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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2014 Mammakarzinom - Wirksamkeit und Verträglichkeit im Fokus

DKK 2014 - Erstlinientherapie beim Mammakarzinom

Insgesamt sei die Brustkrebstherapie sehr kompliziert geworden, so Prof. Nadia Harbeck, München. Im Bereich der Chemotherapie würde es nicht mehr viele Innovationen geben, dafür mehr in der zielgerichteten Therapie. Eine der ersten Substanzen, die "neue Ideen" hervorgebracht hat, ist laut Harbeck der mTOR-Inhibitor Everolimus.

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"Wir können viel erreichen durch konsequente Anwendung von Chemotherapie und endokriner Therapie", sagte Harbeck. Trotz aller Fortschritte entwickeln rund 20% der Frauen mit Mammakarzinom Fernmetastasen, rund 5% haben diese bereits bei Erstdiagnose. Länger leben bei guter Lebensqualität ist das höchste Ziel in der Erstlinientherapie des metastasierten Mammakarzinoms.

Aktuelle Daten vom SABCS und dem ECCO zeigen, dass Patientinnen mit fortgeschrittenem, HR+/HER2/neu-negativem Mammakarzinom durch eine Erstlinientherapie mit Everolimus plus Exemestan nicht nur von einem signifikant verlängerten medianen PFS im Vergleich zu Placebo plus Exemestan profitieren, sondern auch einen Erhalt der Lebensqualität erfahren. Basierend auf diesen positiven Ergebnissen bewertet die AGO in ihren aktuellen Empfehlungen Everolimus plus Exemestan für die Erst- und Zweitlinienbehandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms mit höchstem Empfehlungsgrad (++).

"Viele Patientinnen kann man primär endokrin behandeln", berichtete PD Dr. Friedrich Overkamp, Recklinghausen. Die finale Analyse der 18-Monatsdaten der BOLERO-2-Studie zeigte unter Everolimus plus Exemestan gegenüber Placebo plus Exemestan ein signifikant verlängertes medianes PFS (11,0 vs. 4,1 Monate, p<0,0001). Insbesondere haben Patientinnen in der Erstlinientherapie einen besonderen Nutzen  von Everolimus/Exemestan. Hier reduzierte sich das Progressionsrisiko gegenüber dem Kontrollarm signifikant um 68% (15,2 vs. 4,2 Monate). Aktuelle Daten vom San Antonio Breast Cancer Symposium und vom European Cancer Congress zeigen, dass Patientinnen auch von einem Erhalt der Lebensqualität profitieren. So kam es unter Everolimus und Exemestan zu einer 5%igen Verschlechterung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Median nach knapp einem Jahr, im Kontrollarm bereits nach 7,2 Monaten. mTOR-Inhibitoren weisen ein neues Nebenwirkungsspektrum auf. Relevant ist die Stomatitis, die nach 6-8 Wochen ein Plateau erreicht. Hier gelte es früh zu intervenieren, dann würden keine hohen Schweregrade mehr auftreten, so Overkamp. Ebenfalls rechtzeitig zu achten ist auf die diskreten Symptome einer nicht infektiösen Pneumonitis, die gut auf Steroide anspricht. Overkamp erwähnte, dass Patienten, die Krafttraining ausüben, Nebenwirkungen weniger wahrnehmen und sich ihre Kognition sowie Therapietreue verbessert.

Die Pressekonferenz bot die Möglichkeit, eine Bilderausstellung von Brustkrebspatientinnen im fortgeschrittenen Stadium anzuschauen, vor dem Hintergrund der Kampagne "Here & Now":

• "Here & Now" ist eine länderübergreifende Disease Awareness Initiative zu fortgeschrittenem Brustkrebs von Novartis Oncology Region Europe, die von einer Reihe führender Experten unterstützt wird.

• Ziel der Initiative ist, auch in Deutschland die Unterstützung und Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs zu optimieren und die Gesellschaft für die Herausforderungen dieser Patientinnen zu sensibilisieren.

• Die Ergebnisse (1) zeigen, dass in Deutschland 32% der Befragten die Erkrankung fortgeschrittener Brustkrebs entweder unbekannt war oder sie diese nicht korrekt definieren konnten.

• Obwohl 83% der Befragten in Deutschland wussten, dass Brustkrebs im frühen Stadium heilbar ist, waren 73% unsicher oder wussten nicht, dass fortgeschrittener Brustkrebs hingegen unheilbar ist.

Auch durch Einsatz moderner Medien kann die Therapietreue onkologischer Patienten gestärkt werden, sagte Harbeck. Ein neuartiges eHealth-Projekt zur Verbesserung der Therapieadhärenz ist CANKADO, mit dem das normale Betreuungsangebot erweitert und die Patientenversorgung in der onkologischen Langzeittherapie verbessert werden soll.

as

Literaturhinweis:
(1) Öffentliche Umfrage zu "Here & Now", OnePoll, gesponsert von Novartis Oncology Region Europe (2013), data on file.

Novartis Oncology Pressekonferenz im Rahmen des DKK, Berlin, 20.02.2014


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