Sonntag, 25. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

21. November 2018 Malignes Melanom mit Nivolumab effektiv behandeln

In der metastasierten Situation des malignen Melanoms ist die Kombinationstherapie mit Nivolumab/Ipilimumab eine wichtige Weiterentwicklung der immunonkologischen Behandlung. Die Kombination beider Substanzen verlängert die Ansprechdauer gegenüber der jeweiligen Monotherapie sowie die mediane Überlebenszeit der Patienten. Eine wichtige neue Option ist zudem der adjuvante Einsatz von Nivolumab.
Beim malignen Melanom ist Nivolumab seit 2015 zugelassen und hat zunächst als Monotherapie die Wirksamkeit der Behandlung gegenüber der Monotherapie mit Ipilimumab verbessert, erläuterte Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Essen. In der CheckMate-067-Studie (1) konnte gezeigt werden, dass die Kombination beider Checkpoint-Inhibitoren noch deutlich effektiver ist:
Anzeige:
Fachinformation
Nach einer Nachbeobachtungszeit von 36 Monaten war die mediane Überlebenszeit im Nivolumab/Ipilimumab-Arm noch nicht erreicht, betonte Schadendorf. 59% der Patienten hatten zum Auswertungszeitpunkt noch keine Folgetherapie benötigt. In den beiden Monotherapiearmen lag dieser Prozentsatz mit 45% (Nivolumab) bzw. 20% (Ipilimumab) deutlich niedriger. Beeindruckend ist laut Schadendorf auch, dass der Therapieeffekt nach Therapieende anhält. Das zeige der Vergleich der Überlebenszeiten von Patienten, die auf die Behandlung nach 10 Monaten wegen Nebenwirkungen abgebrochen haben mit jenen, die weiter behandelt wurden.

Intrakraniale Wirksamkeit gezeigt

Auch Patienten mit malignem Melanom und 1-2 asymptomatischen Hirnmetastasen profitieren von der Kombinationstherapie, die intrakranial genauso effektiv ist wie extrakranial, erläuterte Prof. Dr. Stephan Grabbe, Mainz. Er verwies auf die CheckMate 204-Studie (2), in der über die Hälfte der Patienten unter Nivolumab/Ipilimumab eine intrakraniale objektive Remission erreichte, darunter 26% komplette Remissionen. Nach einem Jahr waren noch 81,5% der Patienten am Leben.

Nivolumab – neue adjuvante Option

Seit 2018 ist Nivolumab auch für die adjuvante Behandlung von Patienten mit malignem Melanom ab dem Stadium III zugelassen, ergänzte Prof. Ralf Gutzmer, Haut-Tumor-Zentrum, Medizinische Hochschule Hannover. In der CheckMate 238-Studie verlängerte die Monotherapie mit Nivolumab das rezidivfreie Überleben (RFS) der Patienten ab dem Stadium IIIB signifikant gegenüber der Monotherapie mit Ipilimumab (30,8 vs. 24,1 Monate; HR 0,66; p<0,0001) (3, 4). Nach zwei Jahren waren noch 63% der Nivolumab-Patienten ohne Rezidiv vs. 50% im Kontrollarm. Die Wirksamkeitsvorteile zeigten sich unabhängig vom BRAF-Status des Tumors (5). Zugleich wurde Nivolumab deutlich besser von den Patienten vertragen, betonte Gutzmer. 

Birgit Pohlmann
 

Quelle: Satellitensymposium „Wer weiß denn sowas? Experten fragen! Experten antworten“, ADO, 13.09.2018, Stuttgart; Veranstalter: BMS

Literatur:

(1) Wolchok JD et al., NEJM 2017. DOI:10.1056/NEJMoa1709684.
(2) Tawbi HA et al., NEJM 2018, 379: 722-730.
(3) Weber J et al., NEJM 2017, 377: 1824-1835.
(4) Weber J et al., ASCO JCO 2018, 36 (15S): #9502.
(5) Weber J et al., Ann Oncol 2017, 28(5): v605-v649.
 


Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Malignes Melanom mit Nivolumab effektiv behandeln"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren