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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

01. Mai 2004 Neue Meilensteine in der Behandlung von Lymphom-Patienten

Die Radioimmuntherapie stellt ein neuartiges, hoch wirksames Behandlungsverfahren für Lymphom-Patienten dar. Für 90Yttrium-Ibritumomab-Tiuxetan wird in Kürze die europaweite Zulassung unter dem Handelsnamen Zevalin® erwartet, nachdem das wissenschaftliche Komitee der Europäischen Arzneimittelbehörde (CPMP) eine positive Empfehlung ausgesprochen hat. In der klinischen Praxis setzt sich mittlerweile eine Kombination aus Chemo- und Immuntherapie in der Lymphombehandlung immer mehr durch. Fludarabin/Rituximab-haltige Regime gelten als Standard für die Rezidivtherapie indolenter Lymphome. Eine vielversprechende Perspektive für rezidivierte CLL-Patienten ist die Kombination Fludarabin/Alemtuzumab.
Die Radioimmuntherapie mit 90Yttrium-Ibritumomab-Tiuxetan kombiniert die zielgenaue Bindung des Anti-CD20-Antikörpers Ibritumomab mit der Strahlenwirkung des Radioisoptops 90Yttrium. Der radioaktiv markierte Antikörper transportiert die Strahlung gezielt zum Erkrankungsherd und gewährleistet vor Ort eine effektive und systemisch wenig belastende Behandlung. PD Dr. Michele Ghielmini, Lugano, Schweiz, verwies auf eine randomisierte Phase-III-Studie bei Patienten mit rezidivierten bzw. chemotherapie-refraktären indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen, in der Zevalin® im direkten Vergleich zu Rituximab eine signifikant höhere Ansprechrate (80% vs. 56%; p=0,002) erreichte, inklusive einer Verdoppelung der Rate kompletter Tumorrückbildungen (30% vs. 16%; p=0,04). Die kompletten Remissionen hielten ca. doppelt so lange an wie unter Rituximab (24,7 vs. 13,2 Monate). Weiterer Vorteil der Radioimmuntherapie ist die kurze Behandlungsdauer. Zevalin® muss nur einmal appliziert werden. Aufgrund der guten Verträglichkeit profitieren ältere Patienten (≥ 65 Jahre) ebenso wie jüngere.
Als neue Standardtherapie bei rezidivierten indolenten Lymphomen bezeichnete Prof. Wolfgang Hiddemann, München, das Fludarabin-haltige Regime FCM (Fludarabin, Cyclophosphamid, Mitoxantron) in Kombination mit Rituximab, mit dem Ansprechraten von über 80% erzielt wurden. Mit der Chemoimmuntherapie konnte eine signifikante Überlebensverlängerung im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie erreicht werden.
Bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) bietet sich v.a. eine Kombination von Fludarabin (Fludara®) mit dem Anti-CD52-Antikörper Alemtuzumab (MabCampath®) an, der seit 2 Jahren für die Rezidivtherapie der CLL zugelassen ist. Mit dem sogenannten FluCam-Regime wurde eine Ansprechrate von 86%, davon 50% komplette Remissionen, bei intensiv vorbehandelten CLL-Patienten beobachtet, erläuterte Prof. Andreas Engert, Köln.
Eine mögliche Optimierung der Monotherapie mit Alemtuzumab bei chemotherapie-refraktärer CLL stellt die subkutane Applikation dar, bei der die Rate an Infusions-assoziierten Nebenwirkungen und der Zeitaufwand deutlich gesenkt werden können. Dies wird zurzeit im Rahmen der CLL2H-Studie der Deutschen CLL-Studiengruppe näher geprüft.

Quelle: Satellitensymposium Meilensteine in der Lymphombehandlung im Rahmen des DGHO 2003, Basel, Oktober 2003, unterstützt von MedacSchering Onkologie


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