Dienstag, 25. Juni 2019
Navigation öffnen

Medizin

07. März 2018 Checkpoint-Inhibitoren verbessern Prognose bei urogenitalen Tumoren

Erstmals stehen für die prognostisch ungünstige Gruppe der Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom (mUC), die nicht für eine Cisplatin-Therapie geeignet sind, wirksame Immuntherapien zur Verfügung. Die klinische Bedeutung dieses Fortschritts wurde auf einer Veranstaltung beim Deutschen Krebskongress (DKK) 2018 in Berlin deutlich. Auch beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) zeichnen sich neue Entwicklungen ab.  
Anzeige:
Insbesondere für die 30%-50% der Patienten mit mUC, die nicht für eine Cisplatin-basierte Behandlung infrage kommen, seien die Therapieoptionen bisher äußerst limitiert gewesen, sagte Prof. Dr. Kurt Miller, Berlin. Am Beispiel des PD-L1-Inhibitors Atezolizumab (Tecentriq®) erläuterte er, welche Chancen sich durch die Immuntherapie eröffnen.

mUC: Lang anhaltendes Ansprechen
 
In der einarmigen Phase-II-Studie IMvigor 210 betrug die Ansprechrate bei Cisplatin-ungeeigneten mUC-Patienten unter Atezolizumab 23%. Der Median für die Ansprechdauer war bei einem Follow-up von 17,2 Monaten noch nicht erreicht, bei 70% der Patienten hielt das Ansprechen zum Auswertungszeitpunkt noch an. Das mediane Gesamtüberleben (OS) lag bei 15,9 Monaten (1). „Das ist klinisch absolut relevant“, so Miller, „besonders in Hinblick auf den historischen Referenzwert von 9,3 Monaten unter der Chemotherapie mit Carboplatin plus Gemcitabin. Beeindruckend ist insbesondere auch die lange Ansprechdauer. Dass wir mUC-Patienten bei guter Verträglichkeit über Monate und Jahre behandeln können, ist völlig neu“ (2 ).

mRCC: Vielversprechende Kombinationen

Auch beim mRCC hat die Mono-Immuntherapie das Therapiespektrum erweitert. Studiendaten aus der Phase-III-Studie IMmotion151 unterstreichen das Potenzial von Checkpoint-Inhibitoren als Kombinationspartner. Wie Prof. Dr. Jens Bedke (Tübingen) berichtete, konnte das PFS bei nicht vorbehandelten Patienten mit einer PD-L1-Expression ≥1% durch die Kombination von Atezolizumab mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab im Vergleich mit Sunitinib signifikant verlängert werden (11,2 vs. 7,7 Monate; HR=0,74; 95%-KI: 0,57-0,96; p=0,02). Sie war zudem besser verträglich (3).

Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Symposium „Weitergedacht in der Krebsimmuntherapie urogenitaler Tumoren“, DKK, , 23.02.2018, Berlin; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Balar AV et al. Lancet 2017;389 (10064): 67-76
(2) De Santis M et al. J Clin Oncol. 2012 Jan 10;30(2):191-9
(3) Motzer R et al. ASCO-GU 2018; abstr. 578


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren
© serhiibobyk / Fotolia.com

Etwa jede achte Frau erkrankt hierzulande an Brustkrebs. Insgesamt betrifft dies 72.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Obwohl Brustkrebs in erster Linie eine Erkrankung der Frau nach den Wechseljahren ist, können auch deutlich jüngere Frauen erkranken. Aber – für welche Frau macht welche Untersuchung in welchem Alter Sinn? Das Mammographie-Screening-Programm gilt für Frauen von 50 bis 69 Jahren. Was insbesondere Frauen außerhalb des „Screening-Alters“...

Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: „Aktiv gegen Krebs“

Das Vermitteln von Wissen zum Thema Krebs versteht die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. (SKG) als ihre vordringlichste Aufgabe. Das betrifft das Wissen der Betroffenen, also der an Krebs erkrankten Menschen, die sich in allen
Fragen rund um ihre Erkrankung an die SKG wenden können, wie auch das Wissen der Bevölkerung. "Wir wollen vermitteln, dass man mit Krebs leben kann", erklärt Professor Dr. Ursula Froster, Vorstandsvorsitzende der SKG.

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Checkpoint-Inhibitoren verbessern Prognose bei urogenitalen Tumoren"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich