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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. Dezember 2007 Indolente Lymphome: Fortschritte durch Immuno-Chemotherapie

Gemeinsame Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie. Basel/Schweiz, 5. – 9. Oktober 2007

Vielversprechende Daten zur Immuno-Chemotherapie mit Rituximab und Bendamustin bei indolenten Lymphomen und Mantelzell-Lymphomen wurden auf einem Symposium der Mundipharma vorgestellt. Danach induzierte Bendamustin plus Rituximab hohe Responseraten und die früheren Befunde bei vortherapierten rückfälligen Patienten mit indolenten und Mantelzell-Lymphomen konnten bestätigt werden. Insgesamt waren die Responseraten bei beiden Lymphom-Subtypen vergleichbar hoch und unabhängig von der Anzahl der Vortherapien und der Alkylanzien-Sensitivität. Die Gesamt-Responserate war nach vorheriger Rituximab-Therapie im Vergleich zu Rituximab-naiven Patienten etwas geringer.
In die Studie SDX-105-01, einer multizentrischen Phase-II-Studie, wurde Bendamustin als Monosubstanz bei Patienten mit Rituximab-refraktären indolenten oder transformierten B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen eingesetzt. Die Studie SDX-105-02 prüfte Bendamustin plus Rituximab nach Versagen von Rituximab bei Patienten mit indolenten und Mantelzell-Lymphomen, während in der Studie SDX-105-03 die Bendamustin-Monotherapie bei Patienten mit indolenten Lymphomen bei Rituximab-refraktären Patienten untersucht wurde. Bei der Auswertung der ersten Studie (SDX-105-01) zeigte sich eine Gesamt-Ansprechrate von 77%, wobei 34% Komplett-Remissionen erzielt wurden. Bei den mit Alkylanzien vorbehandelt Patienten fand sich fast keine Kreuzresistenz, die Ansprechrate betrug hier 60% mit 20% Komplett-Remissionen. Die Patienten sprachen im Mittel 6,6 Monate auf die Behandlung an, Patienten mit indolenten Lymphomen beinahe 8 Monate. Patienten, deren Lymphome bereits transformiert waren, zeigten eine deutlich verkürzte Ansprechdauer, während bei einigen Patienten mit niedrig malignen Lymphomen, die nach mehreren früheren Therapien progredient geworden waren, das Ansprechen bis zu zwei, drei und mehr Jahre anhielt, erläutere Prof. Bruce Cheson, Washington DC.

In SDX 105-03, einer in den USA und Kanada durchgeführten, offenen, einarmigen Phase-II-Studie mit 100 Patienten wurden Effektivität, Sicherheit und das pharmakologische Profil von Bendamustin geprüft. Auch hier waren stark vorbehandelte Patienten im mittleren Alter von 60 Jahren mit indolenten Lymphomen eingeschlossen, die nicht mehr auf Rituximab angesprochen hatten. Die Gesamt-Ansprechrate betrug 84% mit 29% kompletten Remissionen. Die mittlere Ansprechdauer lag bei über 9 Monaten, das progressionsfreie Überleben bei nahezu 10 Monaten. Bei 60% der Patienten wurden vor allem Leukopenie and Neutropenie Grad III oder IV beobachtet. Ein Viertel der Patienten entwickelte eine Thrombozytopenie, febrile Neutropenie trat nicht auf. Unter den häufigsten nicht hämatologischen Toxizitäten waren Nausea, Erbrechen und Fatigue, allerdings vorrangig Grad I oder II, selten Grad III und in keinem Fall Grad IV. Um diese Ergebnisse zu reproduzieren, wurde SDX-105-02 durchgeführt, eine multizentrische Phase-II-Studie zur Ermittlung der Effektivität und Sicherheit von Bendamustin plus Rituximab im Rückfall indolenter B-Zell und Mantelzell-Non-Hodgkin-Lymphome. Auch hier waren die Studienteilnehmer im Mittel 60 Jahre alt und stark vorbehandelt. Die Gesamt-Ansprechrate war auch in dieser Studie mit 92% sehr hoch. Sie war ebenso wie die Rate der kompletten Remissionen (41% und 42%) bei beiden Lymphomentitäten nahezu identisch. Alle Patientengruppen profitierten durch ein progressionsfreies Überleben von insgesamt fast zwei Jahren (23 Monate). Cheson betonte, dass die als primäre Toxizität beobachtete Myelosuppression reversibel war und nicht-hämatologische Nebenwirkungen in der Regel gering gradig ausgeprägt.

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