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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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02. Dezember 2015

Genexpressionstests: Vorhersage des Rezidivrisikos – Vermeidung von Chemotherapien?

Im Rahmen eines Pressegesprächs in München wurde über den medizinischen Nutzen und die Kostenübernahme von Genexpressionstests zur Risikoeinschätzung von Brustkrebs diskutiert.

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Obwohl sich die Therapieoptionen für Mammakarzinom-Patientinnen in den letzten Jahren zunehmend verbessert haben, werden die Patientinnen in der Regel nach einem chirurgischen Eingriff häufig einer belastenden Chemotherapie unterzogen, um das Restrisiko eines Rezidivs auszuschließen. Dass dies aber nicht in jedem Fall indiziert ist, haben nun neue Studien aus den USA (TailorX-Studie) (1) und Israel (2) gezeigt, die die prognostischen Faktoren von Genexpressionstests unter die Lupe nahmen. Die neuen Daten, die auf dem European Cancer Congress 2015 in Wien vorgestellt wurden, erwiesen sich als „Quantensprung“, so Prof. Nadia Harbeck, München. Aufgrund von Genexpressionstests können nun Therapieentscheidungen bei frühem Brustkrebs viel individueller gestaltet werden, erläuterte Harbeck. Zudem können bei vielen Patientinnen Übertherapien verhindert werden, d.h., dass häufig auf die gefürchteten Chemotherapien, die eine hohe physische wie auch psychische Belastung für die Patientinnen darstellen, verzichtet werden kann. Weniger als 10% der Patientinnen überhaupt profitieren von einer Chemotherapie, gab Harbeck zu bedenken. Als verlässliches Instrument zur Prognose erwies sich der Oncotype DX®-Test, der einzige Test, der in diversen Studien evaluiert wurde und sichere Aussagen über das Rezidivrisiko bei hormonsensitiven Mammakarzinomen erlaubt. Patientinnen mit frühem Östrogenrezeptor-positiven, HER2-negativen Brustkrebs haben nun eine Entscheidungshilfe bei der Frage, ob neben der obligaten Hormontherapie noch eine Chemotherapie nötig ist. Mit dem Test werden Aktivitäten bestimmter Gene aus einer Tumorbiopsie bestimmt. Die Genexpressionsmuster erhalten einen Recurrence-Score von 0-100, mit dem das 10-Jahres-Rückfallrisiko bestimmt wird. Damit lassen sich Vorhersagen für Therapieoptionen treffen. So lag in der TailorX-Studie bei Patientinnen, die aufgrund eines niedrigen Test-Scores auf eine Chemotherapie verzichtet haben, das rezidivfreie Überleben bei 99,3%, in der israelischen Erhebung betrug das Überleben nach 5,9 Jahren 99,1%. In vorläufigen Ergebnissen der größten deutschen Brustkrebsstudie (ADAPT-Studie) (3) blieb 60% der Studienteilnehmer eine Chemotherapie erspart, das entspricht 10-15.000 Patientinnen jährlich, so Harbeck.

 

Lebensqualität gewinnen – Kosten sparen

„Die Datenlage ist sehr gut, der Benefit für die Mammakarzinom-Patientinnen ist eindeutig“, bemerkte Harbeck. Dass viele immer noch nicht flächendeckend von diesen Diagnosemöglichkeiten profitieren und die Kosten von den meisten Krankenkassen nur in gut begründeten Einzelfällen übernommen werden, kritisierte Harbeck. Die Kosten für Chemotherapien würden die durch den Test verursachten um ein Vielfaches übersteigen, so Harbeck, „die Kosten für die Langzeitfolgen nicht eingerechnet“. Sie bezeichnete die Folgen einer unnötigen Chemotherapie drastisch mit einer „Art Körperverletzung“; nicht nur Haarausfall und Übelkeit, sondern auch Folgeschäden wie Herzbelastung, Unfruchtbarkeit oder periphere Neuropathien belasten die Frauen. Unterstützung erhielt Harbeck von Renate Heidinger, die sich als Gründerin der Organisation Brustkrebs Deutschland e.V. diesem Thema aus Patientensicht verschrieben hat. Den Befund Brustkrebs mit all seinen sozioökonomischen Folgen kennt sie selbst. „Die Diagnose Brustkrebs kommt meistens völlig unerwartet und verändert von einem Moment zum anderen erst einmal das Leben“ ist ihre Erfahrung. Die Patientinnen sowie auch die Angehörigen sind mit der Diagnose und der folgenden Therapie völlig überfordert. Nicht nur „das Vertrauen in den Körper ist weg“, so Heidinger, auch die Folgen wie zeitweiliger Berufsausfall, Beeinträchtigung des Sozial- und Familienlebens und eine veränderte Lebensperspektive belasten alle Beteiligten. Daher ist es ihrer Meinung nach auch „ethisch geboten“, alles Notwendige zu tun, um die Patientinnen zu entlasten und ihre Therapieentscheidungen mitzutragen. „Die neuen Ergebnisse sind eine wunderbare Nachricht für Patientinnen und Therapeuten“, konstatierte Heidinger; „der Genexpressionstest bietet daher heute die beste Entscheidungshilfe und sollte selbstverständlich von den Kosten her erstattet werden“.

(ghk)
Pressegespräch „Genexpressionstests: Evidenzlage sehr gut – Erstattung mangelhaft“, 13.10.2015, München; Veranstalter: Genomic Health
Literatur:

(1) Sparano JA et al. N Engl J Med 2015.
(2) Stemmer SM et al. ECC 2015; Abstract 1963.
(3) ADAPT-Studie (aktiv), Westdeutsche Studiengruppe; wsg@wsg-online.com

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