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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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11. Mai 2017

mRCC: App erleichtert den Praxisalltag von der Diagnose bis zur Nachsorge

Die Therapie beim fortgeschrittenen und metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) hat sich in der letzten Dekade enorm weiterentwickelt. Dank einer Reihe neuer Medikamente kann den Patienten heute oft eine Sequenz mehrerer Therapielinien angeboten werden. Eine innovative App fasst jetzt produktneutral das gesamte Wissen von der Diagnostik, über Therapieleitlinien und Nebenwirkungsmanagement bis zur Nachsorge zusammen.
Entwickelt wurde die App „Nierenzellkarzinom Transparent“ als Teil der Weiterbildungsinitiative „Nierenzellkarzinom im Dialog“ (NiD) mit Unterstützung von Novartis Oncology von Experten aus Fachgesellschaften, Arbeitsgemeinschaften und Berufsverbänden aus Urologie und Onkologie. Die, für iOS, Android und als Web-Version unter www.nierenzellkarzinom.info verfügbare App mache damit den neuesten Stand von Wissenschaft und Forschung zum mRCC „für die Kitteltasche“ verfügbar, indem sie das komplexe Wissen aus fünf nationalen und internationalen Leitlinien bündele, so Dr. Friedrich Overkamp von OncoConsult, Hamburg.

Bei der Auswahl einer evidenzbasierten Therapie etwa finde man in der App die beim mRCC als Erstlinie empfohlenen oralen Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) Pazopanib und Sunitinib, ergänzte Prof. Edwin Herrmann, Universität Münster. Darüber hinaus liefere sie aktuelle Daten zu den zugelassenen Substanzen und deren vergleichender Wirksamkeit und Verträglichkeit. Auch Therapiemöglichkeiten bei Progression der Erkrankung werden dort dargestellt und ihre Effektivität sowie Nebenwirkungsprofile erläutert.

Auf die Bedeutung des Therapiemanagements für die Adhärenz der Patienten wies Prof. Axel Merseburger, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, hin. „Die Adhärenz bei einer Firstline-mRCC-Therapie liegt nach 120-180 Tagen nur bei etwa 50%“, so der Onkologe. Die App erfasse die häufigsten Nebenwirkungen der verfügbaren Therapien und gebe nützliche Empfehlungen zur Verbesserung der Adhärenz.

Auch die Nachsorge ist ein klinisch relevantes Thema, so Prof. Axel Hegele, Universität Gießen-Marburg. Etwa 12-14% der RCC sind bereits bei der Diagnosestellung (synchron) metastasiert, knapp 30% der operierten Patienten bekommen innerhalb der ersten drei Jahre, aber auch später, etwa nach mehr als zehn Jahren post OP (metachrone) Metastasen. Gemäß der S3-Leitlinie soll die Nachsorge risikoadaptiert erfolgen, d.h. angepasst an Größe des Tumors, Lymphknotenbefall und Vollständigkeitsgrad der Tumorentfernung. „Das hat kein Urologe im Kopf“, so Hegele. Hier helfe die App rasch weiter.

Dr. Rainer Ehneß von Novartis Pharma verwies auf das gute Wirk- und Verträglichkeitsprofil von Pazopanib in zwei randomisierten, doppelblinden Studien. Während COMPARZ  bei 1.110 mRCC-Patienten für Pazopanib (Votrient®) als Erstlinientherapie die Nichtunterlegenheit beim progressionsfreien Überleben (PFS) gegenüber Sunitinib nachgewiesen hat, ergab die PISCES -Studie zur Patientenpräferenz, dass sich 70% der Patienten für Pazopanib, aber nur 22% für Sunitinib entschieden. Wichtigste Gründe für hierfür waren eine bessere Lebensqualität, weniger Fatigue und weniger Geschmacksveränderungen unter Pazopanib.

Dr. Andreas Häckel
Presseworkshop „Nierenzellkarzinom im Dialog – Update zur Therapie des mRCC“, Frankfurt am Main, 4. Mai 2017, Veranstalter Novartis Oncology.
 
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