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Medizin

09. Oktober 2020 Patientensicherheit: Angst vor Klinikaufenthalt sinkt

Abgesagte Operationen und die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus: In der Pandemie-Hochphase haben zunächst viele Menschen einen Krankenhaus-Aufenthalt gemieden. Dass Kapazitätsengpässe auf Intensivstationen und Horrorszenarien von beatmeten Patienten auf Klinikfluren hierzulande ausgeblieben sind, hat das Vertrauen in das deutsche Gesundheitswesen aber offenbar wieder gestärkt. Wie eine forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse zum Welttag der Patientensicherheit am 17. September 2020 zeigt, ist die Angst vor einem Klinikaufenthalt deutlich gesunken: Während im vergangenen Jahr jede dritte Frau und jeder vierte Mann Sorgen vor einem stationären Eingriff bekundeten, haben aktuell nur noch jede fünfte Frau und jeder siebte Mann Angst vor einem Krankenhausaufenthalt. Allerdings bergründen dies deutlich mehr von den aktuell Befragten mit eigenen schlechten Erfahrungen als noch ein Jahr zuvor. Mittlerweile ist es jeder Zweite, der aufgrund negativer Erlebnisse Angst vor einem Krankenhaus-Aufenthalt entwickelt hat. 2019 war es hingegen jeder dritte Befragte.
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Angst vor COVID-Ansteckung in Kliniken gering

Aufgrund der Corona-Infektionsgefahr wurden in den vergangenen Monaten auch die Hygienemaßnahmen zum Schutz von Patienten und Klinikpersonal in den stationären Einrichtungen intensiviert. Dies hat möglicherweise das Sicherheitsgefühl bei vielen Patienten erhöht. So hätten nur 9% aller Befragten Sorgen, sich in einem Krankenhaus mit COVID-19 anzustecken. Auch die Angst vor der Infektion mit einem Krankenhauskeim ist deutlich gesunken: Während dies im vergangenen Jahr noch fast jeder Vierte befürchtet hätte, ist es aktuell nur noch jeder Siebte. Auch die Sorgen vor anderen möglichen Komplikationen wie schlechte Wundheilung, Medikamenten- oder Narkoseunverträglichkeit sind zurückgegangen.

Welttag der Patientensicherheit: Fehler gilt es zu verhindern

„Das ist eine positive Entwicklung, wenn Patienten hierzulande mehr Vertrauen in die medizinische Behandlung haben“, sagt Dr. Bastian Resch, Leiter des Kompetenzteams Medizin bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Der Welttag der Patientensicherheit erinnert uns aber daran, dass trotz der modernen und hochwertigen Versorgung immer wieder Fehler passieren können. Diese können weitreichende Auswirkungen für die Patienten haben. Deshalb bedarf es der Anstrengung aller an der Versorgung Beteiligten, diese Fehler auch in Zukunft zu verhindern.“

Auch im Krankenhaus passieren Fehler

Beim Welttag für Patientensicherheit am 17. September stehen in diesem Jahr die beiden Themen „Versorgung der Patienten während der Corona-Pandemie“ und „Mitarbeitersicherheit“ im Vordergrund. Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Gründer der Stiftung Gesunde Erde Gesunde Menschen, hat während der Corona-Krise Eindrücke aus dem Alltag eines Uniklinikums für eine Fernsehreportage gewinnen können. Er sagt: „Nach der anfänglichen Begeisterung für die Pflegekräfte wollte ich zeigen, dass für sie die Krise überhaupt noch nicht vorbei ist, sondern dass die zusätzlichen Schutzmaßnahmen vor allem ein Mehr an Arbeit, an Risiko und an körperlichen Strapazen bedeuten – und davon wird sich so schnell nichts lockern lassen.“ Auch er setzt sich seit vielen Jahren für mehr Patientensicherheit in Deutschland ein: „Wo Menschen handeln, passieren Fehler – auch im Krankenhaus. Jeder zweite in einem Krankenhaus gemachte Fehler ist die Folge ungenügender Kommunikation.“

Informierte Patienten erhöhen eigene Sicherheit

Deshalb fordern Dr. Eckart von Hirschhausen und die KKH in einem neuen Patientenflyer gemeinsam dazu auf, sich vor einem Krankenhausaufenthalt gut zu informieren und bei Verständnisproblemen konkret nachzufragen. Denn informierte und aufmerksame Patienten können dazu beitragen, ihre eigene Sicherheit zu erhöhen. „Wir reden zu wenig, wir röntgen und operieren zu viel. Sie als Patienten können mit Ihrem Feedback einen Unterschied machen, und gute Pflegekräfte und Ärzte werden es Ihnen danken“, meint Dr. Eckart von Hirschhausen.

Quelle: Universitätsklinikum Münster


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