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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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24. Juni 2017

ALL bei Kindern und Jugendlichen: CAR-T-Zellen in Zulassungsstudie ELIANA sehr wirksam

T-Lymphozyten mit chimärem Antigenrezeptor (CAR-T-Zellen) sind eine neue Form von Immuntherapie, die auch bei bislang als hoffnungslos geltenden Fällen von malignen hämatologischen Erkrankungen erstaunliche Erfolge zeitigt. Die ersten Studien mit gegen das CD19-Antigen gerichtetem CAR wurden bei Kindern und Jugendlichen mit CD19-positiver akuter lymphatischer Leukämie (ALL) gestartet, und bei dieser Indikation läuft derzeit auch die erste Zulassungsstudie für das Zellpräparat mit der Bezeichnung CTL019. Eine aktualisierte Interimsanalyse der ersten 68 Patienten in dieser Studie wurde beim 22. Kongress der European Hematology Association (EHA) in Madrid vorgestellt.
Die Technologie basiert darauf, dass den Patienten T-Lymphozyten entnommen und auf gentechnischem Weg mit einem Oberflächenrezeptor gegen das CD19-Antigen und zusätzlichen, für die Aktivierung der T-Zelle relevanten Elementen versehen werden. Die Zellen werden anschließend in vitro expandiert und den Patienten reinfundiert. In einer Phase-I-Studie an der University of Pennsylvania in Philadelphia, wo die CTL019-Zellen entwickelt wurden, hatten sie bei Kindern mit rezidivierter und refraktärer ALL erstaunliche Wirkung entfaltet, sodass die einarmige, globale Phase-II-Zulassungsstudie ELIANA gestartet wurde. Stephan Grupp, Philadelphia, der die aktualisierten Ergebnisse in Madrid vorstellte, berichtete über 68 Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CD19-positiver ALL, von denen 50 bereits mindestens sechs Monate lang nachbeobachtet werden. Sie hatten nach einer zytoreduktiven Chemotherapie die zentral in einer Einrichtung hergestellten CAR-T-Zellen erhalten. Das mediane Alter der Patienten lag bei 12 Jahren, 59% von ihnen hatten zuvor bereits eine allogene Stammzelltransplantation erhalten.

Von 63 Patienten, die nach der Behandlung mindestens drei Monate lang verfolgt worden waren, hatten 52 (83%) eine komplette Remission mit oder ohne vollständige Erholung der Hämatopoese erzielt. Bei allen 52 Patienten war das Knochenmark auch frei von minimaler Resterkrankung. Sechs Monate nach Erreichen der Remission waren 75% von ihnen weiterhin rezidivfrei, 89% waren noch am Leben; nach einem Jahr lag die Gesamtüberlebensrate bei 79%. Sieben Patienten (13% der Ansprecher) unterzogen sich binnen sechs Monaten nach Eintritt der Remission einer allogenen Stammzelltransplantation.

Ein Zytokinsturm, eine häufige Nebenwirkung dieser Therapie, trat bei 78% aller Patienten auf (in 21% der Fälle vom Grad 3, in 27% vom Grad 4), war aber in keinem Fall mit einem letalen Ausgang assoziiert. Alle Fälle von Zytokinsturm wurden nach den an der University of Pennsylvania etablierten Methoden behandelt, darunter die Gabe des Anti-Interleukin-6-Antikörpers Tocilizumab, den 38% der Patienten erhielten. An nicht-hämatologischen Nebenwirkungen vom Grad 3 oder 4 traten ein Hypotonus (22%), eine Hypoxie (18%) und eine AST-Erhöhung (16%) auf. 15% der Patienten erlitten neuropsychiatrische Nebenwirkungen vom Grad 3, die alle reversibel waren; es gab keinen Fall von Hirnödem. Zwei Patienten verstarben innerhalb von 30 Tagen nach der Infusion, neun weitere danach (sechs von ihnen an einer Progression ihrer ALL).

Die Behandlung mit einer einzelnen Infusion von autologen, gegen CD19 gerichteten CAR-T-Zellen ist bei diesen Patienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung außerordentlich effektiv, so Grupp. Die zentrale Herstellung der Zellen funktioniert problemlos, die Nebenwirkungen darf man allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen: Sie müssen durch ein speziell geschultes Team behandelt werden, weshalb die Therapie bis auf Weiteres nur in spezialisierten Zentren durchführbar sein wird.
jg
EHA 2017
 
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