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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
30. Oktober 2008

Therapie des hormonrefraktären Prostatakarzinoms (HRPC)

Die Chemotherapie mit Docetaxel in Kombination mit Prednison wird in den Therapieleitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) als Therapie der Wahl für Patienten mit metastasiertem hormonrefraktären Prostatakarzinom (mHRPC) empfohlen [4]. Die Wirksamkeit von Docetaxel beim mHRPC wurde durch zwei randomisierte Phase-III-Studien aus Europa (TAX 327) und den USA (SWOG 99-16) belegt [2,3].
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Die beiden Phase-III-Studien TAX 327 und SWOG 99-16 wurden unabhängig voneinander durchgeführt. In beiden Studien erreichte die Docetaxel-Chemotherapie in Kombination mit Prednison einen Überlebensvorteil von im Median etwa drei Monaten im Vergleich mit Mitoxantron/Prednison. Aufgrund einer relativ hohen Cross-over-Rate ist davon auszugehen, dass der mediane Überlebensvorteil zugunsten der Docetaxel-Chemotherapie tatsächlich noch höher liegt. Außerdem ist davon auszugehen, dass der Überlebensvorteil der Patienten, die auf Docetaxel ansprechen, deutlich über dem Medianwert liegt.

Trotz der klaren Datenlage stellt sich im klinischen Alltag immer wieder die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für den Beginn der Chemotherapie mit Docetaxel ist und ob auch deutlich ältere Patienten von der Behandlung profitieren. Subgruppenanalysen (Forrest Plot-Analyse), die im Rahmen der europäischen Zulassungsstudie TAX 327 durchgeführt wurden, weisen darauf hin, dass Docetaxel nicht erst eingesetzt werden sollte, wenn der Patient bereits krankheitsbedingte Beschwerden aufweist und dass auch ältere Patienten (≥ 68 Jahre) die Therapie gut vertragen und prognostisch davon profitieren. Die eigene klinische Erfahrung bestätigt dies und zeigt darüber hinaus, dass Docetaxel im Einzelfall auch eine Option für Patienten ohne Fernmetastasen ist, wenn z. B. eine extensive Infiltration in die Nachbarorgane vorliegt.

Hinweise darauf, wann bzw. ob Docetaxel bei asymptomatischen Patienten eingesetzt werden sollte, ergeben sich aus der Aggressivität des Tumors und seiner Wachstumsgeschwindigkeit. Prädiktive Faktoren für eine schnelle Krankheitsprogression, die eine frühzeitige Docetaxel-Therapie auch bei asymptomatischen Patienten sinnvoll erscheinen lässt, sind eine kurze PSA-Verdopplungszeit (PSA-DT) und/oder ein hoher PSA-Ausgangswert und/oder eine Progression im Kochenszintigramm bzw. eine (progrediente) viszerale Metastasierung [5].

Bei älteren Patienten (> 75 Jahre) empfiehlt die Internationale Gesellschaft für geriatrische Onkologie (SIOG), die Therapieentscheidung entsprechend des Gesundheitszustandes und unter Abschätzung der individuellen Lebenserwartung zu treffen und keinesfalls anhand des Alters per se. Ältere Patienten mit mHRPC und ohne klinisch relevante bzw. behandelbare Komorbiditäten profitieren im gleichen Umfang von der Docetaxel-Chemotherapie wie jüngere Patienten [6].

Im Zweifelsfall ist die wöchentliche Gabe von Docetaxel mit niedrigerer Einzeldosis eine weniger myelotoxische Alternative zur 3-wöchentlichen Standardtherapie mit 75 mg/m² Docetaxel. Die wöchentliche Gabe war in der Zulassungsstudie bei sehr guter Verträglichkeit etwas weniger wirksam als die 3-wöchentliche Gabe, war aber ebenfalls der Mitoxantron-Gabe überlegen.

Anhand zweier Kasuistiken soll die Bedeutung der individuellen Therapieentscheidung bei einem asymptomatischen Patienten mit infiltrierendem Tumorwachstum sowie der Einsatz von Docetaxel bei einem älteren Patienten mit mHRPC diskutiert werden.

Quelle:


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