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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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09. Oktober 2012

Personalisierte NSCLC-Therapie mit ALK-Inhibitor

 Das Netzwerk „Genomische Medizin Lungenkrebs“ des Center for Integrated Oncology (CIO) der Universitätskliniken Köln und Bonn hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lungenkrebspatienten systematisch auf Mutationen zu screenen, um möglichst viele Daten zu sammeln und die Patienten einer individuell geeigneten Therapie zuführen zu können. Mit Hilfe moderner Techniken der Tiefensequenzierung gelingt es dort, viele Gene gleichzeitig zu analysieren. So wird auch auf ein Rearrangement im Gen für die anaplastische Lymphom-Kinase (ALK) getestet, für das der ALK-Inhibitor Crizotinib bereits eine lebensverlängernde Wirkung zeigen konnte.

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Etwa die Hälfte aller Lungenkrebspatienten trägt therapeutisch angehbare Mutationen, erklärte Prof. Reinhard Büttner, Köln. So können allein beim Adenokarzinom Mutationen u.a. in den Genen EGFR, KRAS, BRAF, ALK, HER2, PIK3CA und MET mit unterschiedlicher Häufigkeit detektiert werden. Eine EML4-ALK-Translokation, die bei 3-5% der NSCLC-Patienten auftritt, führt zu einer konstitutiven Expression des Gens und ist mittels eines spezifischen ALK-Inhibitors (Crizotinib) therapeutisch angreifbar. Studien ergaben hier einen Überlebensvorteil für die Patienten mit ALK-Mutation, die in der Zweit- oder Drittlinientherapie Crizotinib erhalten hatten. Dies führte in den USA auch bereits zur Zulassung des Medikaments. Die Zulassung in Europa ist beantragt (1).

Implementierung personalisierter Medizin

„Der Begriff der targeted therapy ist nicht direkt gleich zu setzen mit personalisierter Medizin“, betonte Prof. Jürgen Wolf, Köln: „Nur bei Vorliegen einer entsprechenden Mutation ist eine targeted therapy auch wirksam.“ Die gezielten Therapiemöglichkeiten stellen neue Anforderungen an Ärzte in klinischer Forschung und Routineversorgung: „Eine enge Zusammenarbeit mit Grundlagenforschern, die Integration der molekularen Pathologie und die Zusammenarbeit spezialisierter Zentren mit Krankenhäusern und Praxen ist erforderlich“, gab Büttner zu bedenken. Voraussetzung ist ein präzises Verständnis der Abhängigkeit und der pharmakologischen Vulnerabilität in genetisch definierten Subgruppen. Büttner erklärte, dass es eine diagnostische Herausforderung sei, Genanalysen an dem geringen Probenmaterial, das aus kleinsten Nadelaspiraten gewonnen wird, bei dem zumeist wenige Tumorzellen mit Normalgewebe vermischt sind, durchzuführen. Möglich sei dies nur durch neue parallele Tiefensequenzierungsmethoden, wie sie z.B. in der Pathologie des Universitätsklinikums Köln durchgeführt würden. Umliegende Krankenhäuser und Praxen haben die Möglichkeit, ihre Gewebeproben an die Pathologie Köln zu schicken, wo die Gene charakterisiert werden. Dadurch kann eine mögliche gezielte Therapie für den Patienten ermittelt werden, der dann vor Ort behandelt werden könne. Außerdem wird auf diese Weise ein umfassendes Register zur möglichst flächendeckenden Genotypisierung ermöglicht. Das Netzwerk Genomische Medizin Lungenkrebs soll hier als richtungsweisendes Modell dienen, wie Büttner betonte.

sk

Presseveranstaltung „Unverzichtbar: Molekulare Diagnostik als Basis für die personalisierte Therapie beim Lungenkrebs“, 30.08.2012, Köln, Veranstalter: Pfizer Oncology

Literaturhinweis:
(1) Bang Y et al. Plenary Presentation at the American Society of Clinical Oncology Annual Meeting, June 4-8, 2010. Chicago, IL.

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