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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
07. November 2004

Ovarialkarzinom: Die Studienteilnahme ist eine Garantie für die Behandlungsqualität

Nachdem eine erste Umfrage der Organkommission Ovar der AGO im Jahr 2000 ergeben hatte, dass die Qualität der Versorgung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom in Deutschland verbesserungsbedürftig war, wurde in den Jahren 2002/2004 die Befragung wiederholt. Dabei stellte sich heraus, dass zwei Drittel der Frauen mit frühem Ovarialkarzinom nicht nach Standard behandelt werden und bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom die Operations-Qualität und die Chemotherapie nach Standard die stärksten Prognosefaktoren sind.
Insgesamt wurden 1123 Kliniken angeschrieben, von 156 (14%) konnten Daten zur Therapiequalität erhoben werden. Es wurden die Daten aller Patientinnen analysiert, die im 3. Quartal 2001 wegen eines Ovarialkarzinoms an den teilnehmenden Zentren behandelt wurden. Insgesamt konnten die Daten von 476 Patientinnen ausgewertet werden.
Die FIGO-Stadienverteilung ist im Vergleich zur ersten Befragung unverändert. Drei Viertel der Patientinnen hatten ein fortgeschrittenes Ovarialkarzinom. Bei jeder 6. Patientin war das Ovarialkarzinom ein Zweitkarzinom, davon 39% ein Mammakarzinom.
Stärkster Prognosefaktor ist die Staging-Qualität. Wie Prof. Andreas du Bois, Wiesbaden, erläuterte, wurden als „weicher“ Standard in der Therapie des frühen Ovarialkarzinoms 8 Items abgefragt: Längslaparotomie, Hysterektomie + Adnektomie bds., Omenektomie, Peritoneal-PE’s, Spülzytologie, Lymphonodektomie, Appendektomie, makroskopisch kein Tumorrest.
Nach diesen „weichen“ Standard wurden nur 12% der Patientinnen operiert; 7 der 8 Items waren bei 43% der Patientinnen erfüllt. Es „haperte“ vor allem an der Zytologie, sagte du Bois.
Als „weicher“ Chemotherapiestandard war definiert: Tumorstadium 1a/b G1: keine Chemotherapie; 1a/b> G1 - IIa: platinhaltige Chemotherapie. Der Standard galt als erfüllt, wenn die Patientinnen mindestens einen Zyklus erhalten hatten. Nach dieser Auswertung erhielten zwei Drittel der Patientinnen Standard, ein Drittel eine Untertherapie und 2% eine Übertherapie. Operation und Chemotherapie gemäß Standard erhielten ein Drittel der Frauen, zwei Drittel waren untertherapiert. Du Bois: „Bei zwei Drittel der Patientinnen wurde mit dem Leben gespielt“.
Beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom waren die Daten etwas besser. In der Chemotherapie gilt Carboplatin/ Paclitaxel als Standard, den 80% erhielten. Aber immer noch bekamen Patientinnen auch eine Therapie ohne Platin für die es keine Indikation gibt.
Eine Standard-Chemotherapie + Op-Erfolg (definiert als Tumorrest < 1 cm) war bei 43,9% der Patientinnen zu verzeichnen (Gruppe 1). 13,7% wurden mit Tumorrest < 1 cm operiert, erhielten aber keine Standard-Chemotherapie (Gruppe 2); 23,5% erhielten Standard-Chemotherapie hatten aber Tumorrest > 1 cm (Gruppe 3) und ein Fünftel erhielt weder Chemotherapie nach Standard, noch konnten sie mit Tumorrest < 1 cm operiert werden (Gruppe 4). Die besten 2-Jahresüberlebensraten hatte Gruppe 1 (87%), gefolgt von Gruppe 3 (68%), Gruppe 2 (58%) und Gruppe 4 (34%).
Für alle Stadien gilt, dass die Operations-Qualität den besten Erfolg garantiert, sagte du Bois. Der zweitstärkste Faktor ist die Chemotherapie. Die Stadien stehen als Prognosefaktoren erst an dritter Stelle. Der einzig signifikante Parameter für den Behandlungserfolg ist die Studienteilnahme. as
Welche der 1123 Kliniken in Deutschland, die Ovarialkarzinome operieren, an Studien teilnehmen ist zu erfahren unter:
www.eierstock-krebs.de

Quelle: Lunch-Symposium anlässlich des 55. Kongresses der DGGG, Hamburg, 16.9.2004. Sponsoren: Bristol-Myers Squibb und Essex Pharma.


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