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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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08. Juli 2016

Chemotherapie ist wichtiger Bestandteil in der Behandlung des mCRPC

Daten (1, 2), die erstmals auf der diesjährigen ASCO-Jahrestagung vorgestellt wurden, unterstreichen die hohe Wirksamkeit von Cabazitaxel, das für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) nach Docetaxel-Versagen zugelassen ist und speziell für diese Situation entwickelt wurde. Cabazitaxel ist in der Lage, eine Docetaxel-Resistenz zu überwinden. In der Zulassungsstudie TROPIC (3) erreichte Cabazitaxel (25mg/m²) bei Patienten mit mCRCP nach Docetaxel-Versagen einen signifikanten medianen Überlebensvorteil gegenüber Mitoxantron (HR 0,70; p<0,0001). Aktuelle Ergebnisse, die auf dem diesjährigen ASCO vorgestellt wurden, bestätigen den Stellenwert von Cabazitaxel für Patienten mit einer Docetaxel-Resistenz und ermöglichen dem Arzt einen größeren Spielraum bei der Dosierung.
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Prostatakarzinom – eine heterogene Erkrankung

Das sind wichtige Daten für den klinischen Alltag, bestätigte Prof. Dr. med. Johannes M. Wolff, Düsseldorf, mit Verweis darauf, dass die Chemotherapie ein bedeutender Bestandteil der Behandlung des mCRPC ist. Das fortgeschrittene Prostatakarzinom ist, so Wolff, eine heterogene Erkrankung mit Androgenrezeptor(AR)-abhängigen und AR-unabhängigen Zellen (4). Je mehr AR-unabhängige Zellen vorliegen, umso schlechter sprechen die Patienten auf die AR-gerichteten Substanzen an. Etwa ein Drittel der Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom hat laut Wolff sogar eine primäre Resistenz gegenüber AR-gerichteten Substanzen (5, 6). Diese kann durch Veränderungen am Androgenrezeptor (AR) induziert sein, wie zum Beispiel beim Nachweis der Splice-Variante AR-V7 (7). Hinzukommen sekundäre Resistenzen, die sich im Therapieverlauf mit AR-gerichteten Substanzen entwickeln. Alle diese Patienten benötigen eine Chemotherapie, betonte Wolff.

Ein wichtiger klinischer Hinweis auf eine endokrine Resistenz ist ein nur kurzes Ansprechen auf die primäre Androgendeprivation (ADT). Diese Patienten sollten im kastrationsresistenten Stadium primär chemotherapeutisch behandelt werden. Weitere klinische Hinweise für den Einsatz der Chemotherapie mit Docetaxel bzw. Cabazitaxel (nach Docetaxel-Versagen) sind tumorbedingte Symptome, eine hohe Tumorlast, viszerale Metastasen und eine aggressive Tumorbiologie, ergänzte PD Dr. med. Christian Thomas, Mainz. Dr. med. Götz Geiges, Berlin, empfiehlt daher eine regelmäßige Bildgebung, um eine Resistenz bzw. einen Progress frühzeitig zu erkennen und die Weitergabe einer wirkungslosen Therapie zu vermeiden. Je mehr sinnvoll eingesetzte und hintereinandergeschaltete Therapiesequenzen die Patienten durchlaufen, desto länger überleben sie. Das zeige auch die Erfahrung aus dem Therapiealltag, sagte Dr. med. Frank Becker, Neunkirchen.

Chemotherapie frühzeitig einsetzen

Auch retrospektive Studiendaten (8) unterstreichen die Bedeutung der Chemotherapie: Danach überleben Patienten mit mCRPC, die frühzeitig eine Chemotherapie mit Docetaxel gefolgt von Cabazitaxel erhalten, median länger als Patienten, bei denen die Chemotherapie für spätere Therapielinien aufgehoben wurde (8). Zwischen den AR-gerichteten Substanzen besteht eine Kreuzresistenz, weshalb nach Versagen einer ersten AR-gerichteten Therapie auf die Chemotherapie gewechselt werden sollte. Eine wichtige Studie ist in diesem Zusammenhang die randomisierte Phase III-Studie CARD: Patienten mit mCRPC, die nur kurz auf eine AR-gerichtete Therapie mit Abirateron oder Enzalutamid angesprochen haben (≤12 Monate), werden alternativ mit Cabazitaxel oder der jeweils anderen AR-gerichteten Substanz weiterbehandelt. Zudem wird der Stellenwert der Chemotherapie als wichtiger Bestandteil der mCRPC-Behandlung durch die nicht-interventionelle Studie (NIS) QoLiTime zusätzlich gestützt. So untermauert die QoLiTime-Studie den Stellenwert von Cabazitaxel als wirksame Therapieoption nach Docetaxel-Versagen. Patienten mit einem PSA-Abfall ≥50% nach vier Zyklen Cabazitaxel profitierten besonders deutlich beim Gesamtüberleben mit gleichzeitiger Schmerzreduktion. Die Lebensqualität der Patienten war unabhängig vom PSA-Ansprechen mit Cabazitaxel nicht beeinträchtigt (9).
7. Expertise Prostata 2016, Veranstalter: sanofi
Literatur:
(1) Sartor et al., JCO ASCO 2016 (suppl) #5006.
(2) De Bono et al., JCO ASCO 2016 (suppl) #5008.
(3) de Bono JS et al., Lancet 2010, 376 (9747): 1147-54.
(4) Tombal B et al., EJC 2011, 47: S179-88.
(5) Antonarakis ES et al., NEJM 2014, 371: 1028-38.
(6) Antonarakis ES et al., JAMA Oncol 2015, 1: 582-91.
(7) Sun S et al., J Clin Invest 2010, 120: 2715-30.
(8) Maines F et al., Crit Rev Oncol Hematol 2015, Dec 96(3): 498-506.
(9) Hammerer et al., EAU Kongress 2016, Abstract 768
 
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