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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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05. April 2012

Bevacizumab: Wirksame und verträgliche Option beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom

Mit Bevacizumab (Avastin®) ist seit Dezember 2011 eine effektive und gut verträgliche neue Therapie zur Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom in den FIGO-Stadien IIIB bis IV zugelassen. Mit der initialen und kontinuierlichen Gabe des Angiogenesehemmers konnten in Studien signifikante Verlängerungen des progressionsfreien Überlebens (PFS) erreicht werden im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie (1, 2).
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Das Ovarialkarzinom ist bei den Frauen die 5.-häufigste Krebserkrankung und stellt unter den gynäkologischen Tumoren die aggressivste Form dar. „Das Problematische an der Erkrankung ist, dass sie bis in weit fortgeschrittene Stadien symptomlos verlaufen kann und deswegen oft erst spät entdeckt wird“, gab Prof. Andreas du Bois, Essen, zu bedenken. „Leider gibt es bislang keine brauchbaren Screenings zur Früherkennung.“

Die Therapie des Ovarialkarzinoms basiert auf zwei Säulen, der Operation und der medikamentösen Therapie. „Die Tumormassenentfernung hat einen extrem starken prognostischen Wert“, so du Bois. Anfangs spricht ein Ovarialkarzinom meist gut auf die Chemotherapie an, aber nach einer gewissen Zeit kann es durch Selektion zu Resistenzbildungen kommen. Die Entstehung von Resistenzen korreliert dabei mit der restlichen Tumormasse und der Zeit nach Operation. Wie du Bois erklärte, ist die Chemotherapie umso effektiver, je weniger Resttumor nach Operation vorhanden ist.

„Durch die gezielte VEGF-Hemmung mit Bevacizumab konnte zum ersten Mal seit etwa 10 Jahren mit einem Medikament das PFS von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom signifikant gesteigert werden,“ sagte Prof. Jacobus Pfisterer, Solingen.

Diese Wirksamkeit konnten zwei Studien belegen. Zum einen die amerikanische GOG-0218 und zum anderen die europäische AGO-OVAR11/ICON7. In der GOG-0218-Studie verlängerte Bevacizumab das PFS nach Auswertung der Prüfärzte im Median um 6,2 Monate (18,2 vs. 12,0 Monate, HR=0,644; p<0,0001) (3). Bei der Gesamtüberlebenszeit zeichnete sich ein Vorteil für Bevacizumab ab, ohne dass die Medianwerte bereits erreicht sind. Reife Daten hierfür werden für 2013 erwartet.

Das Design der beiden Studien war ähnlich, unterschied sich jedoch in der Auswahl der Patientinnen, der Dosis und der Verabreichungsdauer. So waren die Patientinnen in der amerikanischen Studie in einem schlechteren Zustand, erhielten Bevacizumab in einer höheren Dosis und wurden länger damit behandelt als die Patientinnen in der europäischen Studie. Die Zulassung erfolgte aufgrund der GOG-0218-Studie, weshalb deren Parameter übernommen wurden, erklärte Pfisterer. D.h. Bevacizumab wird in einer Dosierung von 15 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen initial zur Standardchemotherapie (6 Zyklen Paclitaxel 175 mg/m2 plus Carboplatin AUC 6) und anschließend kontinuierlich als Monotherapie über insgesamt 15 Monate oder bis zum Progress verabreicht.

„Mittlerweile sind weltweit etwa 1 Mio. Patienten mit Bevacizumab behandelt worden, weswegen zahlreiche Ergebnisse zur Sicherheit des Medikaments vorliegen“, sagte Pfisterer. Als wichtigste Nebenwirkungen nannte er Hypertonie, Wundheilungsstörungen, Neutropenie, leichte Blutungen, Proteinurie und gastrointestinale Perforationen. „Die Lebensqualität der Patienten wird im Allgemeinen durch die Einnahme von Bevacizumab nicht beeinträchtigt“, so Pfisterer.

Aktuell laufen Studien, die die optimale Dauer der Bevacizumab-Erhaltung klären sollen.

sr

Literaturhinweise:
(1) Burger RA, et al. N Engl J Med 2011; 356: 22473-83
(2) Perren T, et al. N Engl J Med 2011; 365: 2484-96
(3) Burger RA, et al. J Clin Oncol 2011; 29 (15s): 337s

Pressekonferenz „Avastin®: Zulassung beim Ovarialkarzinom – Angiogenesehemmung als neue Therapieoption“, 16.02.2012, Düsseldorf; Veranstalter: Roche Pharma AG
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