Dienstag, 16. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

28. April 2015 Rasch wirksames Opioid bekämpft tumorbedingten Durchbruchschmerz

Trotz konstanter und angemessener Analgesie des Dauerschmerzes von Tumorpatienten sind blitzartig einsetzende, extrem schwere und oft unerträgliche Exazerbationen des Schmerzes möglich. Von diesem Durchbruchschmerz befallen werden 90% der onkologischen Patienten im Hospiz, 65% in Studien und 23% in der Ambulanz. Bedarfsmedikation der ersten Wahl ist das kurz wirksame Opioid Fentanyl, das als bukkale und sublinguale Tablette oder als Nasenspray verfügbar ist.

Mit Durchbruchschmerzen ist v.a. dann zu rechnen, wenn die onkologische Erkrankung weiter fortschreitet und metastasiert. In dieser Situation können sich zahlreiche physische, psychische und soziale Komplikationen einstellen. Zudem führen Durchbruchschmerzen zu mehr ambulanten Arztbesuchen, Notaufnahmen und Klinikeinweisungen. Belastet wird aber nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch der Betroffene selbst sowie seine Angehörigen und betreuenden Personen, konstatierte Dr. Oliver M. D. Emrich, Ludwigshafen.

Eine effektive Maßnahme gegen Durchbruchschmerzen kann das Erhöhen der jeweiligen Basismedikation mit einem Opioid sein. Dabei besteht jedoch das Risiko, dass gesteigerte Plasmakonzentrationen schwerwiegende Nebenwirkungen induzieren, wie sie für Opioide charakteristisch sind, warnte Emrich mit gebotenem Nachdruck. Dadurch wird das Leben der Patienten im privaten wie im sozialen Bereich erheblich belastet.


Emrich warnte darüber hinaus, tumorbedingte Durchbruchschmerzen mit den hierzulande immer noch häufig zur Bedarfsmedikation eingesetzten nicht retardierten Opioiden zu bekämpfen. Da deren Wirksamkeit erst nach 30-34 Minuten einsetzt und bis zu vier Stunden anhält, können sie den unvorhersehbar auftretenden Durchbruchschmerz nicht effektiv lindern.

Nach aktuellem Kenntnisstand sind transmukosal zu applizierende Opioide mit raschem Wirkungseintritt die medikamentöse Bedarfsmedikation der ersten Wahl. Das gilt aber immer nur dann, wenn die Tumorpatienten unter einer ausreichenden und zufriedenstellend wirksamen Basistherapie mit Opioiden stehen. Laut klinischen Studien ist gesichert, dass beispielsweise die Fentanyl-Buccaltabletten (Effentora®) bereits 10 Minuten nach Applikation eine signifikante Eindämmung der tumorbedingten Durchbruchschmerzen bewirken.

Karl Filip (kbf), Landsberg

Symposium "Schmerztherapie im Fokus: Herausforderung zwischen Medizin und Ökonomie", im Rahmen d. Schmerz- und Palliativkongresses, 06.03.2015, Frankfurt/Main; Veranstalter: Teva GmbH


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren
© serhiibobyk / Fotolia.com

Etwa jede achte Frau erkrankt hierzulande an Brustkrebs. Insgesamt betrifft dies 72.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Obwohl Brustkrebs in erster Linie eine Erkrankung der Frau nach den Wechseljahren ist, können auch deutlich jüngere Frauen erkranken. Aber – für welche Frau macht welche Untersuchung in welchem Alter Sinn? Das Mammographie-Screening-Programm gilt für Frauen von 50 bis 69 Jahren. Was insbesondere Frauen außerhalb des „Screening-Alters“...

Was verstehen Ärzte unter „Therapielinien“?

Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Art und Stadium der Erkrankung sowie dem individuellen Befinden des Patienten. Neben der Operation und der Strahlentherapie ist die medikamentöse Therapie eine wichtige Option. Wann welche Maßnahmen zum Einsatz kommen sollten, wird in ärztlichen Leitlinien festgehalten. Welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt am wirksamsten und verträglichsten sind, wird zuvor in klinischen Studien untersucht. Basierend auf den Ergebnissen...

„Durch Wissen zum Leben“

Wann immer möglich, wird heutzutage versucht, Krebspatienten Klinikaufenthalte zu ersparen. Die Behandlung erfolgt vielmehr bevorzugt ambulant bei niedergelassenen Krebsmedizinern oder in Klinikambulanzen. Das erlaubt es den Patienten, trotz der Erkrankung weitestgehend in ihrer gewohnten Umgebung zu leben und ihrem Alltag nachgehen zu können. Die vorwiegend ambulante Behandlung hat jedoch auch zur Folge, dass dem Patienten weniger Ansprechpartner zu allen Fragen zur Erkrankung und...

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Am 26. August 2016 begeht die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) im Rahmen ihrer Bundestagung ihr 40-jähriges Jubiläum. Als einer der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeverbände Deutschlands leistet sie unverzichtbare Hilfe für Betroffene und beeinflusst aktiv politische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen. Dort tritt sie für die Bedürfnisse von Betroffenen ein – dass Patienten heute wesentlich mehr Recht auf Mitsprache...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Rasch wirksames Opioid bekämpft tumorbedingten Durchbruchschmerz"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren