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Medizin

11. Juli 2019 Kooperation schafft Basis für eine bundesweit einheitliche Qualitätsentwicklung der Brustkrebsversorgung

Das Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) für Brustkrebszentren kann jetzt auch die Versorgungsqualität von Brustkrebszentren erfassen, die das ÄKzert®-Qualitätssiegel des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) tragen. Im Mai 2019 haben sich DKG, DGS und die zertifizierende Ärztekammer Westfalen-Lippe darauf geeinigt, dass Zentren mit einem ÄKzert®-Zertifikat erstmals eine spezielle Datenschnittstelle nutzen können, die zur Berechnung der Qualitätsindikatoren in DKG-zertifizierten Brustkrebszentren verwendet wird.
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„Auf diese Weise kann die Qualität aller Brustkrebszentren in Deutschland auf Basis gleicher Vorgaben erfasst und verglichen werden“, sagt Prof. Dr. Jens-Uwe Blohmer, Sprecher der Zertifizierungskommission Brust der DKG. Das schaffe eine ausgezeichnete Grundlage für weitere Qualitätsverbesserungen in der Versorgung der Patientinnen, so Prof. Dr. Anton Scharl, ebenfalls Sprecher der DKG-Zertifizierungskommission Brust.

Bundesweit weisen mittlerweile insgesamt 237 Brustkrebszentren in 278 Krankenhäusern ein Zertifikat der DKG und DGS auf. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen sind die Brustzentren vor allem durch das Land NRW ausgewiesen und werden von ÄKzert®, der Zertifizierungsstelle der Ärztekammer Westfalen-Lippe, nach einem durch das Land NRW definierten Kriterienkatalog zertifiziert. 23 Standorte der insgesamt 52 Brustzentren mit 83 Standorten in Nordrhein-Westfalen haben bereits eingewilligt, freiwillig ihre Daten in das System der DKG einzubringen. „Wir freuen uns sehr, dass wir durch die Kooperation dazu beitragen können, die Versorgungsqualität beim Brustkrebs in Deutschland noch transparenter zu machen“, erklärt Dr. Andrea Gilles, Leiterin von ÄKzert®.

Bei den Zentren mit einer Zertifizierung der DKG handelt es sich um Netzwerke aus stationären und ambulanten Einrichtungen, in denen alle an der Behandlung eines Krebspatienten beteiligten Fachrichtungen eng zusammenarbeiten und sich freiwillig einer strengen Qualitätskontrolle unterziehen. Viele der Qualitätsanforderungen und -indikatoren, die für eine Zertifizierung erfüllt sein müssen, leiten sich aus den Empfehlungen der aktuell geltenden onkologischen Leitlinien ab. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das aktuell verfügbare medizinische Wissen in die Therapieentscheidung einfließt. Außerdem müssen die Zentren nachweisen, dass sie über das nötige Wissen, die Erfahrung und die erforderliche Ausstattung (Technik, Personal) für die Behandlung von Krebspatienten verfügen.

Der Qualitätsstandard der Brustkrebszentren der DKG und DGS und jetzt auch der Brustzentren in NRW ist in öffentlich zugänglichen Jahresberichten in Form von Qualitätsindikatoren dokumentiert. Durch die Analyse der dokumentierten Daten im Rahmen der Zertifizierung fallen Möglichkeiten zur Prozessverbesserung oft frühzeitig auf und können genutzt werden. Auch die jährlichen Audits tragen dazu bei, dass die Zentren eventuelle Qualitätsunterschiede erkennen und beheben können.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft e. V.


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