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Medizin

25. März 2020 r/rMM: Pd-basierte Dreier-Kombi mit Elotuzumab in der Drittlinie

Dreier-Kombinationen sind bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom (r/rMM)zugelassen, wenn sie nach 2 vorausgegangenen Therapien auch unter der letzten progredient werden. In dieser Situation ist die Kombination von Elotuzumab mit Pomalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason (EPd) eine neue, effektive Therapieoption für stark vorbehandelte MM-Patienten (1, 2).  
Der humanisierte monoklonale Imunglobulin-G1-(IgG1)-Antikörper Elotuzumab hat gleich mehrere Wirkmechanismen: Er ist spezifisch gegen das Rezeptorprotein SLAM7 (Signaling Lymphocyte Activation Molecule Family Member7) gerichtet, das u.a. auf der Oberfläche von Myelomzellen und Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) exprimiert wird, erklärte Prof. Dr. med. Marc-Stellen Raab, Heidelberg. Elotuzumab zerstört somit einerseits Myelomzellen via Antikörper-abhängiger Zell-vermittelter Zytotoxizität (ADCC). Da es darüber hinaus mit SLAMF7 auf Makrophagen interagiert, wirkt es zudem immunstimulierend – und synergistisch mit Immunmodulatoren wie z.B. Pomalidomid.

In der randomisierten Phase-II-Studie ELOQUENT3 waren stark vorbehandelte, rezidivierte und zum großen Teil doppelt refraktäre Patienten mit dem Triplet EPd oder PD behandelt worden. Schon die Erstauswertung hatte für EPd einen signifikanten und klinisch relevanten Vorteil  in dem von Prüfärzten beurteilten progressionsfreien Überleben (medianes PFS,  19,3 vs. 4,7 Monate; primärer Studienendpunkt) vs. Pd ergeben. Dies entsprach laut Raab einer Reduktion des Progressionsrisikos um 46% (HR=0,54; p=0,008). Die sekundären Endpunkte ORR und OS der Patienten konnten unter EPd gegenüber Pd alleine jeweils verdoppelt werden. Auch die Verträglichkeit war gut, d.h. unter EPd traten trotz ähnlicher Pd-Dosis weniger Neutropenien auf, und Expositions-adjustierte haematologische AEs sowie Infektionen waren seltener (1). Die gute Verträglichkeit von EPd bestätigte sich in einer explorativen Analyse nach einem Follow-up von mindestens 18,3 Monaten (2): Danach wurde die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) laut EQ-5D-3L Fragebogen durch die Addition von E zu Pd nicht beeinflusst, d.h. es wurde in beiden Gruppen kein klinisch relevanter Unterschied in der Lebensqualität beobachtet. 

Ute Ayazpoor

Quelle: Lunch-Symposium „Alles bleibt anders – Therapiekonzepte in der Hämatologie “, 20.02.2020, DKK, Berlin; Veranstalter: BMS

Literatur:

(1) Dimopoulos MA et al., N Engl J Med 2018; 379(19): 1811-22.
(2) Weisel K et al., ASH, Abstract 3480.


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