Freitag, 18. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
25. Juli 2012

ASCO und EHA 2012: Überlegenheit der Rituximab-Erhaltungstherapie bestätigt

Auf den Jahrestagungen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago und der European Hematology Association (EHA) in Amsterdam bestätigten neue Studiendaten zu malignen Lymphomen einmal mehr die zentrale Rolle des monoklonalen Anti-CD20-Antikörpers Rituximab (MabThera®) in der Therapie des follikulären Non-Hodgkin-Lymphoms. In der Plenarsitzung des ASCO präsentiert, zeigten Daten einer deutschen Phase-III-Studie, dass die Kombination von Rituximab mit einer Bendamustin-Chemotherapie der Kombination mit der CHOP-Chemotherapie nicht nur gleichwertig, sondern in Hinblick auf das progressionsfreie Überleben sogar signifikant besser ist. Aus einer aktuellen US-amerikanischen Untersuchung geht außerdem hervor, dass eine Rituximab-Erhaltungstherapie in der täglichen Praxis genauso exzellente Ergebnisse erzielt, wie kontrollierte Studien, beispielsweise die PRIMA-Studie (1).

Die Kombination aus einer Rituximabhaltigen Induktionstherapie (8 x 375 mg/m2 MabThera + 6-8 Zyklen Chemotherapie über ein halbes Jahr) und einer sich unmittelbar anschließenden Rituximab-Erhaltungstherapie (zwei Jahre lang alle zwei Monate 375 mg/m2 MabThera) ist die Standardtherapie in der Erstlinien-Behandlung des follikulären Lymphoms (FL), mit der sich der maximale Vorteil beim progressionsfreien Überleben ausschöpfen lässt.

Als Immunchemotherapie wird in Deutschland bisher vor allem die Kombination R-CHOP (Rituximab plus Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison) angewendet. Die Studiengruppe indolente Lymphome (StiL) unter Leitung von Prof. Mathias Rummel, Gießen, hat in einer randomisierten Phase-III-Studie überprüft, ob CHOP ohne Wirkungsverlust durch das besser verträgliche Regime Bendamustin und Rituximab (R-B) ersetzt werden kann. An der Studie nahmen insgesamt 514 Patienten mit follikulären, Marginalzonen-, Mantelzell-, kleinen lymphozytischen Lymphomen sowie Waldenström-Makroglobulinämie teil.  Die Resultate, die Prof. Rummel in der Plenarsitzung des ASCO-Kongresses vorstellen konnte (2), übertrafen die Erwartungen sogar noch: R-B ist R-CHOP nicht nur ebenbürtig, sondern beim progressionsfreien Überleben mit median 69,5 versus 31,2 Monate sogar hochsignifikant überlegen (Hazard Ratio 0,58; p = 0,0000148). Darüber hinaus ist Bendamustin in Kombination mit Rituximab deutlich weniger toxisch. Die StiL wird daher, so Prof. Rummel, in ihren weiteren Studien die Zweierkombination aus Bendamustin und Rituximab zum Standard machen. In der Folgestudie MAINTAIN soll zudem u. a. überprüft werden, ob bei der FL-Therapie nach einer Induktionstherapie mit 8 Zyklen Rituximab und 6 Gaben Bendamustin eine vierjährige Erhaltungstherapie mit Rituximab wirksamer ist, als der bisherige Standard, die Erhaltungstherapie mit einer 2-monatigen MabThera-Infusion über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Studien zur weiteren Optimierung der FL-Therapie

Auch die Präsentation von Prof. Gilles Salles, Lyon, im Rahmen des EHA-Kongresses zeigte, dass die auf Rituximab basierende Induktion und Erhaltung heute den Standard beim follikulären Lymphom darstellt. In der PRIMA-Studie wurde erstmals nachgewiesen, dass eine Rituximab-Erhaltungstherapie im Anschluss an eine Erstlinien-Behandlung das Risiko für Rezidiv oder Tod hochsignifikant nahezu halbiert (Hazard Ratio 0,55; p < 0,0001) (1). Der Leiter der PRIMA-Studie berichtete, dass die Behandlung weiter optimiert werden soll. Zum einen wird derzeit in einer Phase-III-Studie eine subkutane Gabe des Antikörpers auf ihre Gleichwertigkeit gegenüber der intravenösen Applikation getestet (3). Zum anderen wurden beim EHA Daten aus der randomisierten Phase-II-Studie GAUSS vorgestellt, in der Rituximab bei FL-Patienten mit einem ersten Rezidiv gegen den neuen Anti-CD20-Antikörper Obinutuzumab (GA101) geprüft wurde (4). Beim primären Endpunkt Ansprechrate war Obinutuzumab mit 44,6% vs. 26,7% deutlich und signifikant überlegen (p = 0,01). Die Phase-III-Studie GALLIUM, in der diese Ergebnisse überprüft werden sollen, läuft derzeit  in zahlreichen  deutschen Zentren (5).

Erhaltungstherapie im medizinischen Alltag signifikant überlegen

Dass die Vorteile der Rituximab-basierten FL-Therapie auch in der täglichen Praxis gegeben sind, bestätigte Dr. Loretta Nastoupil, Atlanta, mit den Ergebnissen der National LymphoCare Study (NLCS) (6): Von 2.727 Patienten mit follikulärem Lymphom, die 2004-2007 in US-amerikanischen Kliniken und Praxen behandelt wurden, vollendeten 1.204 eine Rituixmab-basierte Chemoimmun-Induktionstherapie. Von diesen Studienteilnehmern erhielten 538 im Anschluss eine Rituximab-Erhaltungstherapie, während die übrigen 666 Patienten nach Ende der Induktion lediglich beobachtet wurden. Median 53 Monate nach Beginn der Induktionstherapie war in der Gruppe mit Erhaltungstherapie das Risiko für Progression oder Tod um 31% reduziert (Hazard Ratio 0,69; p = 0,003) und die Zeit bis zur nächsten Lymphom-Therapie signifikant verlängert (HR 0,73; p = 0,03). Die Wirksamkeit der Erhaltungstherapie war dabei unabhängig davon, welche Chemotherapie die Patienten zur Induktion erhalten hatten, so Dr. Nastoupil.

Rituximab-Erhaltungstherapie ist Standard

Auch im medizinischen Alltag zeigt sich also eine signifikante Überlegenheit der Rituximab-Erhaltungstherapie gegenüber der reinen Beobachtung beim follikulären Lymphom. Das Gesamtüberleben ist in den verschiedenen Studien zur Erhaltungstherapie noch nicht verlängert. Allerdings, so Prof. Salles, zeige eine regelmäßig aktualisierte Metaanalyse von neun klinischen Studien mit mehr als 2.500 Patienten einen Überlebensvorteil durch die Erhaltungstherapie, mit einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um 25% (7). Die Erhaltungstherapie mit Rituximab (zwei Jahre lang alle zwei Monate), im Anschluss an eine Induktionsbehandlung, gehört mittlerweile als unbestrittener Standard zur Therapie des follikulären Lymphoms.

Literaturhinweise:
(1) Salles G et al. Lancet 2011; 377:42-51.
(2) Rummel MJ et al. Bendamustine plus rituximab (B-R) versus CHOP plus rituximab (CHOP-R) as first-line treatment in patients with indolent and mantle cell lymphomas (MCL): Updated results from the StiL NHL1 study. J Clin Oncol 2012; 30 (suppl). (ASCO 2012, Abstract #3.
(3) NCT01200758. www.clinicaltrials.gov.
(4) Goy A et al. Randomized phase II trial comparing obinutuzumab (GA101) with rituximab in patients with relapsed CD20+ indolent B-cell non-Hodgkin lymphoma: Preliminary analysis of the GAUSS study. Haematologica 2012; 97 (S1): 322-3 (EHA 2012; Abstract #790.
(5) NCT01332968, www.clinicaltrials.gov.
(6) Nastoupil L et al. Evaluation of the use and efficacy of rituximab (R) maintenance regimens in US patients diagnosed with follicular lymphoma (FL): Data from the National LymphoCare Study 2004–2007. Haematologica 2012; 97 (S1): 95-5 (EHA 2012; Abstract #238.
(7) Vidal L et al. Rituximab Maintenance for the Treatment of Patients With Follicular Lymphoma: An Updated Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Trials. J Natl Cancer Inst 2011; 103: 1799-806.

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
CUP
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017