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Medizin
02. Dezember 2013

Wissenschaftspreis der AIO 2013

Im Rahmen des Jubiläumssymposiums anlässlich des 10. Herbstkongresses der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in Berlin wurde in feierlichem Rahmen der AIO-Wissenschaftspreis 2013 verliehen. Der AIO-Wissenschaftspreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Insgesamt wurden in diesem Jahr 5 präklinische/translationale und 4 klinische Publikationen eingereicht, die allesamt in hochrangigen Journalen im Zeitraum 01.07.2012 bis 30.06.2013 erschienen waren. In diesem Jahr vergab das wissenschaftliche Kuratorium den translationalen Teil des AIO-Wissenschaftspreises an Herrn Prof. Dr. med. Dieter Saur. Mit dem AIO-Wissenschaftspreis 2013 für den klinischen Teil wurde Herrn Prof. Dr. med. Stefan Kubicka ausgezeichnet.

Höchste Auszeichnung der AIO

Der Wissenschaftspreis der AIO wird einmal jährlich verliehen. Diese höchste Auszeichnung der AIO geht zu gleichen Teilen an einen Autor oder eine Autorengruppe mit der besten Publikation zur Entstehung von Krebs und zu innovativen Entwicklungen in der Krebsbehandlung (präklinischer Teil) bzw. zur klinischen Krebsforschung (klinischer Teil).

Der Jury gehörten in diesem Jahr an:
Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Priv.-Doz. Dr. Ullrich Graeven, St. Franziskus Krankenhaus Mönchengladbach
Prof. Dr. Volker Heinemann, Universitätsklinikum München
Prof. Dr. Andreas Hochhaus, Universitätsklinikum Jena
Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Universitätsklinikum Ulm

Preisträger 2013

In diesem Jahr vergab das wissenschaftliche Kuratorium den translationalen Teil des AIO-Wissenschaftspreises an Herrn Prof. Dr. med. Dieter Saur, Oberarzt an der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. Mit dem AIO-Wissenschaftspreis 2013 für den klinischen Teil wurde Herrn Prof. Dr. med. Stefan Kubicka, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Reutlingen, ausgezeichnet.

AIO-Wissenschaftspreis 2013: präklinischer/translationaler Teil

Mit der wissenschaftlichen Arbeit "Selective requirement of PI3K/PDK1 signaling for Kras oncogene-driven pancreatic cell plasticity and cancer", die in Cancer Cell. 2013;23:406-20 publiziert wurde, hatte sich Prof. Dr. Dieter Saur für den präklinischen AIO-Wissenschaftspreis 2013 beworben. Seine Bewerbung wurde von allen Mitautoren ausdrücklich unterstützt. Ca. 30% aller humanen Tumorerkrankungen tragen onkogene KRAS Mutationen. Somit sind ca. 2,3 Millionen der weltweit ca. 7,6 Millionen krebsbedingten Todesfälle durch KRAS mutierte Tumoren bedingt. Die für den AIO-Wissenschaftspreis eingereichte Studie, die gewebs- und kontextspezifische Unterschiede in KRAS Effektorsignalwegen genetisch nachweist, zeigt erstmals eine Möglichkeit auf, wie diese Patienten in Zukunft besser stratifiziert und therapiert werden können. Die Studienergebnisse sind international auf eine sehr große wissenschaftliche Resonanz gestoßen. Sie geben wichtige Impulse für die Entwicklung neuer zielgerichteter entitätsspezifischer Therapiestrategien im Kampf gegen KRAS mutierte Tumoren.

AIO-Wissenschaftspreis 2013: klinischer Teil

Mit der wissenschaftlichen Arbeit "Continuation of bevacizumab after first progression in metastatic colorectal cancer (ML18147): a randomised phase 3 trial", die in The Lancet Oncology 2013 Jan;14(1):29-37 publiziert wurde, hatte sich Prof. Dr. Stefan Kubicka für den klinischen Teil des AIO-Wissenschaftspreis 2013 beworben. Seine Bewerbung wurde von allen Mitautoren ausdrücklich unterstützt. Die Ergebnisse der Studie zeigen eindrucksvoll, dass die Fortführung einer anti-VEGF Therapie mit Bevacizumab in Kombination mit einer Standard-Zweitlinienchemotherapie nach einem Tumorprogress unter einer Bevacizumab-haltigen Kombinationschemotherapie das Überleben der Patienten mit metastasierten kolorektalen Karzinomen signifikant verlängert. Auch aufgrund der niedrigen Nebenwirkungen ist die erzielte Lebensverlängerung klinisch relevant und die TML-Studie etabliert hierdurch international einen neuen Therapiestandard. Durch diese Studie wurde zudem eine alte Hypothese der Antiangiogenese erstmalig klinisch überprüft und bestätigt. Ähnliche Studien werden aktuell auch bei anderen VEGF-abhängigen Tumoren wie dem Her2Neu-negativen Mammakarzinom, dem Adenokarzinom der Lunge, dem Glioblastom und dem Ovarialkarzinom durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.aio-portal.de.

Lupe
Preisverleihung


Von Links: (Prof. T. Seufferlein (Laudator), Prof. R. Hofheinz (Laudator), Prof. S. Kubicka, Prof. D. Saur, PD Dr. U. Graeven (AIO Vorsitzender bis Nov. 2013) (Foto: www.ro-b.com)

Quelle: AIO in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.


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