht ausreichend ist, um die Notwendigkeit einer Chemotherapie vorauszubestimmen. Das klinische Risiko liefert prognostische Informationen, die den Oncotype DX Breast Recurrence Score® Test ergänzen und dabei helfen können, jüngere Frauen zu identifizieren, die von einer effektiveren Therapie profitieren würden.

Zu den neuen Ergebnissen der TAILORx-Studie

Ein sekundäres Ziel der TAILORx-Studie war, zu prüfen, ob das klinische Risiko die Ergebnisse des Recurrence Score® um weitere prognostische oder prädiktive Informationen ergänzen kann. Von 9.427 Patientinnen, die mit Oncotype DX® Test getestet wurden und bei denen das klinische Risiko eingeschätzt wurde, wurden 70% mit geringem klinischen Risiko (Tumor ≤ 3 cm und niedriger Grad, ≤ 2 cm und mittlerer Grad oder ≤ 1 cm und hoher Grad) eingestuft und bei 30% wurde hohes klinisches Risiko identifiziert (erfüllen nicht die Kriterien für ein niedriges klinisches Risiko).

Individualisierte Behandlung

Während die Einstufung des klinischen Risikos zusätzliche prognostische Informationen über den Recurrence Score hinaus liefert, sind das krankheitsfreie Überleben und die fernrezidivfreien Intervalle bei der Patientinnengruppe mit einem Recurrence Score von 11-25, sowohl mit als auch ohne Chemotherapie ähnlich groß, unabhängig von dem klinischen Risiko. Insbesondere beweist die neue Analyse, dass Patientinnen im Alter bis 50 mit einem Recurrence Score zwischen 16 und 20 und mit einem geringen klinischen Risiko keine Chemotherapie benötigen. Dr. Steven Shak, wissenschaftlicher Leiter von Genomic Health: „Die zusätzlichen Erkenntnisse aus dieser neuen Analyse bestätigen, dass auch für jüngere Frauen gilt: Die Biologie ihrer Krebserkrankung ist nicht identisch und sie sollten individuell behandelt werden. Eine präzise Einschätzung erfolgt nur, wenn das klinische Risiko sowie die Ergebnisse des Oncotype DX® Tests berücksichtigt werden.“

G-BA Entscheidung in Deutschland

Nachdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Oncotype DX® Test im September 2018 positiv bewertet hat, wird demnächst eine Entscheidung über die Erstattung des Oncotype DX® Tests erwartet.

Der Oncotype DX® Test

Der Oncotype DX Brustkrebstest ist der einzige genomische Test, der sowohl für eine sichere Aussage über den zu erwartenden Nutzen einer Chemotherapie als auch über das Rückfallrisiko bei Brustkrebs im Frühstadium validiert ist. Brustkrebs ist in Europa die unter Frauen meistverbreitete Krebsart (1). Sie tritt bei vielen in der Lebensphase auf, in der sie sich der Karriere und der Familie widmen. Während die Chemotherapie routinemäßig angeboten wird, zeigt die Forschung, dass nur eine Minderheit der Patienten mit Brustkrebs im Frühstadium tatsächlich davon profitiert (2,3).

Der Test wurde entwickelt, um auf Grundlage von Informationen über die Biologie des individuellen Brustkrebses eine sinnvolle Therapieentscheidung zu treffen und die Behandlung individuell abzustimmen. Der Test verringert die Anzahl der unnötigen Chemotherapien und die damit einhergehenden Kosten für das Gesundheitswesen signifikant. Eine deutsche Analyse aus dem Jahr 2017 schätzt die möglichen Einsparungen bei den gesamtgesellschaftlichen Kosten durch den Test auf mehr als 253 Millionen Euro pro Jahr (4).

Der Oncotype DX Test ist in den wichtigsten internationalen Leitlinien enthalten und wird von verschiedenen Gesundheitssystemen in Europa erstattet. Nach Bewertung und Empfehlung durch das NICE ist der Test für alle britischen Patientinnen mittlerweile sehr gut verfügbar. Patientinnen in Frankreich können den Oncotype DX Test dank eines speziellen Finanzierungsmodells für innovative Diagnostik nutzen. In Europa erstatten u. a. auch die
Schweiz, Irland, Griechenland und Spanien den Test.

Um mehr über Oncotype DX Test zu erfahren, besuchen Sie: www.OncotypeIQ.de

Quelle: Genomic Health

Literatur:

(1) Ferlay J et al, Eur J Cancer. 2013.
(2) Paik et al. J Clin Oncol. 2006.
(3) Early Breast Cancer Trialists’ Collaborative Group (EBCTCG) et al. Lancet. 2012.
(4) Lux MP, Nabieva N, Hildebrandt T, Rebscher H, Kümmel S, Blohmer JU, Schrauder MG. Budget impact analysis of gene expression tests to aid therapy decisions for breast cancer patients in Germany. Breast. 2017. Nov 9; 37: 89-98. doi: 10.1016/j.breast.2017.11.002.


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