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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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19. Dezember 2012

Forschung an neuen genetischen Markern für Meningeome

Zu den häufigsten Hirntumoren zählen die Meningeome. Diese meist gutartigen Geschwülste können meist in einer Operation vollständig entfernt werden. Bei einigen Patienten kommen die Tumore jedoch wieder. Forscher um Nicole Ludwig und Professor Eckart Meese von der Saar-Uni möchten den Ursachen hierfür auf den Grund gehen. Mit einem neuen Analyseverfahren wollen sie herausfinden, ob sich diese „wiederkehrenden“ Meningeome in ihrem Erbgut oder dessen Ausprägung von den Meningeomen unterscheiden, bei denen der Patient nach der Operation geheilt ist. Dadurch wollen sie Merkmale finden, die Ärzten helfen, den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen und individuelle Therapien zu entwickeln.

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„Durch Veränderungen im genetischem Material kann aus einer gesunden Zelle eine Tumorzelle werden“, erklärt Nicole Ludwig, promovierte Biologin am Institut für Humangenetik in Homburg. „Dabei können diese Veränderungen im Erbgut selbst, wie zum Beispiel bei Mutationen oder Verlusten genetischen Materials, oder auch in der Ausprägung des Erbguts, der sogenannten Expression, liegen. Von einigen solcher Veränderungen weiß man bereits, dass sie einen Einfluss auf das Wachstumsverhalten von Meningeomen und damit auf den Krankheitsverlauf des Patienten haben.“

Die Wissenschaftler der Saar-Uni wollen herausfinden, ob sich Meningeome, die trotz einer vollständigen Entfernung des Tumors wieder wachsen, von solchen Meningeomen unterscheiden, bei denen dies nicht der Fall ist. „Zurzeit gibt es zwar Anhaltspunkte dafür, dass der Verlust genetischen Materials eines bestimmten menschlichen Chromosoms ein Merkmal ist, das solche wiederkehrenden Meningeome auszeichnet, allerdings ist das nicht in allen Fällen so. Deshalb ist es notwendig, nach weiteren Merkmalen zu suchen, die diese Unterscheidung erlauben“, erklärt Ludwig weiter. Mit dem sogenannten Next Generation Sequencing - einem Verfahren, das Nukleinsäuresequenzen in kurzer Zeit vollständig analysiert - möchten die Homburger Forscher das komplette Erbgut der verschiedenen Meningeome ermitteln und auswerten.

„Mit der Sequenzierung können wir genetische Veränderungen des Tumors sehr effizient identifizieren“, erläutert Eckart Meese, Professor für Humangenetik in Homburg. „Außerdem können wir das Erbgut der einzelnen Tumor-Proben miteinander vergleichen, und so Unterschiede aufspüren, die bei den wiederkehrenden Meningeomen auftreten, aber bei den anderen Tumoren fehlen.“

Darüber hinaus wollen die Humangenetiker eine weitere Gruppe von Nukleinsäuren, die microRNAs, sequenzieren. Diese kleinen Moleküle haben in der Zelle verschiedene Aufgaben: Sie regulieren unter anderem die Expression von Genen und spielen auch bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle. Für die medizinische Diagnostik sind diese Moleküle von wachsendem Interesse, da sie eine spezifische Signatur ergeben, die einer bestimmten Erkrankung zugeordnet werden kann. So konnten die Homburger Wissenschaftler in der Vergangenheit bereits ein charakteristisches microRNA-Profil für Lungen-, Haut- und Magenkrebs, aber auch für Multiple Sklerose erstellen.

Die Forscher der Saar-Universität erhoffen sich, durch die Analyse des Erbguts und dessen Expression erklären zu können, warum manche Meningeome wiederkehren und andere nicht. Des Weiteren können die gefunden Merkmale, zum Beispiel eine bestimmte microRNA-Signatur, Medizinern künftig helfen, frühzeitig besser abzuschätzen, wie hoch das Risiko eines wiederkehrenden Meningeoms ist. Zusammengenommen könnten die Ergebnisse der Studie dazu beitragen, individuelle Therapieformen für Meningeom-Patienten zu entwickeln.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt die Studie mit über 275.000 Euro für drei Jahre. Derzeit fördert die DFG insgesamt fünf verschiedene Forschungsprojekte am Homburger Institut für Humangenetik mit einer Gesamtfördersumme von über 1,2 Millionen Euro. Darüber hinaus wird Nicole Ludwig von HOMFOR Exzellent, einem Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftler der Medizinischen Fakultät am Uniklinikum, unterstützt. Das Programm richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Forschungsvorhaben bis zu vier Jahre mit etwa 100.000 Euro zu fördern.

Quelle: Universität des Saarlandes
 
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