Mittwoch, 19. Juni 2019
Navigation öffnen

Medizin

23. Oktober 2017 Komplementärmedizin: Patienten wollen das Gefühl haben, selbst etwas für sich tun zu können

Die Therapie des NSCLC erfordere mittlerweile bereits in der Erstlinie eine komplexe Therapieplanung, sagte PD  Dr. Nils Reinmuth. München. Der Patient wolle in vielen Fällen selbst etwas tun, um die Krebsbehandlung zu unterstützen, sagte Prof. Dr. Jutta Hübner, Jena, im Rahmen eines Symposiums auf dem DGHO in Stuttgart. "Auch ohne große Euphorie für Naturheilkunde sollte der Arzt mit diesem ihm entgegengebrachten Vertrauen verantwortungsvoll umgehen."
Anzeige:
Es gebe durchaus sinnvolle komplementärmedizinische Maßnahmen, die der Arzt vorschlagen könne: so helfe Ingwer gegen Erbrechen und Übelkeit, normaler Honig wirke wie Balsam bei Mukositis (wohingegen Manuka-Honig zu aggressiv für die Schleimhäute sei), und Pro- sowie Präbiotika seien bei Diarrhoen durchaus sinnvolle Ergänzungen. Yoga, Qigong und Tai Chi seien unter den verschiedensten Aspekten durchweg empfehlenswert.

Keine Evidenz gebe es dagegen für spezielle Krebsdiäten, Blausäure in Mandelkernen als Nahrungsergänzung oder Carnitin, das neurotoxische Nebenwirkungen nicht verbessere, sondern eher verschlechtere, so Hübner.

Für einiges sei die Evidenzlage nicht eindeutig, z.B für Selen, für das es keine genauen Richt- und Normwerte gebe, jedoch könne in einer nicht akkumulierenden Formulierung damit auch kein Schaden angerichtet werden. Für Mistelpräparate gebe es einen Cochrane-Review, der tatsächlich eine schwache Evidenz für einen Benefit lieferte.

Eine Vitamin-D-Supplementation erscheine sinnvoll, da Studien einen Mangel mit einer schlechten Prognose assoziiert hätten, jedoch benötige man noch mehr Daten. In der Gyn-Onkologie werde Vitamin D i.d.R. supplementiert und die Rationale dafür scheine gegeben. „Die Finger lassen sollte der Patient von hochdosierten Antioxidantien wie Vitamin C, da so Apoptose-Mechanismen abgeschaltet werden könnten und damit  die Wirkung der Chemotherapie an der Tumorzelle abgeschwächt werden könnte.“

Zum Schluss gab Hübner noch den Rat, den Patienten auf einer Seite Papier alles aufschreiben zu lassen, was ihm in der Vergangenheit gutgetan habe, um sich während oder nach der Therapie aus dieser Liste immer wieder gezielt das rauszupicken, was in der Situation helfen kann. "Eine Maßnahme, die genauso auch der Arzt für seine eigene Stressreduktion vornehmen kann."

Antje Blum

Quelle: Symposium „Neue Optionen beim metastasierten NSCLC ohne Treibermutation: Welche Patienten profitieren wirklich“, DGHO, 29.09.2017, Stuttgart; Veranstalter: Lilly


Das könnte Sie auch interessieren

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe
© www.psyche-hilft-koerper.de

Die Website „psyche-hilft-koerper.de“ ermöglicht es, über eine Postleitzahl-Suche Psychoonkologen in der Region, in der man lebt, zu finden. Eine psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten u. a. dabei, ihre Krebserkrankung zu verarbeiten, das seelische Befinden zu verbessern sowie körperliche Ressourcen zu stärken (1). Novartis Oncology hat sich nicht nur der Entwicklung innovativer Arzneimittel verpflichtet, sondern möchte durch Initiativen...

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs
© Olivier Le Moal / Fotolia.com

Der Krebsaktionstag findet alle zwei Jahre am letzten Kongresstag des Deutschen Krebskongresses in Berlin statt und wird von der Stiftung Deutsche Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Berliner Krebsgesellschaft e. V. organisiert. Krebsexperten treffen, Wissen erweitern, Selbsthilfegruppen kennenlernen: Der 8. Krebsaktionstag bietet Ihnen aktuellste Informationen rund um das Thema Krebs. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, an der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Komplementärmedizin: Patienten wollen das Gefühl haben, selbst etwas für sich tun zu können"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren