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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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25. Januar 2018

Obinutuzumab als neuer Standard für die Erstlinientherapie des follikulären Lymphoms

Interview mit Prof. Dr. med. Wolfgang Hiddemann, München.

Der glykomodifizierte Typ-II-Anti-CD20-Antikörper Obinutuzumab (Gazyvaro®) wurde im September 2017 zur Erstlinientherapie des fortgeschrittenen follikulären Lymphoms (FL) in Kombination mit Chemotherapie zugelassen. Die Studien-Daten der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie GALLIUM und deren Bedeutung für die weitere Entwicklung der FL-Therapie erläutert Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Klinikum der Universität München.
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Prof. Dr. med. Wolfgang Hiddemann
JOURNAL ONKOLOGIE: Was war die Rationale der GALLIUM-Studie?

HIDDEMANN: Das Ziel der Phase-III-Studie war, die bisherige Standardtherapie für Patienten mit FL aus MabThera® + Chemotherapie weiter zu verbessern. Mit Gazyvaro® ist ein neuer, sog. Typ-II-Anti-CD20-Antikörper entwickelt worden, der bereits in früheren Studien das Potenzial erkennen ließ, noch stärker als Rituximab zu sein. Aus diesem Grund wurde in der GALLIUM-Studie Obinutuzumab direkt mit Rituximab verglichen.


JOURNAL ONKOLOGIE: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Ergebnisse?

HIDDEMANN: In der GALLIUM-Studie konnte man schon zu einem überraschend frühen Zeitpunkt sehen, dass die Kombination von Obinutuzumab mit Chemotherapie das progressionsfreie Überleben im Vergleich zum Kontroll-Arm mit Rituximab signifikant verlängert hat. Das ist ein deutlicher Fortschritt für die Patienten. Wir haben im Rahmen der Studie gezeigt, dass Obinutuzumab das Risiko eines Rückfalls oder eines Fortschreitens der Erkrankung um mehr als 30% reduziert. Hochgerechnet entspricht das einer Verlängerung der progressionsfreien Zeit um etwa 3 Jahre.


JOURNAL ONKOLOGIE: Welche klinischen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Behandlungsregime?

HIDDEMANN: Wir haben bei vorbehandelten FL-Patienten bereits gute Erfahrungen mit Obinutuzumab in Kombination mit Chemotherapie gemacht. In der FL-Erstlinientherapie haben wir Obinutuzumab bislang nur im Rahmen der GALLIUM-Studie einsetzen können, da es erst im September 2017 in dieser Indikation zugelassen wurde. Alle Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen waren auch hier gut zu managen, und wir hatten den Eindruck, dass z.B. Lymphknoten durch die Therapie mit Obinutuzumab schneller zurückgegangen sind als mit Rituximab. Für uns bedeutet das konkret, dass die Kombination von Obinutuzumab mit Chemotherapie der neue Standard für diese Patienten ist.


JOURNAL ONKOLOGIE: Wie ordnen Sie diese neue Therapieoption für FL-Patienten ein?

HIDDEMANN: In meinen Augen werden die Ergebnisse die Behandlungsmodalitäten bei diesen Patienten substanziell beeinflussen. Im November wurden die Daten der GALLIUM-Studie online im New England Journal of Medicine publiziert, dem Journal mit der höchsten Anerkennung. Das zeigt, dass diese Resultate auch international extrem hoch und sehr positiv bewertet werden. Das wesentliche Ergebnis der Studie ist, dass die Kombination mit Obinutuzumab in Bezug auf die Progressionsfreiheit der Patienten deutlich besser war als Rituximab. Das sind Daten, die wirklich ein bisschen euphorisch machen, was durch die Erwähnung in den DGHO-Leitlinien zusätzlich unterstrichen wird.


JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Bedeutung hat die Zulassung von Gazyvaro® für die Erstlinientherapie des FL?

HIDDEMANN: Wir können Obinutuzumab jetzt innerhalb der Zulassung als neuen Antikörper breit in der Erstlinientherapie des follikulären Lymphoms einsetzen. Das heißt, auch die Kollegen im niedergelassenen Bereich haben nun die Möglichkeit, Obinutuzumab zu verschreiben und damit ihren Patienten eine zeitgemäße Behandlung zu bieten.


JOURNAL ONKOLOGIE: Welches Potenzial sehen Sie in Obinutuzumab für die weitere Entwicklung der Lymphom-Therapie?

HIDDEMANN: Bestandteil der Behandlungsregime ist immer noch die Chemotherapie. Aber aktuell gibt es in der Lymphom-Therapie eine Fülle an hochinteressanten neuen Substanzen. Die Hoffnung ist, Chemotherapie-freie Kombinationen zu entwickeln, die weniger Nebenwirkungen haben, aber mindestens genauso effektiv sind. Dieses Konzept verfolgen wir innerhalb unserer Studiengruppe der GLSG. Obinutuzumab ist hierbei für uns der zentrale Baustein, den wir in Kombination mit anderen Substanzen prüfen.


Vielen Dank für das Gespräch!
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