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Medizin

14. März 2019 Kongress der DGP 2019: Mit neuen Therapiekonzepten NSCLC-Patienten individuell behandeln

Ganz im Zeichen personalisierter Medizin beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) stand das Symposium der Roche Pharma AG auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) in München. Bereits heute kann mit Tecentriq® (Atezolizumab) und Alecensa® (Alectinib) die First-Line-Therapie des NSCLC deutlich individualisiert werden. So führt die Hinzunahme von Atezolizumab zu Avastin® (Bevacizumab) und Chemotherapie bei NSCLC-Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie zu einem signifikanten und klinisch bedeutsamen Überlebensvorteil (1). Besonders deutlich profitieren Patienten mit Lebermetastasen und Patienten mit EGFR-Mutation, letztere nach Versagen entsprechender zielgerichteter Therapien (2, 3). Die Kombinationstherapie ist nun in der EU für die First-Line-Therapie zugelassen (4). Beim ALK-positiven NSCLC hat sich innerhalb kürzester Zeit als neuer Standard für die First-Line etabliert: Hier verlängert Alecensa® das progressionsfreie Überleben (PFS) der Patienten auf fast drei Jahre (5-7). Eine vielversprechende personalisierte Therapie stellt zudem die in fortgeschrittener Entwicklung befindliche Prüfsubstanz Entrecitinib für Patienten mit NTRK- und ROS1-positivem NSCLC in Aussicht.
Kombinationstherapie mit Tecentriq: Neuer Behandlungsstandard für besondere Patientenkollektive

NSCLC-Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinom überleben im Median 4,5 Monate länger, wenn sie zusätzlich zum bereits sehr wirkstarken Regime aus Avastin und Chemotherapie Tecentriq erhalten (OS: 19,2 vs. 14,7 Monate; HR: 0,78; 95%-KI: 0,64–0,96; p=0,02; medianes Follow-up: 19,7 Monate; WT-ITT-Population). Dies belegen die Daten der IMpower150-Studie (1). Sehr erfreulich sei, dass insbesondere Patienten mit Lebermetastasen, die allgemein eine schlechte Prognose haben, gut auf die Therapie ansprechen würden, erläuterte Prof. Christian Schulz, Regensburg, im Rahmen der Veranstaltung. So wurde bei Patienten mit Lebermetastasen (n=94) ein medianer OS-Vorteil von 4,1 Monaten im Tecentriq-Arm beobachtet (13,2 vs. 9,1 Monate). Dies entsprach einer Reduktion des Sterberisikos um 46% (HR: 0,54; 95%-KI: 0,33–0,88) (2).
 
Das Studienprotokoll erlaubte darüber hinaus auch den Einschluss von Patienten mit EGFR-Mutation nach TKI-Versagen. Hierbei handelt es sich um ein Patientenkollektiv mit einem hohen Bedarf an neuen, wirksamen Folgetherapien. In dieser Subgruppe (n=79), war das mOS nach einem medianen Follow-up von mindestens 20 Monaten noch nicht erreicht (n. e. vs. 18,7 Monate; HR: 0,61; 95%-KI: 0,29–1,28) (3). Das Sterberisiko reduzierte sich um 39% (3). „Die Daten belegen, dass wir die Überlebenschancen unserer Patienten durch die Hinzunahme von Tecentriq deutlich verbessern können“, so das Fazit von Schulz. „Insbesondere für die Risikopatienten mit Lebermetastasen und jene mit EGFR-Mutation wird sich dieses Therapieregime als neuer Standard etablieren.“ Hervorzuheben seien laut Schulz zudem die beobachteten hohen Ansprechraten. So sprach mehr als die Hälfte der Patienten auf die Kombination mit Tecentriq, Avastin und Chemotherapie an (56% vs. 41% unter Avastin/Chemotherapie) und das unabhängig vom PD-L1-Status. Sogar bei Patienten mit einem negativen PD-L1-Expressionsstatus lag die Ansprechrate bei über 50% (2).
 
Alecensa: Arzneimittel der Wahl in der First-Line

Bei Patienten mit ALK-positivem NSCLC verlängert der First-Line-Einsatz von Alecensa das PFS auf fast 3 Jahre (34,8 Monate) – so das zentrale Ergebnis der randomisierten Phase-III-Studie ALEX (1). Im direkten Vergleich mit Crizotinib (medianes PFS: 10,9 Monate) entspricht dies einer signifikanten Reduktion des Progressionsrisikos um mehr als die Hälfte (HR: 0,43; p < 0,0001) (7). Subgruppenanalysen bestätigten die signifikante Überlegenheit von Alecensa zudem sowohl bei Patienten ohne als auch mit ZNS-Metastasen zu Studienbeginn (HR: 0,47 bzw. 0,35) (7). „Mit Alecensa® bieten wir den Patienten eine sehr gute Chance auf eine anhaltende Tumorkontrolle und eine langfristige Rückkehr in den Alltag“, hob Prof. Wolfgang Brückl, Nürnberg, hervor. „Diese Chance sollten wir keinem Patienten mit ALK-Translokation vorenthalten. Angesichts der überlegenen Wirksamkeit steht für mich außer Frage, dass Alecensa® so früh wie möglich, also als Erstlinien-Therapie, eingesetzt werden sollte.“ Nationale und internationale Fachgesellschaften bestätigen dieses Vorgehen: So empfiehlt die DGHO Alecensa als Standard für die First-Line – auch von der ESMO erhält Alecensa in dieser Therapiesituation den höchsten Empfehlungsgrad (1,A) (5).
 
Entrectinib: Personalisierte Medizin weitergedacht

Die Prüfsubstanz Entrectinib steht für eine entitätsübergreifende Behandlungsstrategie für Patienten mit NTRK Fusions-positiven Tumoren. Erste Ergebnisse bestätigen das Potential der Substanz bei 10 verschiedenen soliden Tumorentitäten im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Setting: 57,4% der Patienten sprachen auf Entrectinib an (8). In die Studien eingeschlossen wurden unter anderem auch Patienten mit fortgeschrittenem ROS1-positivem NSCLC: Über drei Viertel dieser Patienten (77,4%) erreichten unter Entrectinib ein objektives Ansprechen. Die Daten zeigen zudem, dass die Patienten langfristig von der personalisierten Therapie profitieren: Die mittlere Dauer des Ansprechens lag mit 24,6 Monaten bei über 2 Jahren (9). „Die Ergebnisse zu Entrectinib sind überaus vielversprechend. Dabei zeigt sich, dass Entrectinib nicht nur systemisch, sondern auch im ZNS wirksam ist“, so Dr. Nikolaj Frost, Berlin. „Eine Herausforderung wird es sein, die Patienten zu identifizieren, die von Entrectinib profitieren können. Hier müssen Testung und Diagnose Hand in Hand gehen.“

Gemeinsam mit Foundation Medicine Inc. nutzt Roche seine Expertise in der Personalisierten Medizin und ermöglicht umfassende Tumorprofilanalysen, bei denen mit Hilfe moderner Next-Generation-Sequencing(NGS)-Verfahren, die molekularen Grundlagen und Treiber der Krebserkrankung aufgedeckt werden. Der Service FoundationOne® CDx analysiert mittels NGS mehr als 300 krebsrelevante Gene auf alle vier Klassen genetischer Veränderungen (Basensubstitutionen, Insertionen/Deletionen, Genfusionen und Kopienzahlvariationen) und liefert einen Report, der alle gefundenen Genmutationen und dazu passende Therapieoptionen sowie klinische Studien auflistet. Dieser Ansatz kann dazu beitragen, um Patienten mit NTRK-Fusion-positiven Tumoren zu identifizieren, die von einer Behandlung mit Entrectinib profitieren können.

* Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 7624/14-3183) oder bei Tecentriq® an das Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de oder Fax: +49 6103/77-1234) und bei Alecensa® an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (www.bfarm.com oder Fax: +49 228/207-5207).
 

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Socinski MA et al., J Clin Oncol 2018; 36 (suppl): Abstract 9002.
(2) Socinski MA et al., N Engl J Med 2018; 378 (24): 2288-301.
(3) Mok TSK et al., Annals of Oncology 2018; 29 (suppl_9): 483-008.
(4) Aktuelle Fachinformation Tecentriq®.
(5) Planchard D et al., Annals of Oncology 2018; 29 (suppl_4): iv192-iv237.
(6) Griesinger F et al., onkopedia-LL „Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC)“, Stand: 11/18.
(7) Camidge DR et al., J Clin Oncol 2018; 36 (suppl): Abstract 9043.
(8) Demetri GD et al., Annals of Oncology 2018; 29 (suppl_8): mdy424.017 (ESMO 2018; Abstract LBA17).
(9) Doebele R et al., J Thorac Oncol 2018; 13 (19): S321-322 (WCLC 2018; Abstract 13903).


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