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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

02. Dezember 2015 Wirksame und schnelle Therapie bei Durchbruchschmerz mit Fentanyl-Nasenspray

Im Rahmen eines Symposiums beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim wurde über eine adäquate Schmerzbekämpfung bei Tumorpatienten diskutiert. Dabei ging es besonders um den Einsatz wirksamer Opioide und eine optimale Versorgung von Patienten, die an Tumordurchbruchschmerzen leiden.

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Fachinformation

Bei Tumordurchbruchschmerzen handelt es sich um Schmerzepisoden, die plötzlich einsetzen und von sehr hoher Intensität sind, erklärte Prof. Roman Rolke, Aachen. Diese oft bis zu 60 Minuten anhaltenden starken Schmerzen werden von Patienten viel bedrohlicher als die Krankheit selbst wahrgenommen, so Rolke. Die Basisschmerztherapie reicht oft nicht aus, da die Aufnahme der Wirkstoffe zu langsam vonstatten geht, um die heftigen Schmerzattacken zu lindern. Dabei räumt Rolke auch gleich mit dem Mythos auf, dass „Bedarfsopioid und Basismedikation identisch“ sein müssen. Für eine geeignete Therapie, unabhängig von der Basismedikation, empfiehlt der Experte das hoch wirksame Fentanyl, ein „rapid onset opioid“ (ROO) mit schnellem Wirkeintritt und kurzer Wirkdauer, das in verschiedenen Darreichungsformen bei Bedarf eingesetzt werden kann (1). Besonders nebenwirkungsarm und gut anwendbar ist die Formulierung in einem Nasenspray (Instanyl®), sagte Rolke.

Dass die Anwendung eines Sprays nicht nur schnell wirksam ist, sondern auch patientenfreundlich in der Anwendung, berichtete Dr. Regina Mansfeld-Nies, Siegen. Neben der intravenösen oder subkutanen Anwendung des Analgetikums hat sich hier besonders die Aufnahme der Substanz über die Nasenschleimhaut bewährt, erklärte die Schmerztherapeutin. Durch Selbstverabreichung der Arznei über ein Nasenspray sind die Patienten autonomer. Für die Schmerztherapeutin bedeutet daher eine optimale Schmerzbekämpfung eine Verbesserung der Lebensqualität nicht nur für den Patienten selbst, sondern in dieser akuten Krisensituation auch eine Entlastung der Angehörigen. Viele Ärzte gehen ihrer Meinung nach immer noch zu zögerlich mit der Verabreichung dieses potenten Wirkstoffs um. Das heikle Thema des Opioid-Missbrauchs käme in ihrem praktischen Alltag nicht zum Tragen, betonte Mansfeld-Nies.

Die Wirksamkeit der Fentanyle als Bedarfsmedikation konnte PD Dr. Michael A. Überall, Nürnberg, mit pharmakokinetischen Belegen untermauern. Beim Vergleich der Daten der verschiedenen Applikationsformen von Fentanyl wie Buccal-Tabletten, oder -Filme, Sublingual- oder Lutschtabletten, überzeugte besonders die transmucosale Applikation (2). Die nasale Mucosa mit einer Applikationsfläche von ca. 180 cm2 ist gegenüber der Mundschleimhaut sehr dünn, betonte Überall. Somit beschleunigt das Nasenspray hocheffektiv die Wirkstofffreisetzung und damit den Wirkeintritt nach Auftreten des plötzlichen Schmerzes schon nach 5 Minuten, wobei eine optimale Plasmakonzentration schon bei unter 10 Minuten erreicht ist. Die Daten zeigen eine deutliche Überlegenheit der intranasalen Applikation der Fentanyle in patientenfreundlicher Handhabung und Effektivität in der Wirkung (3), resümierte Überall.

(ghk)

Quelle: Symposium im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 2015, 15.10.2015, Mannheim; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Mercadante S et al. Support Care Cancer 2015;16(4): 375-384.
(2) Vissers D et al. Curr Med Res Opin 2010; 26:1037-45.
(3) Ueberall MA et al. Glob J Anesthesiol 2014; 1(1):016-027.


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