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Medizin
12. Juli 2013

Neuropathie-Prophylaxe: Intravenöse Gabe von Calcium/Magnesium nicht bestätigt

ASCO 2013

Akute Neuropathie und chronische periphere Neurotoxizität sind Dosis-limitierende Nebenwirkungen einer Oxaliplatin-Therapie. Laut einer französischen retrospektiven, nicht randomisierten Studie kann die Oxaliplatin-induzierte Neuropathie mit intravenöser Applikation von Calcium und Magnesium (CaMg) reduziert werden (1). Auf der Jahrestagung der ASCO wurde dies nun jedoch mit Ergebnissen einer prospektiven Studie widerlegt.

In der prospektiven, doppelblinden, dreiarmigen Studie erhielten 362 Patienten mit reseziertem Adenokarzinom des Kolons mit Oxaliplatin-haltiger Therapie entweder CaMg vor und nach der Chemotherapie, Placebo vor und nach der Chemotherapie oder CaMg vor der Chemotherapie sowie Placebo nach der Chemotherapie. Die Evaluation der chronischen Neurotoxizität erfolgte mit der sensorischen Skala des EORTC QLQ-CIPN20 und die der akuten Neuropathie durch die Patientenbefragung zu vier Beschwerdebildern mit Hilfe einer 10-Punkte-Skala. Der primäre Endpunkt war die AUC der sensorischen Skala von CIPN20 während 12 Zyklen Chemotherapie.

Die Patienten hatten ein medianes Alter von 56-57 Jahren, 50% Männer, und 74-76% hatten nach Operation ein Tumor-Stadium III. 92-94% der Patienten erhielten adjuvant mFOLFOX6. Es wurden keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Studienarmen innerhalb der untersuchten Nebenwirkungen beobachtet. Der primäre Endpunkt, die chronische sensorische Neuropathie, war mit einem p-Wert zwischen Placebo/Placebo und CaMg/Placebo von 0,73 bzw. CaMg/CaMg von 0,25 nicht verschieden. Des Weiteren wurden die Zeit bis zu einer Grad 2-Neuropathie (alle Studienarme: p=0,3383) und die Zeit bis zur Oxaliplatin-induzierten Neuropathie (p=0,9721) untersucht.

In Bezug auf die akute Neuropathie wurden Schwankungen im Auftreten gesehen, die aber im Vergleich der Studienarme sowohl bzgl. der Sensitivität beim Berühren kalter Gegenstände (p=0,7978), der Beschwerden beim Schlucken kalter Flüssigkeiten (p=0,4274), Rachenbeschwerden (p=0,0366) und Muskelkrämpfe (p=0,5501) nicht verschieden waren. Es gab keinen Unterschied zwischen der Anzahl Patienten, die Oxaliplatin erhalten konnten (p=0,62), der Anzahl an Patienten, die die volle Oxaliplatin-Dosis erhalten konnten (p=0,75) oder der durchschnittlichen Oxaliplatin-Dosis (p=0,11).

Fazit: Die Daten dieser gut gepowerten klinischen Studie bestätigen den Gebrauch von intravenöser CaMg-Gabe zur Prophylaxe Oxaliplatin-induzierter Neuropathie nicht.

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Literaturhinweis:
(1) Gamelin L et al.: Prevention of oxaliplatin-related neurotoxicity by calcium and magnesium infusions, Clin Cancer Res 2004;10:4055

Quelle: Loprinzi R et al.: Phase III randomized, placebo-controlled, double-blind study of intravenous calcium/magnesium (CaMg) to prevent oxaliplatin-induced sensory neurotoxicity (sNT), N08CB: An alliance for clinical trials in oncology study. ASCO 2013, Oral Abstract Session, Abstr. #3501


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