Sonntag, 7. Juni 2020
Navigation öffnen

Infos für Patienten

14. März 2019 Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

© Expensive / fotolia.com
Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.
Nicht nur Krebspatientinnen und ihren Partnern oder Partnerinnen, auch den behandelnden Ärzten fällt das Gespräch über Sexualität oft nicht leicht. Dabei kann es viele Aspekte geben, die den betroffenen Frauen auf der Seele liegen, ohne konkret ausgesprochen zu werden. Der Arzt muss nicht für alles eine Lösung parat haben. Je nach individueller Situation sollten aber möglichst alle in Frage kommenden medizinischen Unterstützungsmöglichkeiten besprochen und ausgeschöpft werden. Gegebenenfalls ist die Einbeziehung von spezialisierten Fachärzten oder weiteren Anlaufstellen sinnvoll.

Oft zwischen den Zeilen

Beim Krebsinformationsdienst ist die Zahl der Anfragen speziell zum Thema Sexualität eher gering. Betroffene bevorzugen die Möglichkeit der Kontaktaufnahme per E-Mail (krebsinformationsdienst@dkfz.de). „Bei telefonischen Anfragen an unsere kostenfreie Nummer 0800-420 30 40 schwingt das Thema eher unterschwellig mit. Unsere fachlich und kommunikativ geschulten Ärztinnen und Ärzte haben dafür ein feines Ohr, so dass sie sich gemeinsam mit den Anruferinnen an den Kern des Problems herantasten können“, schildert Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes den Umgang mit dem Thema. Aber ob per E-Mail oder telefonisch – der Krebsinformationsdienst kann helfen, indem er wissenschaftlich fundierte Informationen und Behandlungsmöglichkeiten vermittelt oder aber auf qualifizierte Ansprechpartner und Anlaufstellen verweist.

Bei Kinderwunsch frühzeitig informieren

Gerade für jüngere Patientinnen ist der Kinderwunsch ein zentrales Thema. Denn die Krebsbehandlung kann zu vorübergehender, aber auch zu bleibender Unfruchtbarkeit führen. Alle Fragen rund um Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Empfängnisverhütung sollten daher unbedingt vor dem Behandlungsbeginn mit den Ärzten besprochen werden. Je nach individueller Situation stehen vorbeugende Maßnahmen zur Verfügung, um den Kinderwunsch nach Abschluss der Therapie ermöglichen zu können: Zum Beispiel können vor einer Bestrahlung die Eierstöcke vorübergehend operativ aus dem Strahlenfeld verlegt werden. Unbefruchtete und befruchtete Eizellen oder Eierstockgewebe können tiefgefroren werden. Mithilfe von Hormonpräparaten können die Eierstöcke zeitweise ruhiggestellt und dadurch geschützt werden. Der Erfolg dieser Methode ist allerdings noch nicht abschließend erwiesen. Da es sich immer um eine Abwägung von Kinderwunsch einerseits und onkologischer Sicherheit andererseits handelt, empfiehlt der Krebsinformationsdienst vor der Krebstherapie die individuelle Beratung in einem onkologischen Zentrum.

Ausloten des körperlichen Miteinanders

Bei einer Krebserkrankung kann das Bedürfnis nach körperlicher Nähe schwanken. Gedanken und Gefühle konzentrieren sich auf die anstehende Behandlung und das Überleben – das Thema Sexualität und erotische Lust tritt für viele Patientinnen zunächst in den Hintergrund. Bei einigen Krebserkrankungen wirken sich Operationen unmittelbar auf die weibliche Sexualität aus. Auch Behandlungen wie eine längerfristige Antihormontherapie können das sexuelle Erleben beeinträchtigen. Manchen Frauen macht das veränderte Körperbild Angst – zum Beispiel nach einer Brustamputation oder bei Haarverlust während der Chemotherapie. Für den Partner kann es schwierig sein, das Gefühlsleben und die Bedürfnisse der Patientin richtig einzuordnen. Was hilft, ist das offene Gespräch, um gemeinsam auszuloten, welche Formen der Nähe, auch jenseits des Geschlechtsverkehrs, möglich und gewünscht sind. Beide Seiten brauchen Zeit, um zu lernen, mit Veränderungen umzugehen.

Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst KID


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus
© Expensive - stock.adobe.com

Jede 8. Frau in Deutschland erkrankt laut Statistischem Bundesamt in ihrem Leben an Brustkrebs. Im Brustkrebsmonat Oktober wird ein besonderer Fokus auf diese Krankheit gerichtet, um über Möglichkeiten der Früherkennung und der Behandlung zu informieren. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) nehmen in diesem Jahr eine spezielle Betroffenengruppe in den Blick: Frauen, die an einer nicht mehr heilbaren Brustkrebserkrankung leiden.

Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: ergänzende, stärkende Angebote für Krebspatienten in Corona-Zeiten

Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: ergänzende, stärkende Angebote für Krebspatienten in Corona-Zeiten
©Frantab - stock.adobe.com

Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem haben laut DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) und Robert Koch-Institut ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung Covid-19. Umso sinnvoller sind begleitende Maßnahmen zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems, die gleichzeitig das physische und psychische Wohlbefinden und damit die Lebensqualität erhöhen. Das Portal...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden