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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

19. Juli 2010 Myelodysplastisches Syndrom: Qualität des Ansprechens auf Azacitidin verbessert sich auch noch nach mehr als 6 Monaten kontinuierlicher Therapie

ASCO 2010

Azacitidin (AZA) verlängerte in der Phase-III-Studie AZA-001 signifikant das Gesamtüberleben von Hochrisiko-MDS-Patienten gegenüber konventionellen Therapieregimen (CCR). Die konventionellen Therapieregime bestanden aus Best Supportive Care (BSC), BSC + niedrig dosiertem Ara-C oder BSC + Standardchemotherapie. Die AZA-001-Studie hatte zudem gezeigt, dass eine komplette Remission (CR) nicht notwendig ist, um das Gesamtüberleben zu verlängern, sondern dass jedes Ansprechen nach IWG-Kriterien mit einem verbesserten Überleben verbunden war. 80% der Remissionen wurden erst nach im Median 6 Zyklen erzielt, so dass mindestens 6 Zyklen AZA verabreicht werden sollten, bevor eine Beurteilung des Ansprechens vorgenommen werden soll.
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In der von Gore et al. vorgestellten Untersuchung wurde erstmals der Effekt einer Krankheitsstabilisierung (*SD) durch AZA auf das Überleben der Patienten aus der AZA-001-Studie untersucht, um die Schlüsselfrage zu klären, ob alle Patienten mit SD profitieren oder nur jene mit *HI+.

Eingeschlossen waren 358 MDS-Patienten, die zur Hochrisikogruppe gehörten (Blastenanteil 10-29%, IPSS: INT-2, High) und nach Randomisierung entweder AZA (75 mg/m2/d, 7 Tage, Wiederholung alle 28 Tage) oder eines der drei konventionellen Therapieregime erhielten. Behandelt wurde bis zu einem Rückfall nach anfänglichem Ansprechen, bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten nicht tolerierbarer Toxizitäten oder wenn Patienten ihr Einverständnis zurückgezogen hatten.

Es wurden 3 Landmarkanalysen durchgeführt nach 3, 6 und 9 Monaten und die Ansprechtiefe bestimmt (SD, HI+ oder andere*) sowie das Gesamtüberleben der Responder in beiden randomisierten Subgruppen (AZA vs. CRC). Untersucht wurde speziell der Effekt bei SD-Patienten.


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Abb.: Ansprechrate nach 6 Monaten bei Patienten mit SD nach 3 Monaten


Die Analyse zeigte, dass der Gesamtüberlebensvorteil durch jegliches Ansprechen auf AZA nach IWG-Kriterien erzielt wird und eine Krankheitsstabilisierung in allen Gruppen mit einem verbesserten Gesamtüberleben assoziiert war. Der Anteil der Patienten, die sich nach 3 Monaten von einer Krankheitsstabilisierung auf eine hämatologische Verbesserung oder darüber hinaus (HI+) steigerten, war in der der AZA-Gruppe höher: 21% aus der AZA-Gruppe vs. 14% aus der konventionell behandelten Gruppe hatten sich nach 6 Monaten auf HI+ verbessert, nach 9 Monaten erzielten 14% der AZA-Patienten ein HI+ vs. 0% aus der konventionell behandelten Gruppe (CCR-Gruppe). Der Anteil der progredienten Patienten war in der CCR-Gruppe höher. Jedes HI+-Ansprechen unter AZA übersetzte sich in einen signifikanten größeren Überlebensvorteil als ein HI+-Ansprechen unter konventionellen Therapieregimen. Da auch Patienten, die nach 6 Monaten AZA-Therapie eine Krankheitsstabilisierung aufweisen, einen klinischen Benefit haben, und sich die Qualität des Ansprechens unter fortgesetzter Therapie noch weiter verbessern kann, sollte laut Gore die Fortführung der Behandlung über 6 Monaten hinaus individuell entschieden werden.

*SD = stable disease; HI+ = hematological improvement or more; andere = Rückfall nach Ansprechen, Krankheitsprogression, Patienten, die ihr Einverständnis nach Studienteilnahme zurückgezogen haben.

Gore et al. Time-dependent decision analysis: Stable disease in azacitidine (AZA)-treated patients (pts) with higher-risk MDS. J Clin Oncol 28:15s, 2010 (suppl; abstr 6503)

Quelle:


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