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Medizin

21. November 2017 Brustkrebstest bietet hohes Einsparpotential für Kostenträger und Gesellschaft

Chemotherapien sind mit schlimmen Nebenwirkungen und Langzeitschäden verbunden. Dabei ist bei vielen dieser Therapien nicht sicher, ob die Patientin überhaupt davon profitiert. Auf Basis des „Oncotype DX Breast Recurrence Score®“-Tests können Brustkrebspatientinnen nicht nur gezielter und zumeist schonender behandelt werden, es fallen auch wesentlich geringere Kosten für das Gesundheitswesen und die Gesellschaft an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Budget-Impact-Analyse von Prof. Dr. Michael P. Lux (Universitätsklinikum Erlangen) und Kollegen, die kürzlich im Fachmagazin „The Breast“ veröffentlicht wurde (1).
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Prof. Dr. Herbert Rebscher, Co-Autor der Analyse und ehemaliger Vorsitzender des Vorstandes der DAK-Gesundheit, sagte: „Der Einsatz des "Oncotype DX"-Tests in der klinischen Praxis kann nicht nur unnötige Schäden und Beeinträchtigungen durch Chemotherapien verhindern, sondern auch hohe Kosten einsparen – nicht nur für die Krankenkassen, sondern für unsere gesamte Gesellschaft. Die Ergebnisse unserer Analyse unterstreichen, wie auch zahlreiche weitere wissenschaftliche Publikationen, dass der Oncotype DX in die Regelversorgung aufgenommen werden sollte.“

Die Analyse geht davon aus, dass etwa 20.000 Patientinnen pro Jahr für einen so genannten Genexpressionstest in Frage kommen, weil bei ihnen unklar ist, ob sie von einer Chemotherapie profitieren können. Um Untertherapien zu vermeiden, bekommen diese Brustkrebspatientinnen häufig eine Chemotherapie, die für einen beträchtlichen Teil von ihnen keinen Nutzen hat. Dabei fallen für Chemotherapien hohe medizinische und nicht-medizinische Kosten an. Diese schätzen die Autoren der Analyse pro Chemotherapie und Jahr auf 19.003 Euro für die Kostenträger und 84.412 Euro für die Gesamtgesellschaft. In der Analyse kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass auch, wenn zunächst Kosten für den Genexpressionstest anfallen, die Kosten substantiell reduziert werden können, wenn der Oncotype DX zur Therapieentscheidung genutzt wird. Viele der Patientinnen, die normalerweise mit einer Chemotherapie behandelt würden, entscheiden sich auf der Basis ihres Recurrence Score®-Ergebnisses gegen eine Chemotherapie, da sie sehr wahrscheinlich nicht von der Chemo profitieren würden. Das gelte sowohl für nodal-positive (1-3 befallene Lymphknoten) als auch für nodal-negative Patientinnen. Im Vergleich zur Regelversorgung ergaben sich bei Therapieentscheidungen basierend auf dem „Oncotype DX“-Testergebnis jährliche Kosteneinsparungen von 5,9 Millionen Euro für die Kostenträger und 253 Millionen Euro für die Gesellschaft.

Auf Basis der publizierten prospektiven Studien zur Entscheidungsfindung ist der Oncotype DX der einzige Genexpressionstest, für den die Analyse potentielle Kosteneinsparungen gegenüber der Regelversorgung ergibt. Im Vergleich zu anderen Genexpressionstests empfahl der Test den wenigsten Patientinnen eine adjuvante Chemotherapie. Er verursachte daher sowohl verglichen mit den anderen Tests als auch mit der Regelversorgung die niedrigsten Kosten – obwohl die Kosten pro Test beim Oncotype DX höher liegen als bei den anderen Tests. Prof. Dr. Michael P. Lux, Leiter der Untersuchung und stellvertretender Direktor der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, sagte: „Es ist wichtig, dass sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Patientinnen wissen, dass eine Chemotherapie bei vielen Patientinnen im Vergleich zu den Nebenwirkungen und Nachteilen für die Lebensqualität einen sehr geringen Nutzen hat. Somit muss die Indikation zu einer Chemotherapie jeweils individuell für jede Patientin geplant und Vor- und Nachteile gemeinsam mit der Patientin abgewogen werden. Der "Oncotype DX-Test ist ein wichtiges Instrument, um Über- oder Untertherapien zu vermeiden. Dabei ist er zuverlässig. Das bestätigen viele Studien – auch aktuelle Ergebnisse von den großen Kongressen in diesem Jahr. Wie unsere Analyse zeigt, hilft der Test aber nicht nur den Patientinnen, sondern auch den Kostenträgern und der Gesamtgesellschaft.“

Große prospektive Studien bestätigen die Zuverlässigkeit des „Oncotype DX“-Tests. In den Studien „TAILORx“ und „PlanB“ beispielsweise, lag das Gesamtüberleben der Frauen, denen der Test ein niedriges Risiko voraussagte und die deshalb auf eine Chemotherapie verzichteten, nach einem Beobachtungszeitraum von 5 Jahren bei 98 % („TAILORx“) bzw. 99 % („PlanB“). Der Test ist in die wichtigsten internationalen Leitlinien aufgenommen worden und wird von verschiedenen Gesundheitssystemen in Europa (etwa in Frankreich, England, Spanien und der Schweiz) bereits regulär erstattet.

Quelle: genomic health

Literatur:

(1) Lux MP, Nabieva N, Hildebrandt T et al.
Budget impact analysis of gene expression tests to aid therapy decisions for breast cancer patients in Germany.
Breast. 2017 Nov 9;37:89-98. doi: 10.1016/j.breast.2017.11.002.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29128582


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