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06. Dezember 2020
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r/r Mantelzell-Lymphom: CAR-T-Zelltherapie zeigt anhaltenden klinischen Benefit

Patienten mit refraktärem/rezidiviertem (r/r) Mantelzell-Lymphom haben eine ungünstige Prognose. Wenn bereits mehrere systemische Therapielinien versagt haben, ist die CAR-T-Zelltherapie mit KTE-X19 (Brexucabatagen autoleucel) ein vielversprechender neuer Behandlungsansatz (1). Aktuelle Langzeitdaten einer Phase-II-Studie mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 17,5 Monaten deuten darauf hin, dass die CAR-T-Zellen hohe und dauerhafte Ansprechraten induzieren (2).
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Die multizentrische, einarmige Phase-II-Studie ZUMA-2 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit einer individuell angepassten, autologen Anti-CD19 chimärischen Antigen-Rezeptor (CAR)-T-Zell-Therapie mit KTE-X19 in einer Dosierung von 2x 106 CAR-T-Zellen/kg. In die Studie wurden 74 Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem Mantelzell-Lymphom eingeschlossen, die zuvor ein bis fünf systemische Vortherapien, einschließlich eines Bruton-Tyrosinkinase-Hemmers, erhalten hatten (1). Die primäre Wirksamkeitsanalyse bei 60 Patienten nach einem Follow-up von 7 Monaten ergab eine objektive Ansprechrate (vollständig oder partiell) von 93% und eine vollständige Ansprechrate von 67% (1).

Stabiles Ansprechen, konsistentes Sicherheitsprofil

Anlässlich des ASH 2020 wurden die 1-Jahres-Daten der ZUMA-2-Studie (n=60) nach einer medianen Beobachtungszeit von 17,5 Monaten präsentiert (2). Die objektive Ansprechrate lag mit 92% auf einem stabil hohen Niveau. 67% der Patienten zeigten weiterhin ein komplettes Ansprechen auf die einmalige CAR-T-Zell-Infusion. Das progressionsfreie Überleben nach 15 Monaten wurde auf 59% geschätzt und das Gesamtüberleben auf 76%; die medianen Zeiten waren noch nicht erreicht. Die ersten 28 behandelten Patienten konnten median über 32,3 Monate nachverfolgt werden. 40% von ihnen blieben ohne weitere Therapie in Remission (2).

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (Grad 3 oder höher) der CAR-T-Zelltherapie waren Neutropenie (85%), Thrombozytopenie (53%), Anämie (53%), Infektionen (34%) und neurologische Symptome (31%). Bei 15% der Patienten trat ein Zytokin-Freisetzungssyndrom auf, das unter Therapie mit Toclizumab wieder abklang. Es gab keine neuen Fälle von unerwünschten Ereignissen von Grad 5 oder höher (2).

Mit der einmaligen Verabreichung der CAR-T-Zelltherapie Brexucabatagen autoleucel lässt sich bei der Mehrzahl der Patienten mit r/r Mantelzell-Lymphom ein anhaltender klinischer Nutzen erreichen bei einem zugleich gut handhabbaren Sicherheitsprofil, so das Resümee der Studienautoren.

Abdol A. Ameri

Quelle: ASH 2020

Literatur:

(1) Wang M et al. KTE-X19 CAR T-Cell Therapy in Relapsed or Refractory Mantle-Cell Lymphoma. N Engl J Med 2020; 382:1331-1342
(2) Wang M et al. One-Year Follow-up of ZUMA-2, the Multicenter, Registrational Study of KTE-X19 in Patients with Relapsed/Refractory Mantle Cell Lymphoma; 62nd ASH Annual Meeting and Exposition, 5.-8. Dezember 2020; Abstract 1120


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