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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
14. Dezember 2008

Fortgeschrittenes NSCLC: Gute Symptomkontrolle mit Docetaxel bessert Lebensqualität

Das fortgeschrittene NSCLC stellt eine palliative Krankheitssituation dar. Zwei Ziele stehen im Vordergrund, betonte Prof. Martin Wolf, Kassel: Die Verlängerung der Überlebenszeit und die Qualität dieser Überlebenszeit. Die Lebensqualität stellt damit einen wichtigen Faktor für die Auswahl der Therapie dar. Docetaxel als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Zytostatika ist in der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC in der Erst- und Zweitlinientherapie heute eine etablierte Substanz, die zu einer guten Symptomkontrolle führt. Dies wirkt sich positiv auf die Lebensqualität der Patienten aus, was inzwischen zahlreiche Studien untermauern.
In der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC ist Docetaxel eine Ausnahmesubstanz, sagte Wolf. Für keine andere Substanz würde es so ausführliche Daten zur Lebensqualität geben. Sie zeigen, dass viele Lebensqualitäts-Parameter unter Docetaxel besser beeinflusst werden als unter „best supportive care“ oder Vincaalkaloiden. So kann eine Monotherapie mit Docetaxel beim älteren Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC als ein Standard in der Erstlinienbehandlung gesehen werden, sagt Prof. Michael Huber, Heidelberg, da sie nicht nur zu besseren Ergebnissen in Bezug auf Ansprechraten und längerem progressionsfreien Überleben führt als eine Monotherapie mit Vincaalkaloide, sondern gleichzeitig aufgrund der besseren Symptomkontrolle zu einer höheren Lebensqualität. Dies zeigte sich in einer Phase-III-Studie der West Japan Thoracic Oncology Group (WJTOG 9904): Die Patienten hatten entweder 60 mg/m2 Docetaxel (Tag 1) oder 25 mg/m2 Vinorelbin (Tag 1 und 8) alle drei Wochen erhalten. Die Docetaxel-Monotherapie verlängerte das progressionsfreie Überleben der älteren Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC auf 5,5 Monate im Vergleich zu 3,1 Monaten unter Vinorelbin (p<0,001). Ebenso waren die Ansprechraten unter Docetaxel signifikant höher als unter Vinorelbin (22,7% vs. 9,9%; p=0,019). Die Toxizität bezeichnete Huber als akzeptabel. Die häufigsten Grad 3/4 Toxizitäten waren erwartungsgemäß Neutropenie und Leukopenie.

Interessant nannte Huber die Ergebnisse einer randomisierten Phase-II-Studie, in der sequenzielle Monotherapien mit Docetaxel gefolgt von Gemcitabin bzw. Gemcitabin gefolgt von Docetaxel bei Patienten mit fortgeschrittenem
NSCLC verglichen wurden. Die Studienergebnisse zeigten ein längeres medianes Überleben (8,5 vs. 6,2 Monate, statistisch nicht signifikant) und signifikant bessere Ansprechraten (15% vs. 7%), wenn Docetaxel zuerst verabreicht wurde.

In der Regel wird bei jüngeren Patienten eine Platin-basierte Kombinationstherapie eingesetzt. Eine Option für Patienten, die kein Cisplatin erhalten sollten – z.B. Patienten in reduziertem Allgemeinzustand –, ist laut Huber die Kombination Docetaxel/Gemcitabin (DG), die in klinischen Studien eine vergleichbare Wirksamkeit wie Docetaxel/Cisplatin (DC) oder Vinorelbin/Cisplatin (VC) zeigte.

In der Studie von Schiller et al., die 2002 im NEJM veröffentlicht wurde, waren die Kombinationen Cisplatin/Paclitaxel, Cisplatin/Gemcitabin, Cisplatin/Docetaxel und Carboplatin/ Paclitaxel im Hinblick auf das Gesamtüberleben gleich effektiv. Ebenfalls kein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben ergab der Vergleich Carboplatin/Paclitaxel vs. Cisplatin/Vinorelbin. Hingegen konnte eine signifikante Verbesserung der 2-Jahresüberlebensrate im Vergleich zu Cisplatin/Vinorelbin mit der Kombination Docetaxel/Cisplatin in der Tax 326 Studie erzielt werden (21% vs. 14%), in die 1200 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC eingeschlossen waren. Unterschiede zeigten sich auch in der Lebensqualität. Sie war signifikant besser unter Docetaxel-Platin-Kombination, insbesondere unter Carboplatin-Docetaxel. Die Schmerzbesserung war am günstigsten unter der Kombination Docetaxel-Cisplatin und unter den Docetaxel-Platin-Kombinationen war der Gewichtsverlust signifikant geringer.

Die entscheidenden Daten für die Secondline-Therapie lieferten die Studien von Shepard et al. (JCO 2000) und Fossella et al. (JCO 2000), in denen sich Docetaxel in einer Dosierung von 75 mg/m2 in der Secondline-Therapie „best supportive care“ bzw. Vinorelbin oder Ifosfamid als überlegen erwiesen hatte.

Dass die Verträglichkeit durch eine wöchentliche Gabe von Docetaxel noch verbessert werden kann, belegen Studiendaten, die Dr. Wolfgang Schütte, Halle, präsentierte. Sie zeigen, dass die wöchentliche Applikation mit Docetaxel in einer Dosis von 35 mg/m2 dem Standardregime (75 mg/m2, alle 3 Wochen) in Bezug auf Ansprechraten und Ein-Jahres-Überleben nicht unterlegen ist und gleichzeitig unerwünschte Wirkungen wie Neutropenie, Anämie oder Alopezie signifikant seltener auftreten. Schütte wies außerdem darauf hin, dass sich die wöchentliche Therapie leichter steuern lässt.

as

Quelle: Fachpressekonferenz: Kongress-Update Taxotere® NSCLC:
Neue Optionen für den Standard Docetaxel beim NSCLC,
München, 19.11.08, Veranst. Sanofi-Aventis


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