Montag, 17. Februar 2020
Navigation öffnen

Medizin

31. Juli 2019 mCRPC: Weiterbehandlung mit Cabazitaxel nach Chemotherapie-Indikation ist Docetaxel-Reinduktion vorzuziehen

Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) sollten im Therapieverlauf eine Chemotherapie erhalten, wenn sie die Chance haben, diese halbwegs gut zu vertragen, um auch den Benefit der Chemotherapie zu erleben, appellierte PD Dr. med. Maria De Santis, Berlin, auf dem Sanofi Genzyme Fachpresse-Workshop „10. Expertise Prostata“. Oftmals würden Patienten zu spät vorgestellt. "Wenn das Knochenmark bereits betroffen ist, kann eine Chemotherapie mehr Belastung als Hilfe sein“, so De Santis. Für die beiden Taxane Docetaxel (Taxotere®) und Cabazitaxel (Jevtana®) ist in randomisierten Phase-III-Studien bei Patienten mit mCRPC eine lebensverlängernde Wirkung belegt.
Anzeige:
Pflichttext
Cabazitaxel nach Docetaxel-Versagen

Studiendaten beim mCRPC weisen auf Kreuzresistenzen zwischen den Androgenrezeptor gerichteten Substanzen (ARTAs) (1) hin, weshalb das Therapieansprechen auf die zweite ARTA gering und nur von kurzer Dauer sei, betont De Santis. Zwischen Docetaxel und Cabazitaxel bestehe keine Kreuzresistenz. Deshalb sei Cabazitaxel eine wirksame Therapieoption nach Docetaxel-Versagen. Es wurde speziell für die Situation nach Docetaxel-Versagen entwickelt und ist für diese Indikation zugelassen.

Retrospektive Studiendaten zur Sequenztherapie beim mCRPC zeigen, dass Patienten, die nach Docetaxel zunächst mit Cabazitaxel gefolgt von einer ARTA behandelt werden, in der dritten Linie länger überleben, als jene, die nach Docetaxel eine ARTA gefolgt von Cabazitaxel erhalten. Für Patienten, die mit Kombinationstherapie aus Androgendeprivation (ADT)/Docetaxel im hormonnaiven Stadium vorbehandelt wurden, sei daher bei Chemotherapie-Indikation die Weiterbehandlung mit Cabazitaxel im mCRPC-Stadium der Docetaxel-Reinduktion vorzuziehen, betont De Santis.

Aufklärung über Nebenwirkungsprofile essentiell

„Wir sagen den Patienten, dass eine Chemotherapie die Lebensqualität beeinflusst und es unter einer Chemotherapie nicht selbstverständlich ist, das Leben so fortzuführen wie vorher. Aber nach 6 Monaten ist die Lebensqualität wieder wie vor der Chemotherapie“, erklärt De Santis. Die Information des Patienten ist für de Santis in der Betreuung sehr wichtig. „Ich muss den Patienten darüber informieren, welche Vorteile und welche unterschiedlichen Nebenwirkungsprofile die verschiedenen Therapieoptionen haben und wie lange die Therapie, die für viele Patienten ein wichtiges Entscheidungskriterium ist, dauert. Die Patientenpräferenzen sind dabei sehr unterschiedlich. Es gibt Patienten, die wollen absolut keine Chemotherapie und andere, die wollen es schnell hinter sich bringen, führt De Santis aus.
 
Dr. med Stefan Machtens, Bergisch Gladbach, beschreibt wie Chemotherapie die Lebensqualität bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom (mPC) in Studien erhalten bzw. verbessern konnte. So konnten Schmerzen unter Cabazitaxel bei 53,6% der Patienten gelindert werden und bei 32,2% verbesserte sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität (CAPRISTANA Studie, FACT-P-Score). Patienten mit einem PSA-Abfall > 50% hatten eine besonders deutliche Schmerzreduktion (p=0,01, QoLiTime-Studie). Es hat sich eine bessere Verträglichkeit von Cabazitaxel vs. Docetaxel gezeigt. Von 195 Patienten mit mCRPC präferierten 43% Cabazitaxel und 27% Docetaxel; die restlichen Patienten hatten keine Präferenz. Die Patienten gaben unter Cabazitaxel insbesondere seltener Fatigue, Schmerzen und Haarverlust sowie insgesamt eine bessere Lebensqualität an (CABADOC Studie). Erschreckend sei allerdings, dass der Anteil der Patienten, der metastasiert sei, bei 20-25% liege, so Machtens.

Ulrike Tietze

Quelle: Fachpresse-Workshop „10. Expertise Prostata“, 03.07.2019, Berlin; Veranstalter Sanofi Genzyme


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Ein Zebra erobert die sozialen Medien

Ein Zebra erobert die sozialen Medien
© #zebrasNETfinden

Mehr Aufmerksamkeit für Neuroendokrine Tumoren (NET) und die Förderung der Früherkennung – das war Ziel der Awareness-Aktion #zebrasNETfinden, die im Rahmen des internationalen NET Cancer Days am 10. November stattfand. Mit Infoständen in sieben deutschen Städten und einer Foto-Aktion in den sozialen Medien konnte die Kampagne eine Vielzahl von Menschen auf Symptome und Therapiemöglichkeiten dieser seltenen Krebserkrankung aufmerksam machen.

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
© RTimages / Fotolia.com

Die Mitgliederversammlung des José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. beschließt eine Mittelauskehr für zahlreiche Forschungs- und Projekt-Förderungen. Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Gabriele Kröner sagt dazu: „Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Initiator José Carreras streben wir mit der Förderung der medizinischen Forschung und Finanzierung von Infrastrukturprojekten an.“

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"mCRPC: Weiterbehandlung mit Cabazitaxel nach Chemotherapie-Indikation ist Docetaxel-Reinduktion vorzuziehen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2019
  • Erhöhte Knochendichte ist ein ungünstiger prognostischer Faktor bei aggressiver systemischer Mastozytose
  • Neue ITP-Leitlinien der ASH unterstreichen die Bedeutung von Thrombopoetinrezeptor-Agonisten für die Zweitlinientherapie der ITP
  • Registerdaten aus dem klinischen Alltag zur CAR-T-Zell-Therapie bei DLBCL-Patienten
  • CML: Real-world-Daten zeigen besseres zytogenetisches und molekulares Ansprechen durch Zweitgenerations-TKI
  • Polycythaemia Vera: Post-hoc-Analyse des Langzeitansprechens auf Ruxolitinib
  • Transfusionspflichtige Myelodysplastische Syndrome: Ansprechen auf Eisenchelation geht im klinischen Alltag mit Überlebensverbesserung einher
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Verhältnis von RNA- und DNA-basierten quantitativen KIT D816V-Mutationsanalysen prognostisch relevant
  • Ruxolitinib moduliert Mikroenvironment des Knochenmarks bei der Myelofibrose
  • CML: TIGER-Studie bestätigt tiefes und anhaltendes molekulares Ansprechen unter Nilotinib-basierter Therapie
  • Sichelzellanämie: Reduktion schmerzhafter vaso-okklusiver Krisen verringert Organschädigungen und verbessert Lebensqualität