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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

30. Oktober 2006 PZ-Innovationspreis für Erlotinib

Erlotinib, der zweite zugelassene Tyrosinkinase-Hemmer, bietet einen neuen Ansatz in der Therapie des NSCLC. Die Substanz blockiert zielgenau die für das Wachstum des Tumors entscheidende Signalübertragung. Der Wirkstoff erhielt deshalb den Innovationspreis 2006 der „Pharmazeutischen Zeitung (PZ)“.
„Die Jury hat sich für Erlotinib entschieden, weil es sich um ein maßgeschneidertes Molekül handelt, das einen wesentlichen Therapiefortschritt bei nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom gewährleistet“, sagte PZ-Chefredakteur Professor Hartmut Morck, Eschborn, bei der Preisverleihung. Erlotinib (Tarceva®; Roche Pharma AG) inhibiert den beim NSCLC häufig überexprimierten epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR), hemmt dadurch die Phosphorylierung und unterbricht die Signalweiterleitung. Die Folgen: Proliferation sowie Angiogenese werden gehemmt
und die Apoptose angekurbelt. Zudem sprechen die Tumorzellen besser auf Chemo- und Radiotherapie. Damit greift Erlotinib als erste Substanz gezielt in die Prozesse der malignen Transformation ein, erklärte Professor Frank Griesinger, Göttingen.
Was von Erlotinib zu erwarten ist, überprüfte man in einer randomisierten, internationalen Phase-III-Studie an 731 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, bei denen vorausgegangene Chemotherapien versagt hatten. Rund zwei Drittel der Teilnehmer erhielten täglich 150 mg Erlotinib als orale Monotherapie, die anderen Plazebo (Lancet 2005; 353: 123-132). Die Resultate überzeugten: So wurde das Gesamtüberleben von 4,7 Monaten unter Plazebo auf 6,7 Monate unter Erlotinib verlängert. Das entspricht einem Anstieg um 42,5 Prozent. Das progressionsfreie Überleben verlängerte sich signifikant von acht auf 9,7 Wochen. Nach einem Jahr waren in der Verumgruppe noch 31 Prozent und in der Plazebogruppe noch 22 Prozent am Leben. Nebenwirkungen, wie Durchfall oder Hautauschlag, gingen meist spontan oder nach einer Therapiepause zurück. Hohe Wirksamkeit und deutlich reduzierte Toxizität machen Erlotinib laut Griesinger zu einem Markstein in der Therapie des NSCLC.

kbf

Quelle: Pressekonferenz „PZ-Innovationspreis 2006“ anlässlich des Deutschen Apothekertags/Expopharm, München, 23. September 2006


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