Mittwoch, 13. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
08. September 2017

Doppelte Antikörper-Blockade: Fortschritt beim HER2-positiven Mammakarzinom

Die Entwicklung von Herceptin® (Trastuzumab) als erste zielgerichtete Therapie war ein Durchbruch in der Behandlung des HER2-positiven Mammakarzinoms. Die doppelte Antikörper-Blockade mit Perjeta® ▼(Pertuzumab) und Herceptin in Kombination mit Chemotherapie verbessert die Prognose beim HER2-positiven Mammakarzinom weiter. Sie gehört sowohl in der Firstline-Therapie des metastasierten Mammakarzinoms als auch im neoadjuvanten Setting zum Standard-Regime (1). Die wirksame Kombination wird derzeit auch für die Adjuvanz untersucht. Im Blick: die Chance auf Heilung.
HER2-positive Mammakarzinome sind aggressiv. „Sie sind die kleine Schwester des triple-negativen Mammakarzinoms“, so Prof. Dr. Christian Jackisch, Offenbach. Der Vorteil ist jedoch, dass der HER2-Rezeptor einen Angriffspunkt für zielgerichtete Therapien darstellt – und durch diese hat sich die Prognose für die betroffenen Patientinnen erheblich verbessert. Neben Herceptin bietet heute die doppelte Antikörper-Blockade mit Herceptin und Perjeta eine noch umfassendere Blockade des HER2-Rezeptors mit dem Resultat einer deutlich höheren Effektivität.


Perjeta in der Neoadjuvanz

Der neoadjuvante Einsatz von Perjeta in Kombination mit Herceptin und einer Chemotherapie ist bestätigter Standard für die neoadjuvante Behandlung des frühen HER2-positiven Mammakarzinoms (eBC): In der für 2017 aktualisierten Therapieempfehlung hat die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) das neoadjuvante Regime mit Perjeta erstmals mit Doppelplus bewertet (1). In der zulassungsrelevanten NeoSphere-Studie erreichten Patientinnen, die Perjeta im neoadjuvanten Setting über 4 Zyklen zusätzlich zu Herceptin plus Docetaxel erhielten im Vergleich zu alleiniger Behandlung mit Herceptin und Docetaxel nahezu doppelt so häufig eine pathologische Komplett-Remission (pCR) in Brust und Axilla (ypT0/is ypN0: 39,3% vs. 21,5%; p=0,0063) (2). Die doppelte Antikörper-Blockade lässt sich auch mit anderen Chemotherapien erfolgreich kombinieren, wie die TRYPHAENA-Studie zeigte. Sowohl mit einer Anthrazyklin- als auch mit einer Carboplatin-basierten Chemo-therapie wurden pCR-Raten in Brust und Axilla von etwa 60% erreicht (3).
 
Abb. 1: NeoSphere-Studie: Rate pathologischer Komplett-Remissionen unter Perjeta nahezu verdoppelt (modifiziert nach (2)).
Abb. 1: NeoSphere-Studie: Rate pathologischer Komplett-Remissionen unter Perjeta nahezu verdoppelt (modifiziert nach (2)).



pCR als prognostischer Marker

Die NeoSphere-Studie lieferte zudem Informationen zum prognostischen Wert der pCR nach neoadjuvanter Therapie. Auch wenn die Untersuchung nicht darauf gepowert war, deutet eine Auswertung der 5-Jahres-Daten zum krankheitsfreien Überleben (DFS) darauf hin, dass der pCR-Vorteil langfristig ein besseres Therapieergebnis bedeutet (4). Die deskriptive Analyse ergab zudem, dass die Patientinnen langfristig – unabhängig vom Erreichen einer pCR – von der zusätzlichen Therapie mit Perjeta profitieren. Hatten die Patientinnen eine pCR erreicht, waren unter Perjeta nach 5 Jahren 88% der Patientinnen krankheitsfrei gegenüber 81% ohne Perjeta (HR=0,63). Aber auch in der Gruppe der Patientinnen ohne pCR ergab sich durch die Perjeta-Therapie ein höheres 5-Jahres-DFS (84% vs. 81%; HR=0,74) (4). Dies zeigt, dass die Patientinnen unabhängig vom Resultat der neoadjuvanten Behandlung von der zusätzlichen Therapie mit Perjeta profitieren. Patientinnen, die mit Perjeta eine pCR erreichen, haben zwar eine bessere Prognose als Patientinnen bei denen ein Tumorrest verbleibt – dennoch gibt es pCR-Patientinnen, die rezidivieren.


Auf dem Weg zur Adjuvanz

Der Einsatz der doppelten Antikörper-Blockade in der neoadjuvanten Situation hat die Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms einen Schritt weitergebracht. Handlungsbedarf gibt es vor allem in der adjuvanten Situation. Denn trotz neoadjuvanter Behandlung mit Perjeta und adjuvanter Herceptin-Therapie entwickelt ein Teil der Patientinnen ein Rezidiv. „Obers-tes Ziel der adjuvanten Therapie beim HER2-positiven Brustkrebs ist die Heilung. Hier besteht weiterer Bedarf an zusätzlichen Therapieoptionen“, erklärte Jackisch. Insbesondere bei Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko, z.B. Frauen mit positivem Nodal-Status oder negativem Hormonrezeptor-Status, werden zusätzliche effektive Therapieoptionen benötigt. Aktuell untersucht die APHINITY-Studie den adjuvanten Einsatz von Perjeta plus Herceptin in Kombination mit Chemotherapie. Jackisch wies darauf hin, dass angesichts der hervorragenden Wirksamkeit von Herceptin das Ausmaß des Erfolgs einer Therapieoptimierung kleiner sein wird als bei neuen Therapiestrategien. „In der Vergangenheit haben wir bei Verbesserungen von Therapieprinzipien zur adjuvanten Behandlung des Mammakarzinoms relative Risikoreduktionen von 11-30% im 5-Jahres-DFS gesehen“ (5-7). Eine Zulassung von Perjeta in der Adjuvanz wird für 2018 erwartet. Bis dahin steht die doppelte Antikörper-Blockade bereits jetzt für die neoadjuvante Therapie zur Verfügung.
 
Abb. 2: CLEOPATRA-Studie: Perjeta verlängert das OS signifikant um 15,7 Monate auf fast 5 Jahre (modifiziert nach (9)).
Abb. 2: CLEOPATRA-Studie: Perjeta verlängert das OS signifikant um 15,7 Monate auf fast 5 Jahre (modifiziert nach (9)).



Firstline beim mBC

Seit mehreren Jahren aufgrund der guten Wirksamkeit etabliert ist die doppelte Antikörper-Blockade mit Perjeta und Herceptin in Kombination mit Docetaxel als Firstline-Therapie des HER2-positiven metastasierten Mammakarzinoms (mBC). Das bestätigt auch die AGO, die das Perjeta-Regime zum wiederholten Male als einzige Therapie für diese Indikation mit einem Doppelplus bewertet (1). Auch in den Leitlinien der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wird das Perjeta-Regime als Firstline-Therapie auf hohem Evidenzniveau empfohlen (8). Die Überlegenheit zeigt sich sowohl in der Zulassungsstudie CLEOPATRA (9) als auch im klinischen Alltag. Zulassungsrelevant und gleichzeitig Grundlage für die Leitlinien-Empfehlungen sind die positiven Daten der Phase-III-Studie CLEOPATRA, in die 808 Patientinnen eingeschlossen wurden, die im Rahmen der metastasierten Erkrankung noch nicht chemotherapeutisch oder HER2-gerichtet behandelt worden waren. Sie überlebten 15,7 Monate länger, wenn sie Perjeta zusätzlich zu Herceptin und Docetaxel in der Firstline-Therapie erhielten (56,5 Monate vs. 40,0 Monate; HR=0,68; p<0,001) (9). Damit beträgt das Gesamtüberleben (OS) nahezu 5 Jahre – der längste Zeitraum, der für Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2-positivem Mammakarzinom in prospektiven Studien erreicht wurde.


Alle klinisch relevanten Subgruppen profitieren

Der signifikante OS-Vorteil bestätigte sich in allen klinisch relevanten Subgruppen. So profitierten die Patientinnen unabhängig vom Alter (< 65 Jahre/ ≥ 65 Jahre), vom Hormonrezeptor-Status sowie von einer (neo-)adjuvanten Vortherapie. „Auch unsere Erfahrungen aus dem klinischen Alltag bestätigen, dass die doppelte Antikörper-Blockade mit Perjeta und Herceptin die derzeit effektivste Firstline-Therapie beim HER2-positiven Mammakarzinom ist und daher keiner Patientin vorenthalten werden sollte“, erläuterte PD Dr. Sherko Kümmel, Essen. Dies gelte auch für Patientinnen mit positivem Hormonrezeptor-Status, betonte er: „Wenn wir diese Patientinnen zunächst endokrin in Kombination mit Herceptin behandeln, ist ein zulassungskonformer Einsatz von Perjeta in der Erstlinientherapie nicht mehr möglich. Dadurch verlieren diese Patientinnen die Chance auf einen signifikanten Überlebensvorteil.“


Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG


 Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 (0)7624 / 14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (https://humanweb.pei.de oder Fax: +49 (0)6103 / 77-1234).
Dr. Beate Fessler
Lunchsymposien „Therapiestrategien: metastasiertes Mammakarzinom“ und „Mammakarzinom: Behandlung im Wandel der Zeit“, 29./30.06.2017, Berlin; Veranstalter: Roche Pharma AG
Literatur:
(1) Kommission Mamma der AGO. Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs. www.ago-online.de
(2) Gianni L et al. Lancet Oncol 2012; 13(1): 25-32.
(3) Schneeweiss A et al. Ann Oncol 2013; 24(9): 2278-84.
(4) Gianni L et al. Lancet Oncol 2016; 17: 791-800.
(5) EBCTCG Lancet 2012; 379: 432-44.
(6) EBCTCG Cochrane Database Syst Rev 2001; CD000486.
(7) EBCTCG Lancet 2015; 386: 1341–52.
(8) Giordano SH et al. JCO 2014, 32: 2078-99.
(9) Swain S et al. NEJM 2015, 372 (8): 724-34.
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017