Samstag, 27. Februar 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
CAR T Prelaunch
CAR T Prelaunch
 
Medizin

07. Dezember 2015 Multiples Myelom: Finale Überlebenszeitanalyse der PANORAMA-1-Studie

Unter einer Therapie mit Panobinostat (Farydak®) in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason erreichen Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Multiplen Myelom, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien erhalten haben – darunter Bortezomib und eine immunmodulatorische Substanz – ein längeres, statistisch allerdings nicht signifikantes, medianes Gesamtüberleben als unter Bortezomib und Dexamethason.

Panobinostat ist ein potenter pan-Histondeazetylase-Inhibitor, der gezielt in die bei Patienten mit Multiplem Myelom gestörte epigenetische Zellprogrammierung und den Proteinmetabolismus eingreift. In der randomisierten, doppelblinden, multizentrischen und Placebo-kontrollierten Phase-III-Zulassungsstudie PANORAMA-1 (PANobinostat ORAl in Multiple MyelomA-1) wurde bei Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Multiplen Myelom mit Panobinostat in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason (FVD) im Vergleich zu der Zweierkombination aus Bortezomib und Dexamethason (VD) plus Placebo eine statistisch und klinisch relevante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) um etwa vier Monate erreicht (p<0,0001). In der Gruppe der Patienten, die bereits mindestens zwei Vortherapien – darunter Bortezomib und eine immunmodulatorische Substanz – erhalten hatten, verlängerte sich das mediane PFS unter FVD (12,5 Monate; n=73) im Vergleich VD (4,7 Monate; n=74) sogar um 7,8 Monate (Hazard Ratio 0,47; 95%-Konfidenzintervall 0,32–0,72).

Auf Basis dieser Ergebnisse erhielt Panobinostat in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason im Oktober 2015 die Zulassung für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Multiplen Myelom, die zuvor bereits mindestens zwei Therapien erhalten hatten, darunter Bortezomib und eine immunmodulatorische Substanz.

Im Rahmen des 57. Jahreskongresses der American Society of Hematology (ASH) in Orlando/FL (USA) wurden nun die Daten der finalen Überlebenszeitanalyse präsentiert. Für die Gesamtstudienpopulation ergab sich unter der Behandlung mit der Dreifachkombination im Vergleich zu der Behandlung mit VD ein nicht-signifikanter Überlebenszeitvorteil von 4,5 Monaten (40,3 versus 35,8 Monate; Hazard Ratio 0,94; 95%-Konfidenzintervall 0,78–1,14; p=0,5435). Anschlusstherapien erhielten im FVD-Arm 37,7% der Patienten, im VD-Arm 48,8%.

In der Subgruppe der Patienten mit mindestens zwei Vorbehandlungen, darunter Bortezomib und eine immunmodulatorische Substanz, betrug das mediane Gesamtüberleben im FVD-Arm 25,5 Monate und im VD-Arm 19,5 Monate. Anschlusstherapien erhielten in den beiden Studiengruppen 35,6% und 66,2% der Patienten. Dieser deutliche Unterschied in der Rate der Anschlusstherapien in den beiden Studienarmen könnte nach Ansicht der Studienautoren dazu geführt haben, dass der durch die FVD-Behandlung erreichte Überlebenszeitvorteil nicht signifikant war.

sw

Literatur:

https://ash.confex.com/ash/2015/webprogram/Paper79871.html


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Livestream zum Welteierstockkrebstag am 10.05.2020

Livestream zum Welteierstockkrebstag am 10.05.2020
7activestudio / Fotolia.com

Eierstockkrebs gehört zu den am schwierigsten zu erkennenden und behandelnden Krebsarten überhaupt. Die Qualität der Behandlung gilt als wichtigster Prognosefaktor. Den Welteierstockkrebstag zum Anlass nehmend, möchte die Deutsche Stiftung für Eierstockkrebs die tabuisierte Erkrankung in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und die Aufklärung von Patientinnen verbessern. Der Welteierstockkrebs findet seit Jahren im Zentrum Berlins statt. In Zeiten der...

Hufeland-Preis ehrt Initiatoren eines bundesweiten Kita-Sonnenschutzprojekts zur Krebsprävention

Hufeland-Preis ehrt Initiatoren eines bundesweiten Kita-Sonnenschutzprojekts zur Krebsprävention
© drubig-photo / Fotolia.com

Prof. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Prävention e.V. (ADP), Dr. Nadja Seidel und Dr. Friederike Stölzel, Leiterinnen des Präventionszentrums des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) sind mit dem Hufeland-Preis des Kuratoriums der Stiftung Hufeland-Preis ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 20.000 Euro dotierten Preis für Präventivmedizin für ihr bundesweites Sonnenschutz-Projekt...

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten
© Rido - stock.adobe.com

Außen kalt, innen überheizt, dazu Glatteis, Schnee und trübes Licht – der Winter ist für Krebspatienten keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Monatsthema Dezember gibt das ONKO-Internetportal hilfreiche Tipps, wie Krebspatienten gut und sicher durch die kalten Monate kommen.

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum
© karepa / Fotolia.com

Beim Alkoholkonsum belegt Deutschland im weltweiten Vergleich stets Spitzenplätze: Rund zehn Liter reinen Alkohols werden hierzulande nach aktuellen Informationen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr pro Kopf getrunken und verursachen alljährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. „Obwohl Erkenntnisse über das Suchtpotenzial von Alkohol in der Gesellschaft inzwischen hinlänglich verbreitet sind, finden Bier, Wein und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Multiples Myelom: Finale Überlebenszeitanalyse der PANORAMA-1-Studie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.