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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Mai 2013

3. ASORS-Jahreskongress - 12.-13. April 2013, Berlin

Übelkeit und Erbrechen - Immer noch ein Problem

Befragt man onkologische Patienten zu den therapieassoziierten Toxizitäten, unter denen sie besonders leiden, geben immer noch viele Patienten Übelkeit und Erbrechen an. "Und das, obwohl es gerade hier schon so gute Prophylaxe-Medikamente und genaue Einnahme-Schemata gibt", beklagte PD Dr. Gerlinde Egerer, Heidelberg. Dass die Antiemese-Prophylaxe trotz Kenntnis der Leitlinien nicht adäquat durchgeführt wird, bestätigte auch Dr. Jörg Schilling vom Bund Niedergelassener Gynäkologischer Onkologen in Deutschland e.V. (BNGO) aus Berlin, der die Ergebnisse einer entsprechenden Umfrage vorstellte.

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Laut Egerer ist bei der Emesis-Kontrolle Prävention immer besser als Therapie.Dazu sind in den MASCC- und NCCN-Leitlinien klare Vorgaben definiert: Bei hoch emetogenem Risiko für CINV (Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen) sollte eine Dreifachkombination aus NK1-Rezeptorantagonist (RA, wie Aprepitant oder Fosaprepitant), 5-HT3-RA (Palonosetron) und Dexamethason gegeben werden. Bei moderat emetogenem Risiko wird eine Zweifachkombination aus Palonosetron und Dexamethason empfohlen. Bei schwach emetogenem Risiko ist eine Einzeldosis Dexamethason vor der Chemotherapie zu erwägen, während bei minimal emetogenem Risiko keine Prophylaxe benötigt wird. Bei mehrtägigen Chemotherapie-Schemata wird empfohlen, die dem jeweiligen Emesis-Risiko entsprechenden Antiemetika an jedem Tag der Chemotherapie sowie noch im Anschluss 2 Tage lang zu geben. Bei Kombinationschemotherapien sollten die Antiemetika entsprechend der Komponente mit dem höchsten emetogenen Potenzial verwendet werden. Bei Hochdosischemotherapien mit einer Stammzell- oder Knochenmarktransplantation sollte ein 5-HT3-RA in Kombination mit Dexamethason gegeben werden. "Wenn die Leitlinien korrekt angewendet würden, ließen sich dadurch auch Kosten einsparen", so Egerer.

Das Risiko wird unterschätzt

Schilling stellte die Ergebnisse einer Umfrage der BNGO vor, denen zu Folge medizinische Fachkräfte v.a. die verzögerte Phase von Übelkeit und Erbrechen ihrer Patienten oft unterschätzen (Abb. 1). Das liege laut Schilling u.a. daran, dass immer mehr Chemotherapien ambulant durchgeführt würden und die Ärzte die verzögerte Emesis nicht mitbekämen. Der Umfrage nach kennen viele die Leitlinien, befolgen die Empfehlungen aber trotzdem nicht. Durch die Befragung kam es auch zu keinem Lerneffekt.
 

Abb. 1: Medizinische Fachkräfte unterschätzen Übelkeit und Erbrechen ihrer Patienten.
 

Die Ergebnisse der Umfrage ergaben für das tatsächliche Therapieverhalten, dass nur 33% der Patientinnen (47/143) im 1. Zyklus der AC-haltigen Therapie die Dreifach-Antiemese gemäß Leitlinien erhalten hatten. 48% (69/143) erhielten eine Zweifachkombination aus 5-HT3-RA und Dexamethason. 15 Patientinnen bekamen mehrere verschiedene 5-HT3-RAs gleichzeitig an Tag 1. In der akuten Phase erhielten 57 Patientinnen einen 5-HT3-RA der 1. Generation, in der verzögerten Phase waren es 34 an Tag 2, 28 an Tag 3, 13 an Tag 4 und 10 an Tag 5. 20% (28/143) der Patientinnen erhielten in der verzögerten Phase den NK1-RA Aprepitant.

sk

Lunch-Symposium "Antiemese Leitlinien und ihre Umsetzung im Alltag - Wahrnehmung vs. Realität", 12.04.13, Berlin; Veranstalter: MSD Sharp & Dohme GmbH
 

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