Dienstag, 16. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

25. Juni 2019 Mammakarzinom im Frühstadium: Genexpressionstest zur Entscheidung pro/contra Chemotherapie erstattungsfähig

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine positive Erstattungsentscheidung für den Genexpressionstest verabschiedet, den alle Patientinnen mit primärem Hormonrezeptor-positivem, HER2/neu-negativem und nodal-negativem Mammakarzinom im Frühstadium in Anspruch nehmen können, bei denen eine Entscheidung für oder gegen Chemotherapie alleine aufgrund der klinischen und pathologischen Parameter nicht möglich ist.
Anzeige:
Klinische und pathologische Parameter unzureichend

Die Entscheidung des G-BA folgt dem im September 2018 veröffentlichten Addendum des Abschlussberichts des Deutschen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das IQWiG bestätigt hierin, dass – nach den Ergebnissen der TAILORx-Studie (1) – nur der Oncotype DX® Test ausreichende Evidenz für eine Entscheidung über den Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie aufweisen konnte. Ergebnisse aus einer kürzlich veröffentlichten (2) Sekundäranalyse der TAILORx-Studie (1) bestätigen die primären Ergebnisse und zeigen zudem, dass klinische und pathologische Parameter generell nur prognostische Informationen liefern.

Genexpressionstest bedeutend für Therapieentscheidung

„Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Patientinnen sollten nur dann eine Chemotherapie erhalten, wenn sie einen wesentlichen Nutzen daraus ziehen können, der die immense Belastung durch die Nebenwirkungen rechtfertigt“, sagte Renate Haidinger, Vorsitzende des Brustkrebs Deutschland e.V. „Genexpressionstests wie der Oncotype DX® Test können bei der Therapieentscheidung eine wichtige Rolle spielen. Wir freuen uns, nun Patientinnen in Deutschland über die Vorteile, die Verfügbarkeit und die Erstattung des Testes informieren zu können.“

Personalisierte Behandlung möglich

„Die Entscheidung des G-BA ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer personalisierten Behandlung von Brustkrebspatientinnen in Deutschland“, sagte Prof. Ulrike Nitz, Leiterin des Brustzentrums am Evangelischen Krankenhaus Bethesda in Mönchengladbach. „Der Oncotype DX® liefert für jede Patientin die genauesten Informationen über den möglichen Behandlungserfolg einer Chemotherapie. Er ermöglicht durch korrektere Indikationsstellung die Behandlung wesentlich effektiver zu gestalten und sollte routinemäßig bei allen in Frage kommenden Patientinnen angewendet werden.“
„Wir begrüßen die Entscheidung des G-BA, besonders weil jeden Tag in Deutschland etwa 100 Frauen mit nodal-negativem frühem Brustkrebs vor einer schwierigen persönlichen Therapieentscheidung stehen. Bis heute hatten viele nicht die Möglichkeit, den Oncotype DX® Test zu nutzen. Stattdessen mussten sie sich auf rein prognostische Parameter verlassen, die zwar das Progressionsrisiko bestimmen, aber keine Hinweise darauf liefern können, ob eine Chemotherapie in ihrem speziellen Fall von Nutzen ist“, so Erwin Morawski, Group Country Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Genomic Health. „Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Krankenkassen, um allen Patientinnen, die dafür in Frage kommen, einen Zugang zu dieser Diagnostik pragmatisch, schnell und einfach zu gewährleisten.“

Quelle: Genomic Health

Literatur:

(1) Sparano et al. New Engl J Med. 2018.
(2) Sparano et al. New Engl. J Med. 2019.


Das könnte Sie auch interessieren

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs
© Die-Schönen-Momente.de

Accuray Inc. präsentiert Die-Schoenen-Momente.de, eine neue Patientenwebsite zum Thema Krebs. Die-Schoenen-Momente.de ist eine umfassende Online-Anlaufstelle zu zahlreichen Themen, die Patienten und ihren Angehörigen wichtig sind: von den unterschiedlichen Krebstherapien über die richtige Ernährung bis hin zu Tipps für die Pflege persönlicher Beziehungen. So unterstützt die Website Patienten dabei, trotz Krebserkrankung eine hohe Lebensqualität zu...

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention
© nerthuz / Fotolia.com

Ein Großteil der Lungenkrebserkrankungen wäre vermeidbar, insbesondere durch konsequente Tabak-Kontrollmaßnahmen. Der wichtigste Schlüssel auf dem Weg zur Präzisions-Medizin ist die molekulare Diagnostik, sie bildet die Basis für eine zunehmend individualisierte und damit wirksamere Therapie beim Lungenkrebs. Gezielte Screening-Programme bei Rauchern mit besonders hohem Lungenkrebs-Risiko könnten die Sterblichkeit deutlich senken. Multimodale...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mammakarzinom im Frühstadium: Genexpressionstest zur Entscheidung pro/contra Chemotherapie erstattungsfähig "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren