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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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18. Oktober 2013

mCRPC: "Die Prognose hat sich verbessert"

Interview mit Prof. Dr. Johannes M. Wolff, Viersen.

Die Entwicklung in der Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) schreitet rasant voran. So hat Ende 2012 Abirateronacetat (Zytiga®) in Kombination mit Prednison/Prednisolon die Indikationserweiterung für den Einsatz bei nicht oder mild symptomatischen mCRPC-Patienten nach Versagen der Androgenentzugstherapie erhalten, bei denen eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist. Prof. Dr. Johannes M. Wolff, Chefarzt der Urologischen Klinik der AKH Viersen GmbH, erläutert im Gespräch den aktuellen Stand.

Prof. Dr. Johannes M. Wolff, Viersen
 

JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Prof. Wolff, welche Möglichkeiten gibt es heute für die Erstlinientherapie des mCRPC?

Wolff: Für symptomatische mCRPC-Patienten empfiehlt die S3-Leitlinie Docetaxel als Standard, bei asymptomatischen Patienten ist hingegen unklar, ob sie hiervon ebenfalls profitieren. Inzwischen steht jedoch Abirateron für die Behandlung von nicht oder mild symptomatischen, chemonaiven mCRPC-Patienten nach Versagen der Androgendeprivation zur Verfügung. Der Androgen-Biosynthese-Inhibitor verlängerte das radiologisch progressionsfreie Überleben signifikant von ca. 8 auf 16 Monate (1).

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Rolle spielen die sekundären und tertiären Hormonmanipulationen und die maximale Androgenblockade (MAB) noch?

Wolff: Da die Datenlage zur sekundären Hormonmanipulation nicht gut ist, wird für sie in der S3-Leitlinie nur eine Kann-Empfehlung ausgesprochen. Zur MAB gibt es viele Phase-III-Studien, hinsichtlich der initialen MAB blieb jedoch fraglich, ob die erzielte Überlebensverlängerung klinisch relevant ist. Die MAB hat allerdings einen Stellenwert, wenn man bei unzureichendem Ansprechen einer primären LHRH-Therapie ein Antiandrogen hinzugibt. Für tertiäre Hormonmanipulationen ist die Evidenz sehr gering.

JOURNAL ONKOLOGIE: Nach welchen Kriterien entscheiden Sie über den Einsatz von Abirateron oder Docetaxel in der Erstlinie?

Wolff: Bei schlechter Tumordifferenzierung und extrem schneller PSA-Verdopplungszeit würde ich eher eine Chemotherapie geben, wohingegen ich bei einem mittelgradig differenzierten Tumor zunächst eher die Hormonentzugstherapie optimieren würde, denn das machen wir ja mit Abirateron.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie wird sich die Erstlinientherapie des mCRPC verändern?

Wolff: Meines Erachtens werden nicht oder mild symptomatische Patienten nach Versagen der Androgendeprivation zunehmend Abirateron erhalten, auch weil dies weniger belastend als eine Chemotherapie ist. Daher wird die sekundäre Hormonmanipulation quasi durch Abirateron ersetzt, wobei weitere Substanzen in der Entwicklung sind.

JOURNAL ONKOLOGIE: Abirateron ist - neben Cabazitaxel und jetzt auch Enzalutamid - ebenfalls für die Zweitlinie nach Versagen von Docetaxel zugelassen. Wie setzen Sie die Therapie nach Docetaxel fort?


Wolff: Auch hier ist die Datenlage noch spärlich. Nach einer aktuellen Meta-Analyse sind bei Patienten mit ECOG-Status 2 nach Docetaxel-Versagen Abirateron oder Enzalutamid von Vorteil. Für Patienten mit besserem ECOG-Status kann man das bislang nicht sagen. Hier wäre es vermutlich sinnvoll, bei schlechter Tumordifferenzierung eine Zweitlinienchemotherapie und bei günstigeren Tumorcharakteristika eine Zweitlinienhormontherapie anzuschließen.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Optionen bestehen heute nach Versagen der Zweitlinie?

Wolff: Ich kann natürlich einem Patienten, den ich zunächst mit Docetaxel und dann mit Abirateron behandelt habe, anschließend Cabazitaxel oder Enzalutamid geben bzw. umgekehrt. Die optimale Sequenz ist jedoch unklar.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Rollen spielen Glukokortikoide?

Wolff: Bei einigen Medikamenten ist die Kombination sehr wesentlich. Bei Abirateronacetat reduziert sie die mineralkortikoiden Nebenwirkungen, auch bei Docetaxel ist sie wichtig.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie hat sich die Prognose der mCRPC-Patienten heute verbessert?

Wolff: Letztlich liegt das Überleben der Patienten heute bei ca. 2-3 Jahren. Die Prognose hat sich demnach deutlich verbessert, wobei wir hier dank aktueller Studien am Anfang stehen.

Vielen Dank für das Gespräch!



Mit freundlicher Unterstützung der Janssen-Cilag GmbH, Neuss



Literaturhinweis:

(1) Ryan CJ, et al. N Engl J Med. 2013;368:138-48.

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