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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

11. Dezember 2013 Durchbruchschmerzen: "Individuelles Management ist der Goldstandard"

Klare Diagnosekriterien seien notwendig, sagte Andrew Davies, Surrey, UK, um Durchbruchschmerzen zu identifizieren. "Definiert wird Durchbruchschmerz als eine vorübergehende Schmerzexazerbation, die trotz adäquat kontrollierten Basisschmerzes entweder spontan oder durch einen vorhersehbaren oder nicht vorhersehbaren Trigger auftritt."

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Fachinformation

Eine Beobachtungsstudie (1) mit 1.000 europäischen Krebspatienten mit Durchbruchschmerzen, die mit einem dafür empfohlenen Algorithmus diagnostiziert wurden, hat ergeben, dass Durchbruchschmerzen im Median 3 Mal pro Tag auftreten und 88% der Patienten von alltäglichen Aktivitäten abhielten sowie Stimmung, Arbeitsfähigkeit oder Schlaf beeinträchtigten. Dabei verhalten sich die Schmerzen individuell verschieden, das Schmerzprofil kann im Verlauf auch bei jedem Individuum variieren, erläuterte Davies. Daher gelte auch für die Therapie die Regel "Goldstandard ist das individuelle Management."
 

Durchbruchschmerz charakterisieren

- Schmerzbeginn?
- Häufigkeit?
- Wo?
- Ausstrahlen des Schmerzes?
- Charakter des Schmerzes?
- Schmerz-Intensität?
- Schmerz-Dauer?
- Exazerbierende Faktoren?
- Lindernde Faktoren?
- Ansprechen auf Analgetika?
- Ansprechen auf andere Interventionen?
- Assoziierte Symptome?
- Störend bei Alltagsaktivitäten?

 

 

 

 
 

 

 



 

 

 

Umfrage zur Lebensqualität: Durchbruchschmerzen unterschätzt

Aus der Beobachtungsstudie ging auch hervor, dass 75% der Patienten mit einer Rescue-Medikation zufrieden waren, allerdings hatten 48% darunter Nebenwirkungen, und im Median begann die Schmerzlinderung erst nach 20 Minuten und erreichte die maximale Wirksamkeit erst nach 30 Minuten. "Das ideale Durchbruchschmerz-Medikament sollte schnell und effektiv, dafür aber relativ kurz wirken und allenfalls minimale Nebenwirkungen verursachen." Daher müsse man ein gründliches Assessment durchführen, um die Therapie für den Patienten maßzuschneidern, sagte John Zeppetella, Essex.

"Schmerz ist ein vorherrschendes Symptom, wird aber im Allgemeinen unterbehandelt, was sich als verminderte Lebensqualität und Lebenserwartung der Patienten niederschlägt", sagte Kris Vissers, Nijmegen, Niederlande. Schmerzen von Krebspatienten seien zumeist eine Mischung aus nozizeptivem und neuropathischem Schmerz, eventuell auch viszeralem Schmerz. "Was die Empfehlungen bei Durchbruchschmerzen anbelange", sagte Vissers, "bräuchte man dafür dringend Datenbank-Tools, gezielte Schulung der Ärzte sowie Follow-Up-Programme, mit denen neben Outcome auch ökonomische Aspekte ermittelt würden."

Nötig seien außerdem eine standardisierte Diagnostik sowie multidimensionale Behandlungsmöglichkeiten, die sämtliche Aspekte des Patienten - weitere somatische Beschwerden neben der Krebserkrankung, Wut und Existenzängste, soziale und kulturelle Faktoren - berücksichtigten. Aus diesen erforderlichen Elementen ließe sich dann ein effektiver Behandlungsplan erstellen, der evidenzbasiert und klinisch leicht umsetzbar wäre.

Zeppetella und Davies haben 15 Studien der Jahre 1998 bis 2007 analysiert (2) und dabei festgestellt, dass in allen Studien nach 10 Minuten durch transmukosales Fentanyl verglichen mit Placebo die Schmerzintensität signifikant nachgelassen hatte, wobei die Studien wegen verschiedener Endpunkte, Einsatz von Rescue-Medikation und Titrationsprotokollen schlecht vergleichbar sind.
 

Abb. 1: Die Grafik veranschaulicht, wie die unterschiedlichen Fentanyl-Formulierungen anfluten. INFS= Intranasales Fentanylspray, FBT= Fentanyl Buccal-Tablette OTFC= Orales transmukosales Fentanyl-Citrat (mod. nach Darwish M et al, 2007).

Weniger Schmerzepisoden

Therapieziel bei Durchbruchschmerzen, so das Fazit der Experten, sei es, die Intensität und Häufigkeit der Schmerzepisoden zu verringern. Dafür steht transmukosales Fentanyl als buccale, sublinguale und nasale Anwendungsform zur Verfügung.

Das Durchbruchschmerz-Profil des Patienten genau zu eruieren, kann bei der Auswahl der Applikationsform helfen.

ab

Literaturhinweise:
(1) Davies A et al. J Pain Symptom Manage 2013; doi: pii:So885-3924(13)00120-6.10.1016.
(2) Zeppetella, Davies, Cochrane Systematic Review, in press.


TEVA-Satellitensymposium "Management of Breakthrough Pain in Patients with Cancer" im Rahmen des 8. EFIC, Florenz, 10.10.2013


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