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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. März 2012

DKK 2012

Mammakarzinom: nab-Paclitaxel auf dem Sprung in die Neoadjuvanz

Die lösungsmittelfreie Taxan-Formulierung nab-Paclitaxel (Abraxane®) ist in Europa für die Therapie des metastasierten Mammakarzinoms (mBC) zugelassen. Durch die sogenannte nab-Technologie wird das Zytostatikum in Albumin-Nanopartikel eingeschlossen und gezielt zum Tumor transportiert. In Vergleichsstudien mit herkömmlichem Paclitaxel und Docetaxel zeigten sich mit nab-Paclitaxel höhere Ansprechraten, eine bessere Verträglichkeit und im Vergleich zu Paclitaxel ein verbessertes Überleben auch bei zum Teil intensiv vorbehandelten Patientinnen, berichtete Prof. Michael Untch, Berlin-Buch. Eine der größten neoadjuvanten Studien, die GeparSepto-Studie, die Prof. Christian Jackisch, Offenbach, vorstellte, prüft nun die Wirksamkeit und Verträglichkeit von nab-Paclitaxel im Vergleich zu konventionellem Paclitaxel beim primären Brustkrebs.
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Die höhere Wirksamkeit und bessere Verträglichkeit von nab-Paclitaxel im Vergleich zu den beiden konventionellen Taxanen Paclitaxel und Docetaxel bestätigten eine Phase-II- und -III-Studie von Gradishar et al. (2009 und 2005). Die gesteigerte Wirksamkeit basiert auf der Anreicherung von nab-Paclitaxel im Tumorgewebe. Die Albumin-Nanopartikel binden an den gp60-Rezeptor auf der Endothelzellmem-bran, woraufhin der Albumin-Paclitaxel-Komplex durch die Endothelzelle direkt in das Tumor-Interstitium transportiert wird. Anschließend binden die Paclitaxel-Albumin-Nano-partikel an das von vielen Tumoren überexprimierte Protein SPARC (secreted protein acidic and rich in cystein), was eine Anreicherung im Tumorgewebe bewirkt. Im Vergleich zu klassischen Taxanen kann nab-Paclitaxel ohne Prämedikation mit Dexamethason und Antihistaminika verabreicht werden, was den Umgang mit der Substanz sehr erleichtert.

Die erste Studie von Gradishar et al. verglich nab-Paclitaxel in der 3-wöchentlichen Dosierung von 260 mg/m2 mit herkömmlichem Paclitaxel in der Standarddosierung von 175 mg/m2. Eingeschlossen waren 454 Patientinnen mit mBC, ca. 60% waren mit Anthrazyklinen vorbehandelt in der 1., 2. oder bereits 3. Linie, berichtete Untch. Es kam unter nab-Paclitaxel zu einem signifikant höheren Gesamtansprechen (33,2 vs. 18,7%), wobei sich die signifikante Überlegenheit in allen Subgruppen zeigte, unabhängig von der Therapielinie, den viszeralen Metastasen und der Anzahl der Vorbehandlungen. Die Rate an sensorischen Neuropathien war unter nab-Paclitaxel zwar höher, doch schneller wieder rückläufig als unter konventionellem Paclitaxel.

Die zweite Studie von Gradishar et al. verglich nab-Paclitaxel in zwei wöchentlichen Dosierungen (100 mg/m2 und 150 mg/m2 d1/8/15 alle 28d) und einer dreiwöchentlichen Dosierung (300 mg/m2 alle 3 Wochen) mit Docetaxel in der dreiwöchentlichen Standarddosierung von 100 mg/m2 in der Erstlinientherapie des mBC. Neutropenien sowie febrile Neutropenien traten unter Docetaxel öfter und in höherem Grad auf. Die Raten an sensorischen Neuropathien waren in allen 4 Studiengruppen ähnlich. Auch hier bildeten sie sich bei den mit nab-Paclitaxel behandelten Patientinnen rascher zurück als unter Docetaxel.

„Der entscheidende Vorteil ist das große therapeutische Fenster von nab-Paclitaxel“, sagte Jackisch, „mit einer Aktivität über weite Dosisbereiche und in der wöchentlichen und dreiwöchentlichen Applikation, was auch eine individuelle Dosierung abhängig von der Verträglichkeit und Vorbehandlung erlaubt.“

Anders als bei der Systemtherapie nach einer Operation des Primärtumors ist bei der neoadjuvanten Therapie bereits im Vorfeld ersichtlich, ob der Tumor auf eine bestimmte Therapie anspricht oder nicht. Im Prinzip handele es sich bei der neoadjuvanten Chemotherapie um einen in-vivo-Chemosensibilitätstest, so Jackisch. Das Ansprechen mit einer kompletten Remission korreliert offensichtlich mit der Überlebenszeit, worauf erstmals die Studie TECHNO hinwies. Wichtig ist die genaue Planung der neoadjuvanten Therapie, betonte Jackisch. Ein vorzeitiger Abbruch sollte nur bei Progress unter Therapie oder bei nicht tolerierbarer Toxizität erfolgen.

Die Patientinnen in der GeparSepto-Studie werden neoadjuvant eine Chemotherapie in der inversen Sequenz erhalten – d.h. im Vergleichsarm zuerst herkömmliches Paclitaxel gefolgt von Anthrazyklin (4x EC) bzw. im experimentellen Arm zuerst nab-Paclitaxel in einer Dosierung von 150 mg/m2 wöchentlich (d1/8/15 alle 28d) gefolgt von 4x EC. Patientinnen mit hormonrezeptorpositiven Mammakarzinomen werden gleichzeitig zur Chemotherapie antihormonell und Her2-positive Patientinnen mit einer Kombination aus Trastuzumab und Pertuzumab behandelt. Die GeparSepto-Studie, in die der Einschluss von 1.200 Patientinnen geplant ist, vereinigt somit mehrere Therapiestrategien und ist Beispiel für den sinnvollen und optimierten Einsatz aller zur Verfügung stehenden Substanzen in der Therapie des Mammakarzinoms, so Jackisch abschließend.

as

Lunchsymposium „Neue Therapiekonzepte durch die nab-Technologie“, 23.02.2012, DKK 2012, Berlin; Veranstalter: Celgene
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