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Medizin

29. Januar 2018
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Abirateronacetat in 3 Indikationen beim metastasierten Prostatakarzinom

Seit seiner Zulassungserweiterung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA im November 2017 kann Abirateronacetat (Zytiga®) von Janssen plus Prednison/Prednisolon jetzt auch eingesetzt werden in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) bei Männern mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-mHSPC (metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom). Prostatakarzinom-Experten werteten dies auf einer Pressekonferenz als deutlichen Fortschritt für die Patienten.
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Fachinformation
Bei der weit überwiegenden Mehrheit der Patienten wird das Prostatakarzinom in einem sehr frühen Stadium entdeckt. Doch bei einigen Betroffenen ist der Tumor bereits zum Zeitpunkt der Erstdiagnose metastasiert. In den USA beläuft sich deren Anteil nach Angaben von Prof. Dr. Jürgen Gschwend, Urologische Klinik und Poliklinik der Technischen Universität München Klinikum rechts der Isar, auf etwa 3% (1). Da diese Patientengruppe nicht antihormonell vorbehandelt ist, etwa mit der üblichen medikamentösen Kastration, spricht ihre Erkrankung noch hierauf an, d.h. sie haben ein metastasiertes hormon- bzw. kastrationssensitives Prostatakarzinom (mHSPC).
 
Seit 2016 wird mHSPC-Patienten, die hierfür fit genug sind, gemäß Leitlinien eine Chemohormontherapie empfohlen, bestehend aus Docetaxel* plus einer ADT (2,3). Diese stellte nach den Ausführungen von PD Dr. Henrik Suttmann vom Urologikum in Hamburg einen Durchbruch dar. Denn sie konnte in den Studien CHAARTED und STAMPEDE beim mHSPC gegenüber einer alleiniger ADT, die jahrzehntelang der Standard in diesem Stadium war, das Gesamtüberleben signifikant verlängern (p<0,001, p=0,006) (4,5).
 
Hürden für die Chemohormontherapie
 
Doch im Alltag gibt es eine Reihe von Hürden, die den Einsatz der Chemotherapie bei dieser Indikation erschweren können. Hierzu gehören u.a. das oft fortgeschrittene Alter und der schlechte Gesundheitszustand der Betroffenen. Denn in den genannten Phase-III-Studien waren unter der Chemohormontherapie teils schwere Toxizitäten, etwa Neuropathien und höhergradige febrile Neutropenien aufgetreten (4,5). Darüber hinaus möchten die Patienten häufig keine Chemotherapie. Sie hätten Bedenken wegen subjektiver Nebenwirkungen wie Übelkeit und Haarausfall sowie der notwendigen Infusionen, erklärte Suttmann. Außerdem ist Docetaxel für diese Therapie nicht zugelassen.
 
Ähnliche Wirksamkeit, bessere Verträglichkeit

 
Vor diesem Hintergrund werteten die beiden Experten die LATITUDE-Studie, die beim Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2017 vorgestellt wurde und die Grundlage für die Indikationserweiterung von Abirateronacetat ist, als nächsten großen Fortschritt. Denn in der Studie hatte der Androgen-Biosynthesehemmer plus Prednison/Prednisolon# (Abirateron/P) in Kombination mit einer ADT bei einer ähnlichen Indikation das Gesamtüberleben im Vergleich zu Placebos plus ADT ebenfalls signifikant verlängert (p<0,001) (1).
 
"Die Ergebnisse sind toll für die Patienten und uns Ärzte", erklärte Suttmann. "In der sehr ähnlichen CHAARTED-Studie erzielte eine Chemohormontherapie letztendlich sehr vergleichbare Ergebnisse wie die Hormontherapie mit Abirateronacetat in der LATITUDE-Studie. Die Hormontherapie ist jedoch oral und im Allgemeinen gut verträglich", fügte er hinzu.
 
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